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Vergnüglich und Traditionell : Wenn die Nadeln fleißig klappern

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Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Jeden dritten Donnerstag im Monat findet in den Gemeinden Granzin und Greven ein Handarbeitsnachmittag für Frauen statt.

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Wolle – dick und dünn, ein- oder mehrfarbig – liegt auf den Tischen verteilt. Mehrere Frauen sitzen im Gemeinderaum Granzin, quasseln und klappern mit ihren Stricknadeln. Denn an diesem Donnerstag im Monat lautet das Motto „Gut Strick“. Dann plötzlich knallt es. Der Sektkorken ploppt von der Flasche, denn auch das gehört beim Handarbeitsnachmittag von Granzin – je nach Anlass – einfach mal dazu. Nadeln, Wolle, Anleitungen und ein Schluck Sekt. Nach dem Anstoßen geht es dann in die Vollen – und in die Wolle.

Vergnüglich und mit Tradition startet der Handarbeitsnachmittag, der 2010 zur 775-Jahr-Feier seinen Anfang in der Gemeinde genommen hat. „Damals haben wir uns getroffen, um die Wimpelketten für den Dorfschmuck anzufertigen“, erinnert sich Ilonka Glinz, gelernte Schneiderin und zuständig für das Organisatorische. Hilfe bekommt sie dabei von Roswitha Jacobi.

Manch eine aus der Runde präsentiert ihr Strickergebnis stolz den anderen. Elma Gehrmann und Ilonka Glinz haben ein ganz besonderes Schätzchen dabei. Sie zeigen ihre in Zusammenarbeit gefertigte Tischdecke. Eine hat gestickt, die andere gehäkelt. „Was die eine nicht weiß, weiß die andere. Und wir bringen es ihr solange bei, bis jede den Hacken am Socken hat“, plaudert Ilonka Glinz aus dem Nähkästchen. Aus diesem Grund ist auch Angret Schreiber aus Burow zur Gruppe dazugestoßen. Vor drei Jahren hat sie sich der Handarbeit wieder intensiver gewidmet. „Ich wollte Socken stricken lernen“, sagt sie. „Es hat lange gedauert, aber jetzt hab ich es kapiert“. Sitznachbarin Hannelore Dreitmoser stimmt ihr zu. Sie hat für jedes Mitglied zum Geburtstag ein Sitzkissen gehäkelt – als Geschenk und Andenken an einen schönen Tag. „Das mache ich im Schlaf oder vor dem Fernseher“, erzählt sie.

Erste Erfahrungen haben die Frauen im Handarbeitsunterricht gemacht. Wer aber etwas nachschlagen möchte oder Anregungen braucht, für denjenigen liegen auf dem Tisch Wollkataloge, Strickanleitungen und Bücher rund um das Thema Handarbeit.

Zwölf Treffen finden im Jahr abwechselnd statt, sechs in Granzin und sechs in Greven. Die Frauen kommen aus Beckendorf, Greven, Lindenbeck und Granzin angefahren. „Dadurch werden wir jedem gerecht“, sagt Ilonka Glinz.

Im Winter werden Socken, Schals und Mützen gefertigt, das ganze Jahr über Taschentücher, Servietten und Tischdecken, die dann zu besonderen Anlässen die häusliche Kaffeetafel schmücken. Das neueste Projekt von Elma Gehrmann sind Serviettenringe mit Spitzenelementen.

Neben dem Austausch von Anregungen, Kniffen und Strickmustern gehört aber auch der ein oder andere Plausch dazu. „Genügend Gesprächsstoff haben wir immer, so dass wir auch schnell mal die Zeit vergessen“, weiß Ilonka Glinz. So manches Treffen endete dann schon mal in den Abendstunden. Neues aus der Gemeinde wird ausgetauscht. Auch Klatsch und Tratsch darf dabei nicht fehlen. Das, was an Handarbeit nicht fertig geworden ist, wird am Ende mit nach Hause genommen und dort meist weitergeführt.

Strickprofis, aber auch Anfänger sind jederzeit herzlich willkommen. „Es könnten ruhig ein paar mehr sein“, bedauert Ilonka Glinz vor allem das Fehlen jüngerer Teilnehmer. „Es fehlt das Interesse und die Zeit“, stellt sie fest.

Der Handarbeitsnachmittag findet jeden dritten Donnerstag im Monat um 14 Uhr im Gemeindezentrum in Granzin statt, in Greven zur gleichen Zeit im Gemeinschaftsraum der Feuerwehr. Das nächste Treffen ist am 18. Februar in Granzin. Dann heißt es wieder „Gut Strick“.

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