zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Riskant : Wenn Bambi plötzlich im Weg steht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der gesamte Landkreis Ludwigslust-Parchim ist ein Schwerpunkt für Wildunfälle. Rund 40 Prozent aller Unfälle sind Wildunfälle

svz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 17:16 Uhr

Immer bremsbereit sollten vor allem Autofahrer im Landkreis Ludwigslust-Parchim sein, denn überall auf den Kreis- und Landstraßen sowie Bundesstraßen ist Wild unterwegs. „Der gesamte Landkreis ist ein einziger Schwerpunkt, was Wildunfälle angeht“, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Rund 40 Prozent aller Unfälle passieren mit Reh und Co.. Doch zum Zusammenprall muss es nicht immer kommen. „Ich will nicht sagen, dass ein Wildunfall gänzlich vermieden werden kann. Aber die Folgen können minimiert werden, indem der Autofahrer defensiver fährt“, erläutert Klaus Wiechmann weiter. Dazu gehört auch, die Geschwindigkeit zu drosseln. „Ich muss nicht immer die vollen 100 Stundenkilometer ausfahren. Wenn ich nur 80 zum Beispiel fahre, dann bin ich eben der Letzte in der Schlange, aber wahrscheinlich nicht derjenige, bei dem es kracht“, erzählt Klaus Wiechmann.

Wie müssen sich Autofahrer aber verhalten, wenn es dann doch zwischen Wild und Pkw gekracht hat? Viele Autofahrer wüssten nicht, was sie anschließend alles machen müssen. „Zunächst einmal Ruhe bewahren. Die meisten Autofahrer reißen sofort nach dem Zusammenstoß ihre Fahrertür auf und achten nicht mehr auf den nachfolgenden Verkehr“, erzählt der Polizeisprecher weiter. Dann sollte jeder Schritt für Schritt verfahren, soweit es der körperliche Zustand nach einem Autounfall zulässt. „Das Auto sollte sicher rechts rangefahren werden, dann die Warnblinkanlage einschalten und ganz wichtig das Warndreieck aufstellen, damit die nachfolgenden Autofahrer erkennen können, dort ist ein Unfall passiert“, erläutert der Polizeisprecher weiter. Dann sollte auch schon die Polizei verständigt werden. Warum, weiß auch Gösta Rehse aus Gischow, der Inhaber der dortigen Jagdschule Rehse. „Es geht vor allem um die Beweissicherung und den Versicherungsschutz. Die Polizei kann zudem den Jagdpächter informieren, entweder um das angefahrene Wild zu erlösen oder um es zu suchen“, erklärt der Jäger. Denn die Tiere haben oftmals keine äußerlichen Verletzungen, sondern bluten nach innen. „Es ist sehr schwierig, das Stück Wild zu finden, wenn kein Schweiß, also kein Blut, vor Ort zu finden ist. Die Tiere verenden dann elendlich im Wald oder auf einem Feld“, verdeutlicht Gösta Rehse.

Vor allem zu den Dämmerungszeiten sollten Autofahrer achtsam sein und ihre Fahrweise anpassen. „Wo ein Warnschild steht, sollte das jeder auch ernst nehmen. Und: Wo ein Reh den Weg kreuzt, folgen immer weitere“, sagt Klaus Wiechmann noch einmal eindringlich. Auch am helllichten Tag können Wildunfälle passieren, denn „die Tiere kennen keine Uhrzeiten“, sagt der Polizeisprecher. „Immer bremsbereit sein, vor allem in den gekennzeichneten Gebieten“, so Klaus Wiechmann abschließend.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen