Parchim-Lübz : Weniger Brunnen für Trinkwasser

Ein Wassertropfen fällt in eine Schüssel. Das wertvolle Nass für den Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz kommt aus 37 Brunnen.
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Ein Wassertropfen fällt in eine Schüssel. Das wertvolle Nass für den Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz kommt aus 37 Brunnen.

Verband Parchim-Lübz will die Zahl der Wasserwerke deutlich reduzieren, um die Kunden effektiver versorgen zu können

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12. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Gutes Trinkwasser aus weniger Brunnen in der Region. Das ist der Kurs im Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz (WAZV). Es gibt Überlegungen, die Zahl der Wasserwerke dieses Verbandes bis 2030 von derzeit 14 auf neun zu reduzieren. Statt aus 37 Brunnen soll das wertvolle Nass später nur noch aus 27 fließen. Um das Lebensmittel von den verbleibenden Standorten bis in die Haushalte zu pumpen, sollen neue Verbindungsleitung gebaut werden.

WAZV-Geschäftsführer Lothar Brockmann verweist auf das Trinkwasserversorgungskonzept, das erneut fortgeschrieben, sprich nach aktuellen Erfordernissen überarbeitet werden soll. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung beschäftigen sich die Fachleute mit dem Schleifen von Wasserwerken. Man wolle so effektiv wie möglich arbeiten, so Brockmann.

Die Technik in den Wasserwerken muss alle 15 bis 20 Jahren erneuert werden, erfuhren die Bürgermeister der Region auf der jüngsten Verbandsversammlung in Rom. Man müsse die Zahl der Standorte verringern.

Mit der Reduzierung der Zahl der Wasserwerke will der Verband Investitionen in Größenordnung vermeiden. „Wir sparen nicht, sondern geben das Geld nicht aus“, sagt Lothar Brockmann gegenüber SVZ.

Dabei haben die Fachleute sowohl die notwendigen Investitionen in die Erneuerung von Wasserwerken als auch die laufenden Kosten im Blick. Mit der Veränderung von Brunnen geht beispielsweise auch einher, dass Trinkwasserschutzgebiete neu beantragt werden müssen. Das verursacht Kosten für Planung, Genehmigung und auch die Entschädigung von Grundstückeigentümern.

Noch sei es im Werden, betont Brockmann. Speziell denkt der WAZV über das Schleifen der Wasserwerke in Karow, Suckow, Augzin, Ruest und Alt Schwinz nach. Im Laufe des letzten Jahres wurden bereits die Brunnen in Hof Grabow außer Betrieb genommen.

Allein die Erneuerung der Werke in Karow und Suckow würde jeweils über eine Million Euro verschlingen. Für Karow, von dem Ortsteile schon heute von Plau am See versorgt werden, gibt es den konkreten Plan, das Trinkwasser von Goldberg und von Plau zu liefern. Suckow könnte an Herzfeld angeschlossen werden.

Von den beiden kleinsten Wasserwerken im Verband in Alt Schwinz und Kleesten wird vermutlich letzteres erhalten bleiben. Das nächste Wasserwerk ist zu weit entfernt, um für die wenigen Anlieger eine ordentliche Versorgung zu gewährleisten. Das Wasser stünde auch zu lange in der Leitung.

Für Trinkwasser gelten strenge Normen. Aus den Brunnen werden regelmäßig Proben genommen. Der Fachdienst Gesundheit des Landkreises überwacht das Wasser.

Dabei geht es auch um die derzeit stark diskutierte Nitratbelastung, die durch den Einfluss der Landwirtschaft entsteht. An den WAZV-Brunnen seien diesbezüglich bisher keine oder nur sehr geringe Einflüsse ermittelt worden, erfuhr SVZ von der Verbandsführung. Feststellungen habe es schon in Suckow gegeben, wo das Wasser aus Flachbrunnen gefördert wird. Der Nitratgehalt lag weit unterhalb der Grenzwerte, erklärt Brockmann. Es gebe noch keine gesundheitlich Beeinflussung.

Neue Bohrungen erfolgen meist als Tiefbrunnen bis in den dritten Grundwasserleiter, wo das wertvolle Lebensmittel noch nicht durch menschliche Einflüsse beeinträchtigt ist.

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