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Niederschlag willkommen : Wenig Wasser im Parchimer Land

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Niederschlagsdefizit wirkt sich aus: Dorfteich in Dütschow ist geschrumpft / Zahlreiche Feldgewässer sind trocken

von
erstellt am 31.Dez.2014 | 16:00 Uhr

Super-Wetter! Die regnerischen Dezembertage 2014, die manchen zur Verzweiflung gebracht haben, und der Schneefall zum Monatsende sollten für Jubel sorgen. Denn die Grundwasserstände sinken ständig. Der Niederschlag war bitter nötig. Und längst nicht ausreichend.

Die Dütschower Angler machen sich Sorgen um die Fische im Dorfteich. Nur noch hüfthoch - etwa 85 Zentimeter – stand das Wasser, als die Petrijünger in diesem Jahr das Gewässer begutachteten. Früher war der Teich doppelt so tief. Wenn es jetzt einen harten Winter mit strengem Frost geben sollte, könnten es die Fische im flachen Gewässer unter dem Eis schwer haben zu überleben.

„So wenig Wasser war noch nie im Dorfteich“, sagt Heino Schulz, der stellvertretende Spornitzer Bürgermeister und Gemeindearbeiter. Seit 58 Jahren wohnt er in Dütschow und weiß die Entwicklung einzuschätzen.

Schulz kennt auch die Ursache für das Problem. Der Angelteich in Dütschow hat keinen Zufluss. Und von Ende 2013 bis Herbst 2014 hat es zu wenig geregnet. Auf diese Problematik habe auch der Wasser- und Bodenverband Untere Elde auf seiner jüngsten Beratung in Ludwigslust verwiesen.

Walter Jahnke, Geschäftsführer dieses Verbands, liegen Zahlen der Wetterstation Schwerin für das letzte Hydrologische Jahr vor, das von November bis Oktober geht. 2014 fiel nur 83 Prozent des Durchschnittsniederschlags von normalen Jahren. Außer im April, Juni und Juli waren alle Monate zu trocken.

In der Parchimer Region wurden im gleichen Zeitraum nur 90 Prozent des Niederschlags gemessen, der sonst in einem Jahr fällt. Das erfährt SVZ von Uwe Zöllner, Geschäftsführer im Wasser- und Bodenverband Mittlere Elde.

Das Problem ist auch die Verteilung des Niederschlags auf das Jahr, sagt Zöllner. Es hat vor allem in der warmen Jahreszeit geregnet. Und im Sommer verdunstet das Wasser viel schneller. Es gelangt damit nicht soviel in die Schichten des Grundwassers, die auch die Fließgewässer speisen.

Dagegen war der letzte Winter recht trocken. Dabei seien gerade schneereiche Winter von Vorteil. Wenn der Schnee taut, sickert das Wasser aus den unteren Schichten langsam in die Erde ein und füllt so das Grundwasser auf.

Nicht nur in Dütschow wirkt sich der sinkende Grundwasserspiegel aus. Zwischen Mestlin und Vimfow liegen Sölle seit einem Jahr trocken. Auch die Moore leiden. So beobachten Naturfreunde zunehmende Trockenheit im Darzer und im Quaßliner Moor.

Hans-Joachim Stüber aus Techentin hat seit 1977 die Region zwischen Mestlin und Goldberg im Blick. Feldteiche schrumpfen, Schilf breitet sich am Ufer aus, Sölle führen nur noch zeitweise Wasser, sagt er. Vor allem in den letzten ein bis zwei Jahren hat sich die Landschaft verändert. Damit falle der Lebensraum für Amphibien weg.

Der Parchimer Naturschützer Walter Kintzel sieht das ebenfalls mit Sorge: Wenn es weniger Laichgewässer und damit weniger Frösche und Kröten gibt, dann gibt es beispielsweise auch weniger Nahrung für Störche.

Der Regen im Dezember hat an der Situation noch nichts geändert, sagt der Dobbertiner Landwirt Marcus Schwarzer. Auch er beobachtet mit Sorgen: Manche Feldgewässer, wo früher Angler saßen, sind trocken. Ein Winter, in dem viel Schnee auf gefrorenem Boden liegt, könnte helfen, die Wasserlöcher auf dem Acker aufzufüllen, meint er. Denn dann würde das Wasser nicht sofort versickern, sondern zusammenlaufen und sich in den tiefer in der Landschaft liegenden Löchern sammeln.

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