Freiwillig engagiert : Weltverbesserer auf dem Naturpfad

Felix Biering engagiert sich während seines Freiwilligen Ökologischen Jahres Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide auch als Landessprecher des FÖJ.
Felix Biering engagiert sich während seines Freiwilligen Ökologischen Jahres Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide auch als Landessprecher des FÖJ.

Felix Biering engagiert sich neben seinem FÖJ auch für die weitere Finanzierung des Freiwilligen Ökologischen Jahres

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25. April 2017, 12:00 Uhr

Felix Biering möchte die Welt verbessern. Wenigstens ein ganz klein wenig. Stellte sich bloß lange die Frage wie? Und so ganz hat sie der 18-Jährige auch noch nicht klären können. Aber er hat sich auf den Weg gemacht. Nach dem Abi in Ribnitz-Damgarten führte der ihn in die Naturparkverwaltung Nossentiner/Schwinzer Heide. Nicht direkt. Felix’ erste Wahl für sein Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) - nach zwölf Jahren Schule wollte er auf gar keinen Fall gleich wieder die Paukerbank drücken – war der Müritz Nationalpark. Der ist dichter an daheim, größer und vielleicht auch ein bisschen spektakulärer. Dachte Felix jedenfalls. Inzwischen sind ihm die 36  000 Hektar, die seit gut sieben Monaten sein FÖJ-Revier sind, aufregend genug. „Ich bin viel mit den Rangern unterwegs, arbeite mit ihnen, bin beteiligt an n Monitorings, mache mit bei der Wasservogelzählung, unterstütze Studenten bei ihren Arbeiten und ich habe sogar mein eigenes Waldbienenprojekt“, erzählt Felix. Und er ist zufrieden. Auch die gelegentlichen Hausmeisterjobs, die schon Generationen von FÖJlern vor ihm erledigten, machen ihm nichts aus. „Natur, draußen sein, das ist schon genau mein Ding“, sagt er.

Trotzdem hatte Felix insgeheim gehofft, dass er nach der Hälfte seines Bildungsjahres wissen würde, was danach kommt. „Ein Studium irgendwo im grünen Bereich? Oder doch eine Ausbildung? Acht Monate sind fast um und ich bin mir absolut noch nicht sicher.“ Doch noch treibt ihn nichts. Noch kann er das FÖJ nutzen als das, was es ist: als Findungsjahr.

Felix Biering schätzt die Chancen, die sich ihm hier in Karow, am Sitz der Verwaltung des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide, bieten. „Man kann in so viele verschiedene Richtungen gehen und ich kann selbst entscheiden, was ich machen möchte“, erzählt er. Von einer Möglichkeit hatte er vor Antritt des FÖJ noch nie gehört. „Nein, ich wusste nicht, dass es ein FÖJ-internes Sprechersystem gibt“, gesteht Felix. Im letzten Herbst selbst zum Sprachrohr gewählt, ist er dabei, wenn sich die jeweils zwei Sprecher der fünf Gruppen in MV zu Workshops treffen, um wichtige Themen aufzugreifen.

Felix’ Jahrgang will sich für die weitere Förderung des FÖJ einsetzen. Derzeit werden bundesweit 3000 FÖJler von den Ländern und Einsatzstellen finanziert und vom Europäischen Sozialfond gefördert (im Gegensatz dazu gibt es bundesweit etwa 30  000 Stellen im Freiwilligen Sozialen Jahr). „Allerdings nur bis 2020. Wie es danach weitergeht, ist noch völlig unklar“, erklärt Felix die Situation. Deshalb wollen sich die Landessprecher an das Umweltministerium in Schwerin wenden, um im beste Falle zu erreichen, dass sich dort rechtzeitig um eine Lösung bemüht wird. „Eigentlich ist das FÖJ politisch im Grunde völlig unpositioniert. Und unser Jahrgang ist nicht betroffen. Aber wir sind uns einig, dass wir jetzt was unternehmen müssen, damit das FÖJ auf jeden Fall weiterbesteht. Es späteren Jahrgängen zu überlassen wäre womöglich fatal, weil es die vielleicht nicht mehr geben wird.“

Ganz so unpolitisch, wie Felix sagt, ist das FÖJ denn doch nicht. Das zeigt auch der Bundesaktionstag „Jute gegen Plastik“, der derzeit von den Ländergruppen gemeinsam vorbereitet wird. „Mit Flashmops und Demos wollen wir ein Statement setzen und zeigen, dass wir Ökos sind, die die Welt verbessern wollen“, so Felix.

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