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20 fragen zum Wochenende : Weltenbummler buddelt im Archiv

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Dr. Claus Cartellieri liest sehr gern, schreibt auch selbst u.a. über die Klostergeschichte Dobbertins / An Material darf es deshalb nicht mangeln

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Cartellieri – der Name klingt italienisch. Dr. Claus Cartellieri aus Dobbertin hat zwar italienische Vorfahren, wurde aber in Berlin geboren und ist in Thüringen aufgewachsen. Wenn ihn jemand fragt, woher er kommt, antwortet er stets mit dem Kennedy-Zitat: „Ich bin ein Berliner“. Der Dobbertiner wollte eigentlich Psychologie studieren, doch er befolgte den Rat seiner Schwiegermutter und wurde Konferenz-Dolmetscher. Durch diesen Beruf reist er durch die Weltgeschichte. So übersetzte er schon in den skandinavischen Länder, den USA und Kanada sowie in Indien, Japan und Korea. In Dobbertin engagiert er sich für den Erhalt der historischen Klosteranlage und den Kauf einer neuen Orgel. Jetzt nahm er sich Zeit, um SVZ-Volontärin Wibke Niemeyer die 20 Fragen zum Wochenende zu beantworten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?

Dr. Claus Cartellieri: Mein Lieblingsplatz ist der Dobbertiner See. Hier verbringe ich gerne Zeit bei einer Fahrt mit unserem Ruderboot. Ich habe mir jetzt auch ein Hydro-Bike zugelegt, mit dem ich auf dem Wasser meine Runden drehen kann. Dafür brauche ich einen Tag ohne Wind.

Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort verändern?

Wir haben einen sehr tüchtigen Bürgermeister. Von den Besuchen bei Gemeindever-tretersitzungen habe ich gelernt, dass Vorhaben nicht rasch und sofort umgesetzt werden können. Man braucht viel Geduld. Ich würde mich an dem Projekt „Dorf im Dorf“ beteiligen. Das ist ein Projekt mit Zukunft.

Wo kann man Sie in der Region am ehesten antreffen?

Am ehesten kann man mich am Dobbertiner See antreffen. Privat trifft man mich in meinem Arbeitszimmer oder beim Buddeln in Archiven.

Was wollten Sie als Kind werden?

Ich wollte jemand werden, der viel von der Welt sehen kann. Das hat mir dann mein späterer Beruf reichlich gebracht.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?

Mein Vater war Landwirtschaftsberater. Als Schüler habe ich in den Ferien auf dem Mähbinder gearbeitet. Ich habe darauf geachtet, dass ordentlich gemäht wird und die Halme gebunden sind. Für damalige Verhältnisse hat man damit gut verdient.

Das verdiente Geld habe ich für ein Fahrrad gespart und einen Teil für Schulbücher ausgegeben.

Was würden Sie gern können?

Ich würde gern Orgel spielen können. Es ist ein ganz besonderes Instrument. Ich spiele kein Instrument, habe aber gelernt, Musik gut hören zu können. Zudem habe ich ein großes Musikinteresse.

Was stört Sie an anderen?

Mich stört Unzuverlässigkeit und Unehrlichkeit. Das bringt mein Beruf mit sich. Ein Dolmetscher, der zu spät kommt, ist erledigt. Bei Terminen stelle ich meine Uhr immer fünf Minuten vor.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Meine Frau Birkhild macht herrliche Witze. Darüber lache ich sehr oft.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Ich habe mir einen 150 Jahre alten Samowar aus Russland gekauft. Man kann ihn heute nicht mehr benutzen, aber wenn man sich für Geschichte und alte Sachen interessiert, packt einen die Begeisterung zum Kauf.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Mein persönlicher Held ist Albert Schweitzer. Ich bewundere seine Lebensgestaltung, Konsequenz und die Ergebnisse seiner Arbeit.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese gerade „Revolutionary Russia 1891-1991, A history“ von Orlando Figes. Das Buch ist sehr spannend. Ich lese sehr viel – vor allem englische Literatur. Auch schreibe ich selbst Bücher über die Geschichte Dobbertins und des Klosters.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Meine Frau und ich sind keine regelmäßigen Fernsehgucker und deshalb verpasse ich auch keine Sendung. Wenn ich Fernsehen gucke, dann die Nachrichten auf BBC.

Wo trifft man Sie eher: Auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?

Weder noch. Als Junge war ich viel auf dem Fußballplatz.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Ich würde gerne Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, treffen. Sie könnte dazu beitragen, bei unserem Orgelbauvorhaben hinsichtlich der Finanzierung weiterzukommen. Aber es ist schwer, als Außenstehender an Prominente heranzukommen, um einen Termin zu vereinbaren.

Was kommt bei Ihnen auf den Tisch?

Meine Frau kocht hervorragend, ich habe kein Talent in der Küche. Rührei traue ich mir aber noch zu. Im Kühlschrank habe ich immer eine Flasche guten, schottischen Whiskey.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Meine schönste Erinnerung verbinde ich nicht mit einem Lied, sondern mit der Wassermusik von Händel. Ich habe mir relativ früh einen Plattenspieler gekauft und meine erste Schallplatte war dieses Musikstück.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?

Meine Frau malt sehr gerne großflächig, ich hingegen mag gerne Miniaturen. Bei besonderen Anlässen wie Geburtstage und Weihnachten schenkt sie mir ein neues Bild. Die stehen dann an meinem Bett.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Mein Traum ist es, in der restaurierten Klosterkirche dem Klang der dort stehenden Orgel zuzuhören. Wenn das erreicht ist, kommen die nächsten Träume.

Was werden Sie als Rentner machen?

Ich bin schon seit zwölf Jahren Rentner und genieße es, nicht mehr so früh aufstehen zu müssen.

Wem sollten wir ebenfalls diese Fragen stellen?

Joachim Mehner aus Dobbertin. Er hat einen herzensguten, fleißigen, den Menschen zugewandten Charakter.

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