Freude gebracht : Weihnachtsessen für Tafelkunden

Das Team des Elde 4 um Martina Krüger (2.v.l.) hatte die Tafelkunden eingeladen.
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Das Team des Elde 4 um Martina Krüger (2.v.l.) hatte die Tafelkunden eingeladen.

Etwa 80 Plauer werden regelmäßig von der Tafel unterstützt / Seit 2009 gibt es die Ausgabestelle in Plau am See

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22. Dezember 2014, 22:00 Uhr

„Es ist das erste Mal, dass mal jemand für uns eine Weihnachtsfeier veranstaltet“, war der Grundtenor der Kunden der Plauer Tafel, die am Mittwoch der Vorwoche zu einem zünftigen Weihnachtsessen in das Restaurant Elde 4 eingeladen waren.

Auf den Tischen standen Teller mit süßen Leckereien, es brannten Kerzen, für so manch einen Tafelkunden war dies die einzige stimmungsvolle Weihnachtsfeier.

„Ich hole mir alle 14 Tage Lebensmittel bei der Tafel ab“, sagt eine Kundin, die sich als Armutsrentnerin bezeichnet. 520 Euro Rente bezieht die alleinstehende Frau jeden Monat, 41 Euro Wohngeld erhält sie zusätzlich. „Da bin ich froh, dass es so etwas wie die Tafel gibt, wo man seine Vorräte regelmäßig auffüllen kann“, erzählt sie.

Es sind vor allem Obst und Gemüse, auch Dosen, Brot und Brötchen manchmal Wurst, die sich die Tafelkunden holen. Insgesamt versorgt die Tafel in Plau 41 Bedarfsgemeinschaften, das sind ca. 80 Bewohner, mit Lebensmitteln.

„Wir bekommen fertig gepackte Körbe, das ist gerecht“, meint die Rentnerin. „So kann sich keiner das Beste heraussuchen.“

In Plau gibt es seit 2009 die Ausgabestelle im Jugendklub am Bahnhof. Betreut wird die Tafel von Ehrenamtlichen des Frauenbundes, denen für ihr Engagement Dank gebührt.

Den Nachmittag haben die Tafelnutzer genossen. „Es hat toll geschmeckt, und man kommt mal raus, mit anderen ins Gespräch“, meinten sie.

Martina Krüger, die Betreiberin des Elde 4, freute sich, dass ihr Gedanke einer Benefizveranstaltung in der Region, in der sie tätig ist, so gut angenommen wurde und eine positive Resonanz fand. „Wir wollten einfach Menschen, denen es nicht so gut geht, etwas Gutes tun. In der Tafel fanden wir da einen guten Partner.“

Unterstützt wurde die Gastronomin, die erst am 1. September dieses Jahres ihr Restaurant eröffnet hat, von Chefs Culinar, einem Unternehmen, das das Restaurant beliefert. „Ich könnte mir vorstellen, mich im kommenden Jahr wieder zu engagieren. In welcher Form, das weiß ich heute noch nicht.“

Gut findet sie, dass sie auf diese Weise von den Problemen anderer Menschen gehört hat.

Ein Tafelnutzer, er ist Sozialhilfeempfänger, bedankt sich beim Hinausgehen. „Das war ein schöner Tag, es hat mir gefallen. Danke dafür“, verabschiedet er sich bei Martina Krüger. Diesen Dank gibt sie gern an alle Beteiligten weiter.

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