zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 12:22 Uhr

Vereinsleben : Wechsel im Arbeitslosenverband

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Dr. Heiko Hahnel löst in Lübz Jürgen Lather nach 26 Jahren im Amt ab. Bedenken gibt es vor immer höheren gesetzlichen Hürden.

von
erstellt am 19.Mai.2017 | 06:00 Uhr

Dr. Heiko Hahnel ist neuer Vorsitzender des Arbeitslosenverbandes, Ortsverband Lübz und Umgebung e.V. Er folgt Jürgen Lather, der dieses Amt seit Bestehen des hiesigen Vereins (1991) bekleidete, aus persönlichen und Altersgründen nun aber nicht noch einmal zur Wahl antreten wollte.

29 der insgesamt 38 Mitglieder des Ortsverbandes kamen gestern zur Wahl des neuen Vorstandes in den Versammlungsraum des Vereins in der Benziner Chaussee. Zwei hatten per Briefwahl abgestimmt. Ergebnis: Außer Dr. Hahnel als Vorsitzendem gehören dem Gremium künftig Anne Zimmermann (auch Stellvertreterin), Jürgen Lather, Jutta Sawatzki, Ute Hilberling und Anja Theuer an. Alle wurden einstimmig gewählt. Das gilt auch für Schatzmeisterin Ute Hilberling und Hannelore Micheel von der Ortsrevisionskommission, die zum Beispiel Finanzen und Beschlüsse des Vereins überprüft. Für Micheels Mitstreiterin Shanna Welsch votierten 27 Mitglieder, vier gegen sie. Zu Delegierten für den 14. Landesverbandstag in Gadebusch wurden Dr. Hahnel und Anja Theuer bestimmt.

Dem Motto des Arbeitslosenverbandes „Weil wir gebraucht werden“ sieht sich auch der neue Vorsitzende verpflichtet. Ein großes Problem sieht er eigenen Worten zufolge darin, dass sich Förderbedingungen ständig ändern und zudem die Hürden immer höher werden: „Allein im Finanzbereich und für die Schuldnerberatung etwa mussten wir vier Änderungsanträge ausarbeiten. Im Alltag bringt dies einen enormen bürokratische Aufwand mit sich. Warum wird es nicht einfacher gemacht und warum ist zum Beispiel die Schuldnerberatung offiziell noch ein ,Projekt’?“ Eine Kommune sei zwar dazu verpflichtet, eine Anlaufstelle dieser Art vorzuhalten, aber wie es ausgefüllt werden muss, habe der Gesetzgeber schwammig formuliert. So bestehe die Möglichkeit, trotz Verpflichtung leichter als freiwillige Leistung eingeordnet zu werden. „Man kann fördern, muss aber nicht – wir stehen wieder als Bittsteller da“, sagt Vorstandsmitglied Ute Hilberling. Der Missstand sei zwar immer wieder an verschiedenen Stellen angesprochen worden, getan habe sich jedoch nichts.

Dr. Hahnel zufolge werde der Arbeitslosenverband gerade in Wahlkampfzeiten parteiübergreifend gern als sehr wichtig dargestellt. „Aber wenn es ums Finanzieren geht, bleiben wir Freiwilligkeit“, sagt der Jurist. Sehr vielen wüssten nicht, dass der Arbeitslosenverband ein gemeinnütziger Verein ist, der für vieles kein Fachwissen habe, das aber seitens übergeordneter Verwaltungen etwa immer mehr gefordert werde. „Ich bin keine Bilanzbuchhalterin oder ähnliches, sondern jemand, der sich hier eingearbeitet hat. Ständig kommen aber neue, immer kompliziertere Forderungen“, so Ute Hilberling.

„Wie sehr man uns braucht, sehe ich zum Beispiel auch beim Außensprechtag der Schuldnerberatung in Goldberg“, berichtet Dr. Hahnel. „Dort habe ich öfter das Gefühl, dass irgendwann jeder zweite Einwohner zu mir gekommen ist.“ Positiv hervorzuheben sei an Goldberg, dass selbst diese Stadt trotz schlechterer finanzieller Lage als viele andere die Leistung des Arbeitslosenverbandes fördere – ein Schritt, vor dem sich immer mehr zurückziehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen