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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. August 2017 | 18:53 Uhr

Brandschutz : Was tun, wenn die Pommes brennen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Seit zehn Jahren engagiert sich Brandschutzexperte Volker Rochlitz an Schulen, in Kitas und Heimen. Er sensibilisiert seine Schüler für die Risiken

„Wisst ihr, warum eine Kerze sehr schnell erlischt, wenn man ein Glas darüber stülpt?“ Als Volker Rochlitz in der Plauer Grundschule seinen Brandschutzunterricht in der vierten Klasse der Plauer Kantor-Carl-Ehrich-Grundschule beginnt, hat er sofort die volle Aufmerksamkeit der Kinder. Fast alle Arme schnellen in die Höh’. „Ich weiß es!“, „Ich jaha auch!“ „Na, dann schieß mal los!“, fordert der 51-Jährige auf. „Weil ganz schnell kein Sauerstoff mehr da ist. Aber den braucht das Feuer, sonst geht es aus.“ „Richtig.“ Rochlitz ist zufrieden. Seit zehn Jahren gibt er Brandschutzunterricht. An Schulen im Altkreis Parchim, in Kindergärten, aber auch in Altenheimen und Behinderteneinrichtungen. Das ist wichtig, weiß der Karower. Auch in der Plauer Einrichtung ist er regelmäßig. „Wenigstens einmal im Jahr, das ist mein Ziel“, sagt er. Und er wird es nicht aus den Augen verlieren, wenn er sich ab diesem Jahr aus der Brandschutzerziehung zurückzieht. „Nach Plau werde ich trotzdem kommen. Die Zusammenarbeit mit der Grundschule läuft seit Jahren sehr gut“, sagt er und hat’s mit Schulleiterin Marion Kufahl längst besprochen. Dass Rochlitz den Unterricht kostenlos erteilt, dafür seine freie Zeit opfert oder sogar Urlaub nimmt, ist ein wichtiger Grund. „Vor allem aber ist uns die Brandschutzerziehung unserer Schüler wichtig. Und bei Herrn Rochlitz lernen sie den richtigen Umgang.“

Die Mädchen und Jungen der vierten Klasse kennen den Mann, der so viel über den richtigen Umgang mit Feuer weiß. Dreimal war er schon in ihren Unterricht gekommen. Jetzt fragt er ab. „Na, was habt ihr bei mir schon gelernt?“ „Dass man nicht mit Feuer spielen darf“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. „Und dass man niemals Kerzen brennen lassen darf, wenn man aus dem Zimmer geht.“ „Und wenn es doch mal brennt, zum Beispiel die Pommes in der Pfanne mit Öl?“, will Rochlitz wissen. „Dann darf man auf keinen Fall mit Wasser löschen.“ „Und wenn der Weihnachtsbaum in Flammen steht?“, hakt der Experte nach. „Dann muss man ganz schnell rauslaufen, die Tür zu machen und Hilfe rufen.“ „Die Nummer?“ „112.“ … Die Mädchen und Jungen haben in all den Jahren aufgepasst. Keine Antwort bleiben sie schuldig. „Und warum muss man sich dicht am Boden zum Ausgang bewegen, wenn es in geschlossenen Räumen brennt“, baut er in seinem Unterricht weiter auf dem Wissen auf, dass er schon vermittelt hat. „Weil das Feuer und auch der Rauch oben sind, nur unten kann man dann noch atmen“, ist die Antwort wieder richtig.

Ganz still ist es im Klassenraum der Vierten, als Volker Rochlitz von dem kleinen Jungen erzählt, der vor einigen Jahren beim Brand eines Kinderheimes versteckt in einem Schrank sein Leben verlor, weil er nicht wusste, wie er sich richtig verhalten muss. Kein Mucks ist zu hören, als er von zwei Kindern berichtet, die sich in einer Strohmiete ein Feuer anzündeten und diesen Leichtsinn ebenfalls mit ihrem Leben bezahlten. Volker Rochlitz, der als Brandschutzbeauftragter auf dem Flughafen in Parchim arbeitet, weiß, dass Beispiele wie diese auf die Kinder sehr abschreckend wirken, manchen vielleicht sogar Angst machen und deshalb auch ihr Ziel nicht verfehlen. „In meinem Unterricht – ganz egal ob bei den Kindern, bei Rentnern oder auch Behinderten – ist mir immer wichtig gewesen, dass meine ,Schüler‘ die Zusammenhänge verstehen und die Risiken begreifen. Denn nur so erreiche ich ihr Bewusstsein, und nur wenn das wach ist, bewahrt es vor Gefahrensituationen im Alltag“, ist sich Volker Rochlitz um die Wichtigkeit seiner Arbeit und seines Unterrichtes im Klaren.

 

 

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erstellt am 03.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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