Musikalischer Nachmittag : Warum mit Musik alles besser geht

Klappte super: Kopfrechnen mit Gesang.
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Klappte super: Kopfrechnen mit Gesang.

Mordsgaudi: Plauer Grundschulkinder erlebten musikalischen Spaziergang in die Ferien mit Liedermacher Wolfgang Rieck

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25. Dezember 2013, 20:00 Uhr

Musicus Spiritus und Adele Ukulele – das Verwirrspiel der Künstlernamen war komplett. Die zweiten bis vierten Klassen der Plauer Kantor-Carl-Ehrich-Grundschule waren zum Jahresabschluss am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien in das Kinder- und Jugendzentrum der Seestadt zu einem Mitmach-Konzert eingeladen. Dort präsentierte sich mit dem Rostocker Wolfgang Rieck ein Liedermacher, der alle diese Namen unter einem einzigen, flotten Hut vereinigte. Zuvor hatte er Kindern der Plauer Tagesstätten und den Erstklässlern noch als Käpt’n Klaas seine nicht ganz ernst zu nehmenden seemännischen Erfahrungen dargeboten – ein Programm, das keine Seekrankheit kannte und die tollsten Geschichten hören ließ. Der Liedermacher ist seit 1970 aktiv und ließ sich neben seinem Elektronik-Studium an der Gitarre ausbilden. Mit Joachim Piatkowski und der Gruppe „Liederjan“ wurde er auch im Ausland bekannt.

Den Plauer Grundschülern bot Wolfgang Rieck ebenfalls einen Auftritt der lebendigen Art, mit vielen Instrumenten – auch mit besagter Ukulele, einem gitarrenähnlichen Zupfinstrument. Adele, diese rotzfreche Göre, war lediglich in Form eines großen Plakats präsent. „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider...“ – wer kennt nicht diesen Klassiker des heiteren Beruferatens? Klar, dass die Grundschüler dabei inbrünstig mitsangen. Beim nachfolgenden Instrumenten-Quiz errieten sie alle Tonerzeuger – bis auf einen, den Eierschneider. Ein Riesengaudi war anschließend der musikalische Spaziergang über einen Bauernhof, wobei die Grundschüler als Stallgesangsverein eingespannt wurden. Ein Matrosen-Shanty ließ sie mit aller Kraft beim Refrain mitsingen und ihre Muskeln spielen. Sogar ein Ausflug in den Mathematik-Unterricht konnte leicht über die Bühne gehen, wenn er so musikalisch wie von Wolfgang Rieck präsentiert wurde – Kopfrechnen mit Gesang. Lautstark verdeutlichte er den Unterschied zwischen Flügel-, Tenor- und Jagdhorn, leise ließ er auf einer Spieluhr „Ein Männlein steht im Walde…“ erklingen. Als Tante und Onkel aus Amerika bei Adele zu Besuch kamen, musste sie sich mit einer Pantomime aus der Affäre ziehen: Weil sie kein Englisch konnte, wurde das Willkommenslied in internationaler Zeichensprache dargeboten: „Ein kleiner Matrose umsegelte die Welt…“. Die Lotosflöte löste Lachstürme aus, weil sich sofort jeder an die Geräuschkulisse von Dick-&Doof-Filmen erinnerte. Sogar mit einer Säge und einem Geigenbogen erzeugte Rieck eine Melodie – ein wahrhafter Musicus! Als er zum Ausmarsch „Muss i denn zum Städtele hinaus…“ anstimmte, wollten die Begeisterungsstürme kein Ende nehmen. Noch lange danach musste er die CDs signieren, die sich die Grundschüler gekauft hatten: „Warum mit Musik alles besser geht!“ Horst Kamke

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