25 Jahre Fal : Wangelin und ein Hauch Amerika

Freuen sich, das Projekt Gästecafé nach vielen Rückschlägen endlich zum Abschluss gebracht zu haben. Mitglieder und Freunde des FAL e.V. Links Geschäftsführer Klaus Hirrich.  Fotos: Simone Herbsr
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Freuen sich, das Projekt Gästecafé nach vielen Rückschlägen endlich zum Abschluss gebracht zu haben. Mitglieder und Freunde des FAL e.V. Links Geschäftsführer Klaus Hirrich. Fotos: Simone Herbsr

FAL lud zur Eröffnung des Gästecafés im Wangeliner Garten ein / Das ist dem traditionellen Wohnhaus der Navajo-Indianer nachempfunden

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03. April 2015, 21:00 Uhr

Ganzlins stellvertretender Bürgermeister Harald Benjo brachte es gestern auf den Punkt, als er sagte, der FAL e.V. besteht jetzt seit 25 Jahren, hat quasi Silberhochzeit und sich mit der Einweihung des Gästecafés selbst wohl das schönste Geschenk gemacht. Das Haus, wie im Grunde alles im Wangeliner Garten in ökologischer Bauweise errichtet, wird künftig das Empfangsgebäude für die Besucher sein. Es ist einem traditionellen Wohnhaus der nordamerikanischen Indianer Navajo nachempfunden.

Gestern war der große Tag und viele Gäste – Mitarbeiter, Vereinsmitglieder, Vertreter der Gemeinde und der Nachbargemeinde Plau, des Landkreises, des StALU und des Landwirtschaftsministeriums – waren nach Wangelin gekommen. Um zu gratulieren und dem Verein für den neuen Baustein im Gesamtensemble „Wangeliner Garten“ viel Erfolg zu wünschen.

Der Weg bis hierher war nicht leicht, betonte FAL-Geschäftsführer Klaus Hirrich gestern. Nach einem perfekten Start hatte es immer wieder Rückschläge gegeben. Die waren privater Natur, hingen mit finanziellen Engpässen und nicht zuletzt statischen Problemen und Baugenehmigungen zusammen, für die es letztlich drei Jahre brauchte. „Gerade deshalb kann das Ergebnis nicht hoch genug eingeschätzt werden“, sagte Hirrich und nannte es den Verdienst vieler Menschen. Darunter Mitarbeiter, Vereinsmitglieder, immer wieder aber auch die versierten Lehrer und Teilnehmer der verschiedenen Seminare im ökologischen Bauen und Putzen, die in der Wangeliner Einrichtung angeboten werden und längst international hoch im Kurs stehen. Denn auch das ist der FAL – Akademie für Lehmbau, die von der Boschstiftung unterstützt wird.

Dass gerade Ökologie und alte Handwerkstechniken am Gästecafé, in dem es auch die Produkte des Wangeliner Garten und weiterer FAL-Einrichtungen zu kaufen gibt, nicht zu kurz kamen, sticht dem aufmerksamen Besucher sofort ins Auge: Wände in Lehmbauweise, Holzständerwerk, Strohballen als Dämmung und als Herz des Hauses ein Finnischer Masseofen. Viel mehr Ökologie geht wohl kaum.

Das Konzept des FAL, einerseits Arbeit für die Menschen in der Region zu schaffen, andererseits die phantasievolle und in ihrer Art auch einmalige ökologische Schiene zu fahren, hatten es vor Jahren zum Leaderprojekt gemacht. Seit 2009 ist hier intensiv gebaut und entwickelt worden, gut 430  000 Euro wurden investiert, davon rund 330  000 Euro gefördert.

„Für uns war wichtig, dass das Engagement hier kein kurzes Aufflackern ist“, sagte Dr. Wolfgang Wienkemeier, der gestern stellvertretend für Landwirtschaftsminister Till Backhaus nach Wangelin gekommen war. Und tatsächlich sehe man auch die Verwurzelung des Vereins in der Region und seinen Enthusiasmus für die Region. Ähnlich formulierte es Plaus Bürgermeister Norbert Reier: Der FAL sei als Motor für die Region gestartet und startet mit diesem neuen Objekt innerhalb des Gesamtensembles neu durch. Auch Paul Schulz, ehemaliger Bürgermeister der früheren Gemeinde Buchberg, die ursprünglich Projekt-Träger war, ergriff das Wort: „Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass es vom Baubeginn bis zur Fertigstellung eine ganze Legislatur dauert. Nun hoffe ich, dass auch die Großgemeinde Ganzlin zu schätzen weiß, was sie hier für eine Perle hat.“

Die hat übrigens noch bis Ende April immer freitags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr und ab Mai bis September dann täglich 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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