20 Fragen An... : Wanderer zwischen Staffelei und Notenblatt

In ihrem Atelier sind sie häufig anzutreffen: Claus und Carola Swienty
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In ihrem Atelier sind sie häufig anzutreffen: Claus und Carola Swienty

Kreative Kämpfer für Kunst und Kompositionen: Das Künstlerehepaar Carola und Claus Swienty bleibt auch als Rentner ihrem Metier im Plauer Atelier treu.

svz.de von
13. März 2016, 12:00 Uhr

Musik und Kunst vermitteln Freude. Nach dieser Lebensphilosophie gestaltet das Künstlerehepaar Carola und Claus Swienty aus Plau am See seinen Alltag. Ihr Offenes Atelier an der Großen Burgstraße im Luftkurort ist ein Ort der Begegnung sowie des Kulturaustausches. Hier finden Musikunterricht, Malkurse und Chorproben statt. Von der künstlerischen Ausrichtung sind Carola und Claus Swienty unterschiedlich. Während er Musik komponiert, singt seine Frau dazu oder malt. Die Musik ihres Mannes inspiriert sie. Jetzt nahmen sich beide Zeit, SVZ-Volontärin Wibke Niemeyer die 20 Fragen zum Wochenende zu beantworten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?

Carola Swienty: Unser gemeinsamer Lieblingsplatz ist eine Bank in der Seeluster Bucht am Plauer See. Der See ist schuld, dass wir hier vor neun Jahren hingezogen sind.

Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort verändern?

Claus Swienty: Als Bürgermeister würde ich dafür sorgen, dass in unserer Stadt mehr Baumbestandsschutz umgesetzt wird. Viele Bäume werden abgeholzt, dabei sind sie gesund. Die zweite Veränderung wäre, dass die Große Burgstraße zum verkehrsberuhigten Bereich wird. Das Verkehrsaufkommen gleicht einer Bundesstraße.

Wo kann man Sie in der Region am ehesten antreffen?

Carola Swienty: Vor allem natürlich in unserem Atelier, denn hier leben und arbeiten wir unter einem Dach. Wir sind aber auch oft am Amtsberg. Hier toben und spielen wir mit unserer Labradorhündin Siri. Sie kam aus dem Tierheim in unsere Familie.

Was wollten Sie als Kind werden?

Claus Swienty: Ich wollte Kapitän auf hoher See und Komponist werden. Die Vorstellung, Schiff zu fahren und in der Kajüte auf einem Schifferklavier zu spielen, fand ich schön. Letztlich hat sich dann der Komponist durchgesetzt.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?

Carola Swienty: Mit Blockflötenunterricht. So konnte ich mein Können anderen beibringen und gleichzeitig finanziell unabhängig von meinen Eltern sein. Ich habe zwölf Anfänger in zwei Gruppen unterrichtet. Danach haben mir immer die Ohren geklingelt. Von dem verdienten Geld habe ich mir dann Bücher und Kleidungsstücke gekauft.

Was würden Sie gerne können?

Carola Swienty: Eine Partitur für ein großes Orchester schreiben. Ich habe so viele schöne Melodien im Kopf, die ich gerne aufschreiben würde. Für ein Instrument würde ich es schaffen, aber nicht für ein ganzes Orchester.

Was stört Sie an anderen?

Claus Swienty: Lügen. Sie begegnen uns überall im Alltag, ob im Fernsehen oder auf der Straße. Aber wir haben gelernt, damit zu leben.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Carola Swienty: Über den Satz „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen“. Diese Aussage habe ich mal aufgeschnappt und aufgeschrieben. Beim Aufräumen des Schreibtisches habe ich dann den Zettel gefunden. Die Aussage stimmt. Ich kann aber auch sehr gut über mich selbst lachen.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Carola Swienty: Jesus Christus. Ich würde ihn nicht als Helden, sondern als mein persönliches Vorbild bezeichnen. Seinen Lebensweg kann niemand toppen. Er ist ein Beispiel dafür, dass Wort und Tat zusammenpassen.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Claus Swienty: Aktuell lese ich „Kalter November“ von der schwedischen Autorin Karin Wahlberg. Die Schweden schreiben gute Krimis und haben ein Gespür für Dramaturgie. Ich habe einige Exemplare im Bücherregal stehen. Alternativ lese ich gerne Fachbücher.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Claus Swienty: Gar keine, denn wir haben keinen Fernseher. Mit dem Wandel der Digitalisierung haben wir unser Gerät abgeschafft. Das Programm ist mit der Zeit sehr flach geworden – ständig Wiederholungen, nichts Neues.

Wo trifft man Sie eher: Auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?

Carola Swienty: Weder noch, denn unsere Interessen liegen einfach ganz woanders. Sportliche Großveranstaltungen wie Fußball-EM oder WM verfolgen wir aber im Live-Stream auf dem Computer.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Claus Swienty: Den Pianisten Lang Lang. Es ist phänomenal zu sehen, wie viel Spaß und natürliche Freude er beim Klavier spielen hat. Mit ihm würde ich gerne mal ein Fachgespräch unter Musikern führen.

Was kommt bei Ihnen auf den Tisch?

Carola Swienty: Seit gut einem Jahr hauptsächlich veganes Essen. Das Thema Massentierhaltung hat uns betroffen gemacht und wir haben uns entschieden, die Essgewohnheiten umzustellen. Was das Kochen angeht, bin ich auch in der Küche sehr kreativ. Im Kühlschrank haben wir immer Hafermilch.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Claus Swienty: Mit der „Symphonie der Tausend“ von Gustav Mahler. Das haben wir im alten Amphitheater in Orange (Südfrankreich) unter freiem Himmel mit mehreren Chören aufgeführt. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?

Claus Swienty: Eine Aufnahme mit dem Gesang meiner Frau. Das hat mich sprachlos gemacht.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Carola Swienty: Mehr von dieser Welt sehen und reisen.

Was werden Sie als Rentner machen?

Carola Swienty: Das, was wir jetzt tun, tun wir bis zum Schluss: Kreativ sein.

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