zur Navigation springen

Stiftungen können Folgekosten nicht decken : Wald für Naturerbe: Übergabe stockt

vom

Die unentgeltliche Übergabe tausender Hektar ehemals volkseigener Wald- und Ödlandflächen an Naturschutzverbände, Stiftungen und die Landesverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern gerät ins Stocken.

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2012 | 08:13 Uhr

Schwerin | Finanzsorgen im Naturpark: Die unentgeltliche Übergabe tausender Hektar ehemals volkseigener Wald- und Ödlandflächen an Naturschutzverbände, Stiftungen und die Landesverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern gerät ins Stocken. Bund und Land hatten vor eineinhalb Jahren vereinbart, 8700 Hek-tar als nationales Naturerbe zu übertragen. Es stehe längst "flurstückskonkret fest", welche Flächen übertragen werden sollen, erklärte Johann Jacob Nagel, Regionalchef der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) in Schwerin - zum Nulltarif. Allerdings bitten die Stiftungen jetzt um Aufschub, da sie die Finanzierung der späteren Bewirtschaftung für die Naturschutzflächen oft noch nicht absichern könnten.

Bislang habe der Bund 5600 Hektar Wälder sowie Öd- und Umlandflächen mit hohem Naturschutzwert in Mecklenburg-Vorpommern abgegeben, teilte Nagel mit. Für 3143 Hektar stehe die Übernahme nach wie vor aus. Mit annähernd 7400 Hektar soll der Großteil an 14 vom Land benannte Naturschutzstiftungen und Verbände gehen, da-runter der Naturschutzbund (Nabu), die Deutsche Wildtierstiftung, Michael Suckow Stiftung, Umweltstiftung WWF oder die Stiftung Wälder für Morgen. Die Naturschützer sollen nach der Übernahme langfristig eine zumeist ehrenamtliche Betreuung dieser Schutzgebietsflächen sicherstellen. Ursprünglich sollte bereits 2011 die Übertragung weitgehend abgeschlossen sein. Bereits nach der alten Regelung im Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz hatte die BVVG seit 2001 rund 10 500 Hektar Naturschutzflächen in MV abgegeben.

Während der Wechsel von 1307 Hektar nationales Naturerbe an das Land bis auf 36 Hektar nahezu abgeschlossen und auch 800 von 1000 Hektar an die landeseigene Stiftung Umwelt- und Naturschutz überschrieben worden seien, könnten die Stiftungen die nach der unentgeltlichen Flächenübertragung notwendige Finanzierung beispielsweise für die Verkehrssicherung, den Umbau von Nadel- in Laubwälder oder die Entwicklung von Biotopen noch nicht absichern. Zudem sorgten Probleme bei der Zuordnung der Flächen für Verzögerungen. Nagel geht dennoch davon aus, dass die BVVG noch 2012 die Übergabe des nationalen Naturerbes abschließen werde.

Der Bund hatte 2009 zugesagt, insgesamt 29 000 Hektar aus dem Bestand der BVVG an die fünf neuen Bundesländer sowie verschiedene Naturschutzträger zu übertragen - als Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland und zur Sicherung der ökologischen Grundlagen für seltene Tier- und Pflanzenarten. In MV solle der Naturschutzbund (Nabu) den größten Flächenanteil erhalten - u. a. 60 Hektar nahe Bäbelitz am Trebelkanal, weitere 30 Hektar nahe Tangrim am Trebelkanal, sowie 20 Hektar bei Schlemmin nahe Ribnitz-Damgarten. Zudem wolle der Naturschutzbund 100 Hektar in Behren-Lübchin im Landkreis Rostock übernehmen - Lebensraum für den Schreiadler. Nabu-Chef Stefan Schwill wies die BVVG-Kritik zurück, die Stiftungen würden die Flächenübernahme verzögern. Vielmehr habe beispielsweise der Nabu seit Mai 2011 bei der BVVG einen Übertragungsvertrag für insgesamt 700 Hektar angefordert - bislang ohne Erfolg.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen