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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 19:51 Uhr

Neuerung : Von Vollverpflegung überzeugt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Skepsis gewichen: Zunächst kritisch gesehene Vorschrift zumindest von Kita „Rasselbande“ in Passow als großer Fortschritt eingeschätzt

von
erstellt am 26.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Auch Doris Eichholz, Leiterin der Kindertagesstätte (Kita) „Rasselbande“ in Passow, war eigenen Worten zufolge skeptisch, wie das neue Gesetz in die Realität umzusetzen sein wird. Seit Jahresbeginn muss eine Einrichtung wie die von ihr geführte die so genannte „Vollverpflegung“ – bestehend aus Frühstück, Mittag und Vesper am Nachmittag – anbieten. Vorher gab es mitgebrachte Brote und in der Kita gekochten Tee. Jetzt stehen neben dem stetig wechselnden Mittagessen Wurst, Käse, Gemüse, drei verschiedene Sorten Brot, Kräuter, Quark, Honig und auch ein bisschen Schokolade für die beiden anderen Mahlzeiten zur Auswahl. „Uns kommt es darauf an, alles abwechslungsreich zuzubereiten“, so die Leiterin, die mit ihren Kolleginnen Zwei- bis Sechsjährige betreut und die neue Zeit auch visuell unterstützen wollte, indem sie jeweils zwei große Teller und Körbe für Brot kaufte. Elf Kinder essen Frühstück, 16 Mittag und wiederum elf nehmen die Vesper zu sich.

Zum Mittag gehen alle gegen 11.30 Uhr in die Aula der benachbarten Grundschule, deren Kinder ihr Essen dann schon zu sich genommen haben. „Das kommt fantastisch an. Schon bevor wir losgehen, freuen sich alle darauf“, berichtet Doris Eichholz. „Sie füllen sich allein auf und essen so früh es irgend geht mit Messer und Gabel.“ Die Geschmacksnerven zeigen sich dabei sehr gut ausgebildet. „Max zum Beispiel hat schon gesagt, dass die Kartoffeln jetzt wie in der Kita schmecken, das andere jedoch deutlich besser sei“, sagt die Leiterin und lächelt.

Nach dem Mittagsschlaf von 12.30 bis 14 Uhr gibt es die Vesper. Bei ihr stehen neben Kuchen unter anderem Cornflakes, Kekse und verschiedenes Obst („ohne geht auch zu anderen Zeiten gar nicht“) zur Auswahl. Beim Essen trumpfte auch bereits Fabian auf, der Salat, Käse und Gurke so gekonnt auf einem Brötchen platzierte, dass alle anderen es nachbauten und aufaßen.

Während diverse Einrichtungen beim Essen pauschal abrechnen, muss in Passow nur das bezahlt werden, was das Kind auch verzehrt hat. Alle Eltern haben mit dem Essenlieferanten einen Vertrag abgeschlossen. Sie können ihn auch bis 8 Uhr anrufen und zum Beispiel mitteilen, dass ein Kind krank geworden ist, deshalb nicht kommt und das Essen problemlos abbestellen. Mittlerweile fänden alle die neue Regelung gut – auch deshalb, weil niemand sein Kind zuhause für fünf Euro (Preis für Inanspruchnahme des vollen Angebotes) verpflegen könne. Einer Großmutter zufolge fördere der neue Alltag die Selbstständigkeit. „Wir sind positiv überrascht“, sagt Doris Eichholz. „Die Kinder wollen unter anderem selbst den Tisch mit decken. Heute ist mehr zu tun als früher, aber – man staune – das kommt gut an.“ So fragt beispielsweise Finian öfter von sich aus, ob er helfen könne, bringt dann Besteck und Teller zum Tisch und stapelt Joghurt im Regal auf.

Auch Bürgermeister Frank Busch, der durchschnittlich einmal pro Woche in die Kita kommt, freut sich über die gute Entwicklung. Der Leiterin zufolge habe man sich im Vorfeld mit dem Elternbeirat, der Gemeinde sowie einem Vertreter des Amtes Eldenburg Lübz zusammengesetzt und über drei vorliegende Angebote entschieden. Über die neue Abrechnung wurde dann in einer Elternversammlung beraten.

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