Erhalt der Dorfkirche Techentin : Von Turmsanierung bis Glockenklang

Anno 2003: Bauklempner Walter Kurz und Propst Jens Krause holen die Kugel der Turmspitze von der Spitze geholt und öffnen sie. Außer einem Vogelnest war nichts mehr drin.
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Anno 2003: Bauklempner Walter Kurz und Propst Jens Krause holen die Kugel der Turmspitze von der Spitze geholt und öffnen sie. Außer einem Vogelnest war nichts mehr drin.

Seit zehn Jahren kümmert sich ein Förderverein um den Erhalt der Dorfkirche Techentin. Die Kirche, es ist eine Feldsteinkirche, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert datiert werden, bedurfte einer Sanierung.

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15. Mai 2011, 08:35 Uhr

Techentin | Seit zehn Jahren kümmert sich ein rühriger Förderverein um den Erhalt der Dorfkirche Techentin. Die Kirche, es ist eine Feldsteinkirche, deren Anfänge in das 13. Jahrhundert datiert werden, bedurfte einer dringenden Sanierung. Doch woher das viele Geld nehmen? Der damals amtierende Pastor Jens Krause und die Familie Helene und Joachim Köpcke waren die Initiatoren eines Fördervereines, der sich etliche Techentiner im Januar 2001 anschlossen. Ihr Ziel: Den Erhalt dieser kleinen Dorfkirche mit ihren hölzernen Kirchturm. "Die letzten Instandsetzungsarbeiten lagen bereits etliche Jahrzehnte zurück und der Verfall wurde immer klarer sichtbar. Durch die marode Holzschindeldeckung des Turmdaches drang ungehindert Feuchtigkeit ein, Risse in den Wänden deuteten auf ein Auseinanderbrechen des Mauerwerks hin. Der Dachstuhl des Kirchenschiffes musste dringend stabilisiert werden, um einen Zusammenbruch, wie in Barkow geschehen, zu verhindern. Da musste dringend gehandelt werden", sagte der heutige Vorsitzende des rund 40 Mitglieder fassenden Fördervereins Dorfkirche Techentin e.V. Maik Gustafson auf der gestrigen Festveranstaltung zum Jubiläum.

Maximilian vom Bruch, Dorothea Drägert, Viola und Fred Beckendorff, Joachim Uecker, Werner Westphal, Heinz Mende, Katrin und Birger Frahm, Ilona Peppel, Anneliese Wendorf, Lieselotte Westphal sowie Anette und Rolf Paarmann waren die Personen, die von Anfang dem Verein treu sind. Gemeinsam mit Stefanie Böhmker von der Kreiskirchenverwaltung wurde ein aktiver Verein unter der Leitung von Helene Köpcke aus der Taufe gehoben, der bis heute an seinem Engagement und Ausstrahlung nichts verloren hat. Bereits im ersten Jahr des Bestehens konnten Spenden von rund 8000 Euro auf das Baukonto überwiesen werden. Möglich wurde dies durch eine Förderung der Sparkasse Parchim-Lübz, und durch eigene Spenden. Es hatte sich herumgesprochen, dass wieder viel Leben an und in der Kirche herrscht. So steigerte sich das Interesse und nach einem Jahr zählte der Verein bereits 38 Mitglieder. Der Erfolg ließ nicht lang auf sich warten. "Es wurde eine Notsicherung am Dachstuhl durchgeführt, verschiedene kulturelle Veranstaltungen organisiert, erste Kontakte zu Sponsoren geknüpft und ein Schaukasten wurde vor der Kirche aufgestellt", erinnert Gustafson an diese Zeit.

Viele Förderer, Sponsoren und andere Vereine wurden ins Boot geholt werden. Und dann kam der feierliche Augenblick: Der Start des ersten Bauabschnittes, die Sanierung des Kirchturmes. Am 27. September 2003 nahmen der Bauklempner Walter Kurz und der damalige Propst Jens Krause die Kugel von der Turmspitze der Techentiner Kirche. Große Spannung herrschte, als die Kugel geöffnet wurde, doch außer einem Vogelnest befand sich nichts darin. Bereits ein dreiviertel Jahr später war der hölzerne Kirchturm nicht wieder zu erkennen und er zeugte weithin sichtbar von den Leistungen des Vereins und der Bauleute. Nun sollten die Sanierung des Dachstuhls des Kirchenschiffes sowie des Außenmauerwerks folgen. "Die Sanierung gestaltete sich relativ schwierig. So musste das Mauerwerk teilweise im oberen Bereich erneuert werden, da dieses aus Findlingen bestand, die nur im Kalk lagen und sich im Laufe der Jahrhunderte setzten und Hohlräume bildeten. Auch einige Stürze mussten erneuert werden", erläuterte seinerzeit Albert Rogmann, dessen Parchimer Baufirma sich mit Restaurierung und Sanierung kirchlicher Bauten einen Namen gemacht hat. Auch die folgenden Bauabschnitte wurden trotz mancher Hindernisse gemeistert. Nach nur sieben Jahren und den Kosten von einer knappen halben Million Euro konnte im April 2008 in der Kirche ein Festgottesdienst gefeiert werden.

Doch auch danach legte der Förderverein die Hände nicht in den Schoß. Immer neue Herausforderungen fanden sich, so wie die Restaurierung der Orgelempore. Demnächst soll die Trockenmauer erneuert werden und man sucht eine zweite Kirchenglocke. Von einst drei Glocken wurden 1917 zwei für Kriegszwecke eingeschmolzen. 1926 wurde eine Ersatzglocke beschafft, die aber 1943 das gleiche Schicksal erlitt wie ihre Vorgänger. Die jetzige ist die kleinste der damals drei Glocken und stammt aus dem Jahre 1850.

"Im Rückblick ist die Gründung des Fördervereins als Team bildende Maßnahme unseres Dorfes zu betrachten, die erheblichen Einfluss auf die Gestaltung kultureller und baulicher Maßnahmen in Techentin in den letzten zehn Jahren hatte", resümiert der Vereinsvorsitzende Gustafson.

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