zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 13:48 Uhr

Brandschutz : Von seinem Engagement begeistert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Lübz’ Feuerwehr steht unter neuer Führung. Bürgermeisterin Gudrun Stein hebt die großen Verdienste des bisherigen Chefs Olaf Richter hervor.

von
erstellt am 10.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Der Öffentlichkeit bisher kaum bekannte grundlegende Veränderung in Lübz: Olaf Richter ist nicht mehr Chef der städtischen Feuerwehr. Er wurde bereits am 14. Januar auf einer Mitgliederversammlung abgewählt, wie Bürgermeisterin Gudrun Stein auf einer Dringlichkeitssitzung der Stadtvertreter am Donnerstagabend mitteilte. Neuer Wehrführer für zunächst sechs Jahre ist jetzt Enrico Fuhrmann, Stellvertreter Dirk Rehberg. Dessen Posten hatte bisher Danilo Urbutat inne, der jedoch nicht zur Wiederwahl in Lübz antrat. Er wird im März zum Amtswehrführer ernannt (wir berichten noch). An der Versammlung im Januar nahmen 54 von 59 Stimmberechtigten teil. Für die Wahl des Wehrführers gab es drei Bewerber, von denen im ersten Durchgang jedoch keiner die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erlangte. Wie ano-nym aus Feuerwehrkreisen zu hören, soll es interne Meinungsverschiedenheiten gegeben haben.

Der Name Richter ist mit der Feuerwehr in Lübz so eng verbunden, wie es an kaum einem anderen Ort sein dürfte. Horst Richter, Onkel des jetzt Abgewählten, war rund 40 Jahre in ihr aktiv, Neffe Olaf unter seiner Leitung zunächst sechs Jahre lang stellvertretender Wehrführer, bevor er das höchste Amt 2004 selbst übernahm. 1993 habe er zudem eigenen Worten zufolge „aus dem Nichts“ mit dem Aufbau einer Jugendwehr begonnen, um sich auch auf diese Weise den Sorgen um ausbleibenden Nachwuchs zu widmen – ein von ihm immer wieder angesprochenes Thema. Auf die Frage, worin Richter einen Grund für die Wahlniederlage sieht, antwortet er: „Ich habe alles sehr gern getan. Gerade als Wehrführer ist mir jedoch bewusst, dass auch wir uns trotz aller Freiwilligkeit an Gesetze zu halten haben – man schwört auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Wir befinden uns also in keinem rechtsleeren Raum, was nicht nur jedem bewusst ist, sondern auch nicht gefällt.“ Näher äußern wolle sich Richter zu der zumindest für Außenstehende überraschenden Wende nicht. Sein Stellvertreter sei eigenen Worten zufolge äußerst froh darüber, dass sich Richter trotz der Abwahl weiter in der Lübzer Feuerwehr gerade im Bereich der sehr wichtigen Ausbildung von Nachwuchs engagieren wolle: „So geht reich vorhandenes Wissen wenigstens nicht verloren.“

Bei der Verabschiedung der bisherigen Wehrführung am Donnerstagabend hob Bürgermeisterin Gudrun Stein ihre Verdienste ausdrücklich hervor. „Es ist beeindruckend, in der Stadt solch eine starke Feuerwehr zu haben – absolut nicht selbstverständlich!“, sagte sie vor den Stadtvertretern und ergänzte gestern in einem Telefonat mit unserer Redaktion, dass sich Richter rund um die Uhr für die Feuerwehr engagiert habe. Allein seine jahrelange, vorausschauende Arbeit mit dem Nachwuchs habe dafür gesorgt, dass aus ihm trotz vieler äußerer Schwierigkeiten auch immer wieder Mitglieder in den aktiven Dienst wechselten. „Bei den Rechenschaftslegungen, an denen auch ich teilnehme, konnte man immer nur begeistert darüber sein, was diese stabile Wehr stets geleistet hat, wobei vieles im Hintergrund geschah“, sagt Gudrun Stein. „Bei Olaf Richter ist es eine Arbeit von fast einem Vierteljahrhundert – eine Leistung, die man kaum in Worte fassen kann. Auf jeden Fall wurden sehr große Fußspuren hinterlassen.“ Weil keiner der beiden neuen Männer an der Spitze der Feuerwehr in ihr bisher einen leitenden Posten bekleidet habe, sei die künftige Aufgabe ohne Frage eine Herausforderung – nicht zuletzt auch deshalb, weil es Erwartungen und liebgewordene Gewohnheiten gebe. Für Enrico Fuhrmann und Dirk Rehberg gelte es jetzt, einen eigenen Weg zu finden.

Auch die Bürgermeisterin denkt, dass der bisherige Wehrführer vielleicht nicht von allen akzeptierte, wenn auch notwendige Entscheidungen getroffen habe, durch die er mit einem Teil der Kameraden in Konflikt geraten sein könnte: „Gerade auf leitender Ebene sind aber öfter auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Ich habe der neuen Führung meine Hoffnung mit auf den Weg gegeben, dass sie alle Kameraden stets heil wieder nach Hause bringen und es ihnen hoffentlich gelingt, wie die Vorgänger als Team zusammen zu arbeiten.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen