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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. Oktober 2017 | 04:22 Uhr

Einsturzgefahr : Von Haus Nummer 6 fernhalten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Das stark verfallene Wohngebäude in der Lübzer Plauer Straße wird immer unsicherer. Ein Eingriff in Privateigentum durch die Behörden ist erst sehr spät möglich.

svz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 23:00 Uhr

Lübz Schon fast zu kleinstädtischer Berühmtheit gekommen ist das Haus Plauer Straße 6, weil sich viele mittlerweile fragen, was dieses Gebäude noch wie lange aufrecht hält. Der Verfall ist so weit vorangeschritten, dass es zumindest oben keine Zimmerdecke mehr gibt und zum Beispiel einer der tragenden Balken, auf dem normalerweise mit der Dachstuhl ruht, frei in der Luft hängt. Dies deshalb, weil sich unter ihm kein Mauerwerk mehr befindet, auf dem er aufliegen sollte.

Weit geöffnet ist seit längerem  der Flügel eines Fensters in der Fassade, den anderen hat es auch nicht drinnen gehalten. Baufachleute sehen darin möglicherweise ein Zeichen, dass genannter Balken von oben direkt auf den sichtbar nach unten gewölbten Rahmen drückt/gedrückt hat – was er natürlich nicht dürfte. Eine Rahmenseite steht deshalb nicht mehr senkrecht. Doch egal, ob permanenter Druck von oben mit dafür gesorgt hat, dass das auch vorher nicht ganz geschlossene Fenster ein bisschen weiter aufgesprungen ist oder nicht: Fest steht, dass das Haus auch besonders wegen des undichten Daches immer stärker verfällt. Frost hat die Dachziegel flächendeckend zerplatzen lassen. Mittlerweile kann jeder Fußgänger durch genanntes Fenster wegen der abgestürzten Zimmerdecke tief hineinschauen und auf der Rückseite des Gebäudes durch Löcher im Dach wieder den Himmel ausmachen. „Bei Häusern dieses Alters – schätzungsweise aus dem 18. Jahrhundert – bestehen die Decken aus in die tragenden, ausgekerbten Balken eingesetzten Holzstangen, die mit einer Masse aus Lehm und Stroh umwickelt sind“, sagt Fred-Jan Salomon, Leiter des Fachbereiches Bau in der Stadt Lübz und im Amt Eldenburg Lübz. „Lehm gilt gerade heute als baubiologisch für den Menschen sehr gesundes Material, ist jedoch sehr empfindlich, was Feuchtigkeit betrifft. Ist zum Beispiel das Dach undicht, wird die Last durch das Wasser im Lehm leicht zu groß, so dass es bei einem Einsturz erfahrungsgemäß auch leicht zu einer Kettenreaktion kommen kann.“

Sie hat an Haus Nummer 6 schon für Erschrecken gesorgt, woran sich Bürgeramtsleiter Thomas Rosenfeldt (und damit ebenfalls für Ordnungsfragen zuständig) noch gut erinnert: „Vor ein paar Jahren bekam ich einen Anruf, dass  vom Dach abrutschender Schnee zur Straße hin nicht nur die Dachrinne, sondern auch gleich das gesamte Traufbrett mit in die Tiefe gerissen hat. Gott sei Dank ist dabei niemandem etwas passiert.“

Dieses Vorkommnis ist Auslöser dafür, dass die Stadt den Bürgersteig vor dem Haus Nummer 6 und dem benachbarten, das ebenfalls seit vielen Jahren leer steht, mit einem Bauzaun sperren lässt. Grundsätzlich ist der Eigentümer einer Immobilie dafür zuständig, dass von ihr keine Gefahr ausgeht, doch oft habe man es mit unklaren Eigentumsverhätnissen zu tun oder der Besitzer für die Erhaltung kein Geld. Auch die Bürgermeisterin hatte früher schon einmal geäußert, dass ihr bei Privateigentum grundsätzlich erst einmal die Hände gebunden seien. Erst, wenn gar nichts mehr geht, besteht die Möglichkeit der „Ersatzvornahme“, was bedeutet, dass die Stadt beziehungsweise der Kreis, bei dem die Bauordnungsbehörde angesiedelt ist, einen Abbruch veranlasst.

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