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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 18:02 Uhr

Kreien : Von A wie Adler bis Z wie Zeisig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Das Kulturhaus Mestlin veranstaltete mit BUND-Mitglied Peter Maass einen Nachmittag mit der heimischen Vogelwelt. Er hatte verschiedene Demonstrationsobjekte mitgebracht.

Hätten Sie gewusst, dass der Wanderfalke 320 Kilometer pro Stunde zurücklegen kann und somit der schnellste Vogel der Erde ist? Dass es im Land insgesamt fünf Adlerarten gibt und dass sich fünf Gänsearten hier neu angesiedelt haben? Nämlich die Niergans, die Kurzschnabelgans, die Streifengans, die Schneegans und die Nonnengans? Peter Maass aus Kreien, ehemals Forstwirt, heute noch konsequenter Waldgänger, Hobbyornithologe und Mitglied im BUND und bei Greenpeace, ein Naturmensch und -schützer, hat es gewusst und seinen Wissensschatz in der sogenannten „Gaststätte“ in Mestlin vor Publikum Stück für Stück enthüllt.

Maass’ gesammeltes Wissen schien so enzyklopädisch wie seine Schaustücke – kunterbuntes Strandgut aus der Vogelwelt – anschaulich waren. Im gemütlichen Schankraum hatte Maass seine malerischen Requisiten auf einer Holzbank aufgebaut, um sie anschließend Stück für Stück ins Scheinwerferlicht seines Vortrags zu rücken. Und der Vogelkundige traf auf ein sehr interessiertes Publikum, das sich aus Wolfsburg, Schwerin, Güstrow, Parchim und Goldberg hier eingefunden hatte.

In einer irgendwie altväterlich nach Schule aussehenden Vitrine, die Maass mitgebracht hat, stehen sie endlich still, einige präparierte Vertreter unserer gefiederten Freunde, und können bewundert werden. Federn von Raubvögeln hat Maass natürlich auch dabei, hebt sie hoch und fragt: „Wer weiß denn, was das für Federn sind?“ Obwohl die meisten Gäste vieles über Vögel wissen, im Federnraten sind sie nicht so gut. Großes Interesse finden schließlich die ausgewürgten Gewölle, die Maass auf seinen Streifzügen sammeln konnte. Sie geben nicht nur Auskunft über die Vogelmahlzeiten, sondern auch über das Vorkommen bestimmter Tiere in den jeweiligen Gebieten. Irgendwann macht auch ein rührend kleiner Meisenschädel die Runde, ein winziges Knochendreieck in durchsichtiger Kapsel.

Eine auffällige Vorliebe zeigt Maass für so erstaunliche wie eingängige Superlative. So durfte man sich merken: Der kleinste deutsche Vogel ist das Goldhähnchen, der seltenste die Trappe und der häufigste nicht etwa der freche Spatz, sondern der Buchfink. Eine Gans fliegt 10  000   Meter hoch und der beste Stimmenimitator (nach Matthias Richling) ist der Star: „Der macht jeden Vogel nach“, sagt Peter Maass. Dann geht es hinaus. Der Mestliner plant einen Rundgang durch das Dorf, eine Pirsch auf Vogelstimmen. Kaum ist er vor die Tür getreten, hat er auch schon im fernen Gezwitscher mehrere Stimmen erkannt und nennt die Sänger beim Namen. Wenn er sich nicht irrt, ist diese Analyse phänomenal. Und dann, auf einem winzigen Bäumchen am großen grauen Marx-Engels-Platz, entdeckt Peter Maass, immer die Natur im Sucher, sofort ein Vogelnest.

 








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