Stephanushauses Goldberg : Vom Traumberuf der Altenpflege

<fettakgl>Wollte eigentlich Pferdewirtin werden:</fettakgl> Doch dann hätte Laura Schwarz (r.) wohl Rita Schröder nicht kennen gelernt.' <foto>sabrina panknin</foto>
Wollte eigentlich Pferdewirtin werden: Doch dann hätte Laura Schwarz (r.) wohl Rita Schröder nicht kennen gelernt." sabrina panknin

Laura Schwarz ist 17 Jahre jung und doch wusste sie schon früh, was sie lernen will: Altenpflegerin sollte es sein. Ihr Traumberuf schlechthin. Nun ist sie im Stephanushauses Goldberg und hilft älteren Menschen.

svz.de von
23. Januar 2013, 10:28 Uhr

Goldberg/Peckatel | Der Metallwagen klappert über den Flur. Im gesamten Gebäude hallt der Ton wider. Im Eingangsbereich des Stephanushauses Goldberg sitzen zwei ältere Herren auf zwei Stühlen und beobachten das geschäftige Treiben des Altenpflegeheims in Trägerschaft des Diakoniewerkes Kloster Dobbertin. Es ist vormittags, die Uhr zeigt 10.30 Uhr an - Frühstück ist schon lange vorbei, das Mittagessen in Vorbereitung. Hier und da wird getratscht, geschnattert und gelacht. Doch ein oder zwei schweigen auch und beobachten nur - wie die zwei Herren auf ihren Stühlen. Das Stephanushaus Goldberg ist seit vergangenem September der Arbeitsplatz von Laura Schwarz. Ganz in weiß gekleidet kommt sie den Flur entlang. Ihre blonden langen Haare hat sie zu einem Zopf gebunden. Ihre Wangen sind gerötet, ein Lächeln zeichnet sich im Gesicht ab. Sie mag ihren Beruf, das ist der 17-Jährigen anzusehen.

Die junge Peckatelerin ist eine von wenigen, die aus voller Überzeugung ihren Beruf gewählt haben - mit Herz lernt sie gerade Altenpflegerin. "Ich bin damit aufgewachsen, meine Mutter arbeitet auch als Altenpflegerin. Ich war früher schon immer mal mit bei der Arbeit", erklärt Laura Schwarz ihre Berufswahl. Doch auch Zukunftsgedanken spielten bei ihrer Ausbildungsplatz suche eine Rolle. "Die Altenpflege ist einfach ein Beruf mit Zukunft. Alt werden wir ja alle." Das zeigte sich auch nach ihrem Schulabschluss - zwei Bewerbungen reichten aus, um eine Lehrstelle zu bekommen. "Ich hatte mich auch in Schwerin beworben, doch hier in Goldberg gefiel es mir besser. Außerdem arbeitet mein Papa am Kloster in Dobbertin", erzählt Laura Schwarz. Auch wenn die 17-Jährige schon früh wusste, wohin ihr beruflicher Weg sie führen wird, musste sie sich dennoch an einiges neu gewöhnen. "Das frühe Aufstehen ist schon anders als zu Schulzeiten." Und die erste eigene Wohnung musste bezogen werden. Ein kleines Zimmer in Goldberg nennt Laura Schwarz seit vergangenem September ihr Heim, doch zu Hause ist sie immer noch bei ihren Eltern in Peckatel. "Immer wenn ich frei habe, fahre ich zu meinen Eltern." Dort warten dann nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihre drei Brüder. Zwei sind älter und einer jünger - doch alle machen beruflich etwas anderes. "Meinen Brüdern war es eigentlich egal, was ich beruflich mache, Hauptsache war, dass ich einen Job finde."

Morgens um 6.30 Uhr beginnt für Laura Schwarz der Tag. Dann steht eines als erstes auf dem Plan: die Morgenpflege. Ganzkörperwaschungen, Toilettengänge gehören dazu. Auch die Betten für die Bewohner im Stephanushaus Goldberg zu machen, ist ihre Aufgabe. Berührungsängste hatte die 17-Jährige nie. "Dadurch, dass ich damit groß geworden bin, kannte ich das alles schon. Auch mit Ekel hatte ich noch nie Probleme", erzählt sie. Doch nicht nur damit setzt sich die Altenpflegeschülerin auseinander, sondern auch mit dem Thema Tod. "Das gehört dazu. Einen echten Notfall habe ich aber noch nicht erlebt. Es ist natürlich nicht schön für den Patienten, aber sicherlich hilfreich für mich", verdeutlicht Laura Schwarz.

Wenn die junge Auszubildende ihre Lehre abgeschlossen hat, weiß sie ebenfalls, wohin ihr Weg sie führen wird. "Ich werde dann noch ein paar Jahre in dem Beruf arbeiten und dann meinen Schein zur Pflegedienstleitung machen", erzählt sie und lächelt. Die roten Wangen glühen ein wenig. Gleich muss sie wieder los und sich um ihre Bewohner kümmern. Ob älterer Herr oder ältere Dame, eine von ihnen hat sie dabei besonders ins Herz geschlossen: Rita Schröder. Mit ihr versucht sie häufiger ein bisschen Zeit zu verbringen. "Ich wurde von allen Bewohnern und auch Kollegen gut angenommen", sagt Laura Schwarz und freut sich sichtlich darüber. Abstand von ihrem beruflichen Alltag findet die 17-Jährige neben ihrer Berufschule auch bei ihren Freunden. "Meine Freunde haben keine Abwehrhaltung gegenüber meinem Beruf, sind eher stolz auf mich", erzählt sie.

Wenn alles glatt läuft, dann hat sie einen Wunsch: Sich Gemeinsam mit ihrer Mutter selbstständig machen und den eigenen Pflegedienst leiten.

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