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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 22:22 Uhr

Werder/Passow : Vollverpflegung in Kitas gesichert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Einrichtungen in Werder und Passow steigern Attraktivität. Außerdem wurden die Hebesätze und die Pacht für Gemeindeland in Werder angehoben.

von
erstellt am 17.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Gemeindevertreter in Werder hatten auf ihrer jüngsten Sitzung über die vom Bürgermeister getroffene Eilentscheidung zur Einführung der Vollverpflegung (neben Mittagessen zusätzlich jetzt auch Frühstück und Kaffee) einschließlich Abrechnung für die Kita „Weltentdecker“ zu befinden. Sie läuft seit dem 1. September.

Nach Auskunft von Bürgermeister Berno Schmalfeldt waren auf die Ausschreibung drei Angebote eingegangen. Anschließend habe man mit Elternvertretern darüber beraten, wobei der Preis eine große Rolle spielte – bei weitem jedoch nicht die einzige: Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass sich die Eltern Qualität wünschen. Weil diese jedoch niemand einschätzen konnte, habe man sich letztlich nach dem Preis gerichtet, der fast dem alten entspreche. „Allerdings ist es so, dass kein Essenlieferant mehr die Ausgabe übernimmt“, sagt Schmalfeldt. Deshalb habe die Gemeinde dafür sowie für die Zubereitung der beiden anderen Mahlzeiten eine Kraft eingestellt, was sie sich wegen der prekären Haushaltslage genehmigen lassen musste. Zutaten für Frühstück und Kaffee kaufe die gerade Eingestellte selbst ein. Die beschriebene Regelung gilt zunächst für ein Jahr.

Auch in Passow stand dasselbe Thema unlängst auf der Tagesordnung. Während hier in der Kita „Rasselbande“ nach Aussage von Bürgermeister Frank Busch früher nur knapp 20 Kinder Essen bekamen, sei die Zahl mittlerweile auf über 40 angestiegen.

Kosten spielten in Werder auch beim an diesem Tag mitbehandelten Thema Hebesätze eine Rolle. Damit einer Kommune finanzielle Unterstützungen wie etwa Fördermittel und Sonderbedarfszuweisungen nicht gestrichen werden, was eindeutig droht, müssen sich die in ihr geltenden Werte auf Landesdurchschnitt befinden. Ein Gemeindevertreter bemerkte, dass Werder noch vor ein paar Jahren nicht nur auf Landesdurchschnitt, sondern sogar 20 Prozent darüber lag. Die Frage sei, wohin die Spirale führe solle.

Um die Gemeinde finanziell nicht noch mehr in Not zu bringen, wurde letztlich einstimmig beschlossen, ab 2018 die Grundsteuer A von 300 auf 307 Prozent, die Grundsteuer B von 370 auf 396 und die Gewerbesteuer von 335 auf Prozent anzuheben. „Und danach geht es dann wieder von vorn los“, so ein Gemeindevertreter kritisch. Der Aussage, dass das Vorgehen – so wörtlich – „Erpressung“ sei, stimmte auch der Bürgermeister zu. Eine andere Wahl bleibe jedoch nicht.

Außerdem ging es um die Anpassung der Pachten für Gemeindeland, die ebenfalls unterdurchschnittlich hoch waren. Mit der Genehmigung des aktuellen Haushaltes sei die Anordnung gekommen, dies zu ändern – wenn in diesem Fall auch freiwillig, weil Zwang dazu nur bei Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse bestehe, was nicht der Fall sei. Der Haushalt in Werder ist schon lange unausgeglichen. Entschieden wurde, die Pacht von bisher 5,80 auf 6,70 Euro pro Quadratmeter zu erhöhen, um keine Schwierigkeiten bei der Haushaltsgenehmigung zu bekommen..

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