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Zukunftskonferenz zur frühkindlichen Bildung : Vierzehn wollen (Kinder) "schaukeln"

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"Anschwung für frühe Chancen" heißt ein Bundesprogramm zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung des Familienministeriums. Ausgangspunkt ist, dass die frühkindliche Förderung noch keinen gebührenden Stellenwert hat.

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erstellt am 27.Mär.2012 | 04:28 Uhr

Dargelütz | Der große Saal des Jugendfördervereins Parchim-Lübz im Wald von Dargelütz erschien auf den ersten Blick ziemlich überdimensioniert für die Teilnehmerzahl. Gerade mal 14 Personen waren der Einladung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung zur sogenannten Zukunftskonferenz für den gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim gefolgt. Was diese wenigen regionalen Akteure - leider nur aus der Parchimer Gegend - bewegte, füllte jedoch nicht nur das Zeitlimit von 9 bis 16 Uhr sondern auch das sorgsam vorbereitete Umfeld "stramm" aus.

"Anschwung für frühe Chancen" heißt - etwas holprig für hiesigen Sprachgebrauch - ein nagelneues Bundesprogramm zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung aus dem Hause der Familienministerin Kristina Schröder BMFSFJ (siehe auch www.anschwung.de). Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass "die frühkindliche Förderung in Deutschland noch nicht den gebührenden Stellenwert genießt und ihr Gelingen zu sehr von örtlichen Voraussetzungen abhängt".

Gastgeberin Bärbel Becker, Moderator Pascal Engel und ihr Team vom Berliner Servicebüro hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um ein Forum zu schaffen für diejenigen, die sich "für gute Entwicklungsbedingungen von Kindern zwischen 0 und 10 Jahren stark machen" wollen.

Vertreter von DRK, Volkssolidarität, ZiP, Kreisjugendring, Nachwuchsakademie PANAK, Lewitz-Werkstätten gGmbH, LEB-Bildungszentrum, Kindertagespflege und deren Förderverein sowie Stadtverwaltung Parchim und den Fachdiensten Jugend sowie Soziales vom Landratsamt Ludwigslust-Parchim brachten ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven ein. Die lockere Gesprächsrunde inmitten beschreibbarer Pinnwände verständigte sich zunächst "auf Augenhöhe" über die aktuelle Situation, diskutierten dann in kleineren Gruppen Ziele und Visionen, um daraus schließlich Handlungsstrategien zu entwerfen.

"Wir hegen die Hoffnung, dass sich aus dieser ersten Runde gleich konkrete Verabredungen zum gemeinsamen Weitermachen ergeben", meinte die Sozialwissenschaftlerin Bärbel Becker, die Hand in Hand mit einer Psychologin eines von derzeit vier Beraterteams leitet.

Diese sollen zunächst von Berlin, Dresden und Trier aus in allen 16 Bundesländern (bildlich: wie an einer Kinderschaukel) "Anschwung" geben für bis zu 600 lokale und regionale Initiativen aus mindestens drei Partnern wie Bürgermeistern, Amtsleitern, pädagogischen aber auch medizinischen Fachkräften, Eltern, Vereinen und Wohlfahrtsverbänden sowie ehrenamtlich engagierten Bürgern einschließlich ihrer Netzwerke.

Für 12 bis 18 Monate steht diesen Initiativen dann bis Ende 2014 fachkompetente und engagierte Prozessbegleitung durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung zur Seite, welche aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums sowie des Europäischen Sozialfonds ESF gefördert wird.

Kirsten Jansen und Iris Schwager aus den Lewitz-Werkstätten gingen am Ende dieses intensiven Konferenztages frohen Mutes heimwärts, weil sie hier in Dargelütz für ihr "gerade beschrittenes Neuland" als Träger einer Kindertagesstätte zweckdienliche Partnerschaften konkret verabreden konnten. Auch Ralf Westendorf vom Parchimer Kreisjugendring nahm aus dieser Zukunftskonferenz vielversprechende Impulse mit. Vor allem der hier erlebte Umgang miteinander machte ihn hoffnungsfroh und nicht zuletzt die Einigkeit darüber, wo es um so etwas Wichtiges wie die Kinder geht, "immer die Eltern mitzunehmen".

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