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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. Oktober 2017 | 09:52 Uhr

engagement : Vier neue Museumsführer für Lübz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Pünktlich zum Ferienstart erhielten die Schüler ihre erste Einführung durch Ilona Paschke / Bald führen sie Besucher durch das Museum

Da sind sie nun. In Erwartung eines einführenden Museumsrundgangs drängen sie sich zuerst noch um einen Tisch mit roter Oma-Plüschdecke. An der Wand über ihnen eine Schautafel: „Der Weg des Kachelofens von Hamburg ins Museum.“ Sie sind zu viert und zählen jeweils zwölf oder dreizehn Lebensjahre, jede einzelne Kachel an der Wand hinter ihnen ist wahrscheinlich doppelt so alt wie die vier zusammen. Dennoch soll das Museale ihr Thema werden: Ayleen (13), Florian (13), Hanna (12) und Henriette (13) sind an diesem Tag ins Tormuseum gekommen, weil sie zukünftig lernen möchten, wie man Besucher sachkundig durch das Lübzer Museum führt.

Ilona Paschke, die das Tormuseum aufbaute, liegt viel an der Ausbildung der jungen Museumsführer- und führerinnen. „Das Projekt“, sagt sie, „läuft seit dem Jahr 2000 und im Prinzip geht es natürlich darum, Helfer zu gewinnen.“ Eingesetzt werden die Nachwuchskräfte an den Wochenenden von Mai bis September, in den Sommerferien und eventuell auch Ostern. Paschke, ehemals Lehrerin, übt mit der Ausbildung der Jungen wieder eine Art Lehrauftrag aus. Dabei beharrt sie anfangs auf zwei Eigenschaften der Anwärter: „Sie müssen wollen, bereit sein, ihr Wissen an andere weiterzugeben und sie müssen fleißig sein.“

Man mag sich verwundert fragen, ob die angehenden Geschichtsvermittler nicht noch ein wenig jung seien. Aber Ilona Paschke hat andere Erfahrungen gemacht. Am Anfang sei sie nur in die 11. Klassen gegangen. Die verbleibende Zeit bis zum Ende der Schulausbildung sei aber viel zu kurz gewesen. Die Schüler sollen möglichst nicht nur ein Jahr zur Verfügung stehen. Und die Erfahrung habe gezeigt, wie erstaunlich die Schüler diesen Alters sich mit der Aufgabe entwickeln, ergänzt Mitarbeiterin Kerstin Rutz. Jetzt geht Ilona Paschke jedenfalls grundsätzlich in die siebten Klassen, um für Nachwuchs zu werben, was naturgemäß Auswirkungen auf ihre Methode hat. Die Schüler können langsam in ihre Aufgabe hineinwachsen, sagt sie. „Wissen wird schrittweise aufgebaut.“ Sie bekommen fünf „Papiere“ zur Info. „Aber“, erläutert Ilona Paschke, „jeder soll seine eigene Führung erarbeiten.“ Ein nachvollziehbares Prinzip: Denn sind die jungen Museumsführer und –führerinnen erst einmal auf sich gestellt, sollten sie nicht nur einen auswendig gelernten Vortrag aufsagen, sondern verinnerlichtes Wissen besitzen, nicht zuletzt auch, um flexibel auf Fragen der Besucher reagieren zu können. Dass es also eine eigene Sprache sein wird, die sie zu diesem Zweck entwickeln werden, ergibt sich und ist ein Gewinn für die Zukunft. „Sie werden im mündlichen Ausdruck sicherer“, sagt ihre Mentorin.

Sehr junge Menschen in Bewegung! Später wird ihr gesellschaftliches Engagement jeder Bewerbung ein kleines Glanzlicht aufstecken. Jetzt schon gibt’s ein Taschengeld, aber eben auch die Aussicht auf eine Aufgabe, in der sie sich außerhalb der Schulwelt ausprobieren können. Noch sitzen Ayleen, Hanna und Henriette etwas verhalten, abwartend eben, um den Museumstisch. Das wird sich mit der Zeit ändern. Florian aus Passow bringt sich jetzt schon sympathisch selbstbewusst ein: „Von meinem Vater und meiner Oma habe ich viel über die Geschichte von Lübz gehört.“ Außerdem: Wenn er fremde Leute treffe, habe er bemerkt, würde er gerne viel reden. Ayleen aus Lübz wiederum hat schon viel über die Stadt aus Opas Sicht erfahren, außerdem in der Schule bereits Führungen geleitet und einmal sogar einen Abschnitt der Rostocker Nachtwächtertour übernommen. Hanna aus Brook schließlich hat das Vorbild der großen Schwester hergelockt. Fenja, sechzehn Jahre alt, ist schon seit einiger Zeit Museumsführerin und hat offensichtlich nur Gutes darüber erzählt.

 

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