Online-Umfrage : Viele Hürden bei Ortsumgehung Goldberg

Um die Stadt nicht vom See zu trennen, würde eine Westumgehung für Goldberg in Frage kommen. Grafik: stepmap
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Um die Stadt nicht vom See zu trennen, würde eine Westumgehung für Goldberg in Frage kommen. Grafik: stepmap

Um diese zu nehmen, könnte auch die Stadt einiges leisten: Unter anderem einen Korridor für eine Umgehung ausweisen

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19. November 2014, 18:00 Uhr

Eine neue Asphaltdecke ziert die Lübzer Straße in Goldberg. Seit einigen Wochen bereits. Jetzt poltert es nicht mehr so laut. Doch wie lange noch? Das fragt sich zumindest Dieter Langer, Anwohner der Lübzer/Langen Straße in der Mildenitzstadt. Er hat den Kampf für eine Ortsumgehung noch immer nicht aufgegeben. „Ohne den Durchgangsverkehr hatte sich die Wohnqualität enorm verbessert“, schreibt Dieter Langer in einer E-Mail an unsere Redaktion. Der Goldberger ist sich sicher, die Lübzer Straße wird nicht das letzte Mal saniert worden sein. Grund: Die zahlreichen Lkw, die tagein, tagaus durch Goldbergs Ortsdurchfahrt fahren, hinterlassen ihre Spuren. „Wie lange wird die Straße dieses Mal halten“, fragt er sich. Aus seiner Sicht ist die Stadtvertretung gefordert, mehr für eine Ortsumgehung zu machen.

Da es sich bei der Lübzer/Langen Straße in Goldberg um die Bundesstraße 192 handelt, ist der Bund für die Unterhaltung und die damit verbundenen Aufgaben zuständig. Noch ist die gewünschte Ortsumgehung im Bundesverkehrswegeplan enthalten – mit einem weiteren Bedarf. „Im Fall von Goldberg fehlt derzeit die Vordringlichkeit“, erklärt Steffen Wehner, Pressesprecher im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung MV. „Damit wir als Land Mecklenburg-Vorpommern planen dürfen, brauchen wir den vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan, den der Bund derzeit bewertet“, erläutert Steffen Wehner weiter. Der Pressesprecher erklärt weiter, dass die Stadt dennoch etwas tun könnte: „Sie können einen umfangreichen Brief aufsetzen, in dem sie erklären, warum eine Ortsumgehung für Goldberg notwendig und wichtig ist. Als Land stehen wir hinter jeder Maßnahme, die wir beim Bund angemeldet haben.“ Darüber hinaus könne die Stadtverwaltung einen Korridor ausweisen, in der eine Ortsumgehung möglich wäre.

Eine solche Bauleitplanung fordert auch Gustav Graf von Westarp (Freie Wähler Goldberg). Als Mitglied der Goldberger Stadtvertretung nimmt er sich selbst in die Pflicht. „Eine Ortsumgehung östlich um die Stadt zu führen, ist weniger sinnvoll, denn Stadt und See würden getrennt werden“, erklärt Gustav Graf von Westarp. Des Weiteren sei im östlichen Bereich der Mildenitzstadt der Untergrund nicht ideal für den Bau einer Umgehung. „Ich würde eine Westumgehung favorisieren“, so der Stadtvertreter. Vorm Hellberg (siehe beistehende Karte) zwischen dem Dobbertiner und Goldberger See würde die Umgehung wieder auf die B 192 herauskommen. Zudem müsse es ein Stadtentwicklungskonzept geben, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt herauszuarbeiten. „Wenn wir den Verkehr – vor allem den Schwerlasttransport – aus der Stadt haben, müssen wir gleichzeitig die Innenstadt anders, attraktiver gestalten“, so Gustav Graf von Westarp.

Allein die Planungen könnten zehn bis 15 Jahre in Anspruch nehmen – dann aber ist eine Ortsumgehung noch immer nicht gebaut. Deshalb favorisiert Bürgermeister Peer Grützmacher (CDU), kurzfristig eine Tempo-30-Zone für die Lange Straße einrichten zu lassen. „Doch selbst das birgt erhebliche Hürden, da die Lange Straße eine Bundesstraße ist“, verdeutlicht der Bürgermeister. Auch Peer Grützmacher sei es wichtig, den Schwerlasttransport aus der Stadt heraus zu bekommen.

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