Weihnachtsaktion : Viel Bewegung ist hier Trumpf

Geräte in den Gruppenräumen sollen den Bewegungsdrang der Kinder fördern.  Fotos: Horst Kamke
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Geräte in den Gruppenräumen sollen den Bewegungsdrang der Kinder fördern. Fotos: Horst Kamke

Mit ihrem Konzept kommt die Lübzer Kindertagesstätte „Pfiffikus“ des DRK bei Eltern und Nachwuchs gleichermaßen gut an

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27. November 2015, 16:16 Uhr

Wer rastet, der rostet. Diese bittere Erfahrung haben auch die Erzieherinnen in der Lübzer DRK-Kindertagesstätte „Pfiffikus“ Anfang der 90er Jahre machen müssen. „Unsere Kinder wurden zusehends steifer“, berichtete Gisela Böse.

Sie leitet die Einrichtung bereits seit 1984 und erlebte mit der Wende den Wechsel in die Trägerschaft der Stadt Lübz. Seit 1993 zählt „Pfiffikus“ zu den fünf Einrichtungen, die das DRK im Altkreis Parchim betreibt: Parchim („Kinderland“), Siggelkow („Mooster Zwerge“), Banzkow („Neddelradspatzen“) und die Integrations-Kita in Sternberg.

Zur Steifheit der Kinder hatte offenbar die Ausbreitung des Fernsehens beigetragen – und die Tatsache, dass die Kinder viel per Auto transportiert werden. Schnell wurde Bewegung deshalb Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Lübzer Einrichtung, auch, so Gisela Böse, „weil wir ein sehr aktives Erzieherinnen-Team haben und in unserem Haus viele Gymnastikgruppen ein- und ausgehen“. Möglichst an jedem Tag sind die „Pfiffikus“-Kinder an der frischen Luft, sollen dort rennen, toben, klettern, schaukeln. Festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung ist deshalb Standard. „Unsere Kinder werden auch mal vom Regen nass oder vom Matsch schlammig.“ Innerhalb des Gebäudes in der Thomas-Mann-Straße 4 gibt es für die Kinder keinen speziellen Turnraum. Vielmehr ist es sowohl in den Fluren als auch in den Gruppenräumen möglich, ihrem Bewegungsdrang auf Schaukeln oder an Sprossenwände nachzugehen.

Montags geht es um 9 Uhr in die Sporthalle am städtischen Sportplatz. „Dort bieten wir in enger Zusammenarbeit mit dem Lübzer Sportverein Training und Ballspiele an.“ Davon profitiere laut Gisela Böse auch der LSV, weil er Nachwuchs für seine Mannschaften gewinnen könne. Zur Gesundheit soll außerdem beitragen, dass im Haus einmal wöchentlich eine Sauna angeheizt wird. Obligatorisch ist der fünftägige Schwimmkurs, den die potenziellen Schulanfänger am See Kritzow absolvieren. Eine Erzieherin hat sich inzwischen zur Schwimmlehrerin qualifiziert und macht damit unabhängig.

Bereits zum sechsten Mal wurde jeweils um den 1. Juni als Internationaler Kindertag auf dem Sportplatz ein Familiensportfest organisiert. Böse: „Für dieses Entgegenkommen der Stadt sind wir sehr dankbar.“ Lübz sei ohnehin sehr kinder- und familienfreundlich. Das Bewegungskonzept wird durch eine hauseigenen Küche ergänzt. „Kinder und Eltern dürfen beim Speiseplan mitbestimmen.“

Die Kindertagesstätte „Pfiffikus“ bietet derzeit 153 Plätze, 40 davon in der Krippe. Eine Gutachterkommission des Landkreises hat am vergangenen Mittwoch befürwortet, die Zahl der Krippenplätze um sechs zu erweitern. Um dafür Platz zu schaffen, werden zum Jahreswechsel 36 potenzielle Schulanfänger in den städtischen Hort am Neuen Teich umziehen. „In unseren gemischten Gruppen werden diese älteren Kinder fehlen.“ Auf der anderen Seite aber, so Gisela Böse, biete der Hort im Umgang mit den Grundschulkindern viele Entwicklungsmöglichkeiten.

„Pfiffikus“ bittet im Rahmen der SVZ-Spendenaktion die Eltern für jedes Kind um ein Weihnachtspäckchen. „Uns sind alle Kinder gleich lieb.“

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