Verwahrloste Tiere in Lübz gerettet

Die Tiere in Lübz – darunter auch Vögel – waren komplett verwahrlost. dpa
Die Tiere in Lübz – darunter auch Vögel – waren komplett verwahrlost. dpa

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21. September 2012, 06:14 Uhr

lübz | Zwei Ponys, 22 Kaninchen, eine Perserkatze, drei Hunde, mehrere Vögel und diverse Fische in Aquarien waren nicht nur eh schon verwahrlost, sondern plötzlich auch noch vollständig sich selbst überlassen, als ihr Halter krank wurde und sich kurzfristig in voraussichtlich längere stationäre Behandlung begeben musste. Nachbarn machten die Stadtverwaltung auf die Lage der in einem Kleingarten untergebrachten Tiere aufmerksam. "Wir haben sie daraufhin woanders untergebracht, einige werden jetzt von Nachbarn verpflegt", sagt Thomas Rosenfeldt, Leiter des Bürgeramtes, zu dem auch der Bereich Ordnung gehört. "Was wir vorfanden, geht für mich eindeutig über den Sinn einer Gartenanlage hinaus, aber es wurde damals zugelassen. Über die entstandenen Kosten werden wir uns mit dem Halter auseinandersetzen."

Mitarbeiter Rosenfeldts mussten auch schon einmal Ziegen wieder einfangen, weil sie ausgebrochen waren und zur Gefahr für den Straßenverkehr wurden. Dass dies geschehen konnte, sei ebenfalls auf die Gesundheit des Halters zurück zu führen gewesen: "Dann ist die Frage der Schuldfähigkeit wichtig, weil es kein Vorsatz, nicht grob fahrlässig ist. Verkaufen etwa darf man die Tiere trotzdem nicht ohne Einverständnis. Für die letztliche Entscheidung ist das Veterinäramt gefragt. Im aktuellen Fall haben wir den Halter über die getroffene Regelung informiert und er war einverstanden. Allerdings hätten wir auch etwas tun müssen und getan, wenn er nicht ausdrücklich zugestimmt hätte."

Der beschriebene Missstand komme von seinem Umfang her im Raum Lübz sehr selten vor. Unabhängig davon sei es so, dass beim Umgang mit Tieren objektiv negativ auffallende Dinge in der Regel von Nachbarn gemeldet werden. Vielfach noch nicht bekannt sei zum Beispiel, dass es verboten ist, einen Hund mit einer Kette an einen Pfahl zu binden. Wenn er nicht frei umherlaufen darf, besteht eine zulässige Variante darin, ihn an einer langen Leine zu halten, die an ein Seil oder einen Draht angebracht ist, das/der wiederum zwischen zwei mehrere Meter voneinander entfernt liegenden Punkten aufgespannt wird. Außerdem muss in die Leine ein Drehgelenk eingebaut sein, das verhindert, dass sich sie sich verdreht und sich der Hund gegebenenfalls einschnürt.

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