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Zusammenarbeit : Verständnis für „Sprache im Chaos“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Aphasiker-Zentrum MV e.V. Plau am See startet neues Projekt: Betroffene und Schüler von Lübzer Gymnasium erstellen gemeinsam Comic

Wie es sich anfühlt, von einer Aphasie betroffen zu sein und wie das öffentliche Umfeld darauf reagiert, erarbeiten zurzeit Schüler des Eldenburg-Gymnasiums Lübz und Aphasiker aus Mecklenburg und Brandenburg in dem neuen Projekt „Sprache im Chaos“ des Aphasiker-Zentrums MV e.V. Dabei wird unter der Anleitung der Grafikerin Andrea Silbermann und des Komponisten Cedric Douhaire ein Comic über Aphasie erstellt.

Nur geringe Informationen über Aphasie im öffentlichen Leben, Angst und Unwissenheit im direkten Kontakt mit Betroffenen- erschaffen Barrieren im Kopf und lassen Partizipation und Teilhabe zu tatsächlichen Fremdwörtern werden. Das Projekt startete Ende März und ist für ein Jahr geplant. Zum zweiten Projekttreffen begrüßte Ingrid Freier, Leiterin des Aphasiker-Zentrums Mecklenburg-Vorpommern e.V., unlängst die zahlreich erschienenen Teilnehmer im Mediclin Reha-Zentrum Plau am See und betonte: „Ein Schwerpunkt des Projektes besteht in dem Versuch, Aphasie mit dem besonderen Expertenwissen der Betroffenen zu erklären.“ In dem Projekt spiele die Sichtweise der Schüler, die die Betroffenen und ihre Schwierigkeiten aufgrund der Spracheinschränkung an den Projekttagen kennen lernen, eine wichtige Rolle. Ohne den Zeigefinger zu erheben, mit einem Lächeln im Gesicht erarbeiteten die Teilnehmer einen Blick hinter die eigentliche Fassade der Aphasie – einer „Sprache im Chaos“.

Aphasie ist eine Sprachstörung, die nach einer Erkrankung oder Verletzung am Gehirn, zum Beispiel Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Tumor, entstehen kann. Ganz plötzlich und unverhofft werde der tägliche Umgang mit Wörtern, Texten, Medien zur persönlichen Gratwanderung zwischen dem Gefühl, genau zu wissen, was man sagen möchte, aber es nicht mehr wie zuvor gewohnt automatisch zu können. Eine Aphasie ist keine geistige Behinderung – das Wissen von der Welt bleibt erhalten. Die eigene Sprache hingegen sei wie nach einer Naturkatastrophe, zum Beispiel einem Orkan, entweder stark verwüstet oder teilweise in Unordnung geraten. Das am Mediclin beheimatete Aphasiker-Zentrum Mecklenburg-Vorpommern e.V. unterstützt Betroffene und Angehörige mit einem umfassenden Angebot aus Beratung, Projekten, Seminaren und wohnortnahen Selbsthilfegruppen und bildet eine Informationsplattform über Aphasie.

Kontakt mit näherer Information ist möglich über das Reha-Zentrum Plau am See, zu erreichen unter Telefon 03 87 35/ 8 61 30, und auch per E-Mail: plau@aphasie-mv.de

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