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Fahrschul-Prüfung : Versagerquote in MV am zweithöchsten

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Nirgendwo in Deutschland fallen mehr Fahrschüler bei der theoretischen Prüfung durch als in MV und Sachsen-Anhalt. Nach einer aktuellen Statistik scheiterten im Nordosten im Jahr 2010 37,4 Prozent an der Theorie.

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erstellt am 30.Apr.2012 | 12:37 Uhr

Schwerin | Nirgendwo in Deutschland fallen mehr Fahrschüler bei der theoretischen Prüfung durch als in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Nach einer aktuellen Statistik des Kraftfahrtzeugbundesamtes (KBA) scheiterten im Nordosten von den insgesamt 27 820 Fahrschülern im Jahr 2010 genau 37,4 Prozent an der Theorie. Nur Sachsen-Anhalt hat mit 38,7 Prozent eine noch höhere Versagerquote. Den besten Wert erreichte Hessen mit nur 23,7 Prozent. Im gesamten Bundesgebiet fielen von 1 593 831 Bewerbern 28,7 Prozent durch die theoretische Prüfung. Die Prüfungsfragen sind bundesweit einheitlich.


Zum schlechten Abschneiden von Mecklenburg-Vorpommern wollte sich der Fahrlehrerverband des Landes gestern gegenüber unserer Redaktion nicht äußern. "Wir wollen erst die Ergebnisse einer von uns in Auftrag gegebenen Untersuchung der Universität Dresden abwarten, die Aufschluss über die Ursachen bringen soll", sagte der Verbandsvorsitzende Helmut Bode. Die Ausbildungsqualität der Fahrschulen im Land habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Das würden turnusmäßige Kontrollen der Ordnungsämter der Landkreise belegen, so der Chef des Fahrlehrerverbandes.

In der Fachabteilung Fahrerlaubniswesen der Dekra Schwerin kann man allerdings belegen, dass es gewaltige Unterschiede bei den Erfolgsquoten zwischen einzelnen Fahrschulen gibt. "Es fällt auf, dass in einigen Schulen 85 Prozent der Fahrschüler die theoretische Prüfung bestehen, in anderen sind es dagegen lediglich 35 Prozent", sagte Fachbereichsleiter Udo Strehlow.

"Meistens sind es die technischen Fragen, die die Fahrschüler nicht wissen", berichtet Udo Strelow. Doch nicht nur Frauen würden vor scheinbar unlösbaren Aufgaben stehen, wenn beispielsweise Frage 1254 am PC-Bildschirm erscheint: "Welche Vorteile bietet eine Antriebs- Schlupf-Regelung (ASR)?" Scheinbar unüberwindliche Hürden stellen für viele auch regelmäßig Vorfahrtsfragen oder simulierte Gefahrensituationen dar.


Udo Strehlow verweist auf Übungssoftware, mit der sich Fahrschüler effektiv auf Prüfungen vorbereiten können. So gibt es im Internet unter www.fahrerlaubnis.tuev-dekra.de eine Demo-Version der Prüfungsfragen. Die Praxis scheint den Fahrschülern in Mecklenburg-Vorpommern eher zu liegen. 31,2 Prozent fielen durch die praktische Fahrprüfung. Das ist im Bundesvergleich auch nicht unbedingt berauschend, aber kein Spitzenplatz. Den hat Hamburg mit 39,7 Prozent Nichtbestehern, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 37,2 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 25,7 Prozent.

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