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Sanierungarbeiten Pfarrhaus Lübz : Vergiftetes Obergeschoss bleibt dicht

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Die Sanierung des Pfarrhaus in Lübz befindet sich im ersten Bauabschnitt. Momentan stehen nur noch die Grundmauern. Der Boden wurde teilweise mit Beton gegossen, teilweise befinden sich tiefe Löcher im Gemäuer.

svz.de von
erstellt am 09.Jul.2013 | 02:41 Uhr

Lübz | Momentan stehen nur noch die Grundmauern. Der Boden wurde teilweise neu mit Beton gegossen, teilweise befinden sich tiefe Löcher im Gemäuer. Die stützenden Wände im Haus werden von einzelnen Balken getragen, überall verteilt liegt Schutt und Sand. Das gesamte Gebäude ist umzäunt von einem Baugerüst und bald werden auch die ersten Dachziegel fehlen. Dieses Bild gibt derzeit das Pfarrhaus in Lübz.

Die Sanierung des Hauses befindet sich im ersten Bauabschnitt. "Wir haben erst einmal das Fachwerk in Stand gesetzt und als nächstes kommt das Dach dran", erklärt die Architektin Christine Johannsen. "Die Gründung des Hauses gestaltet sich nur etwas problematisch." Der Baugrund um das Pfarrhaus ist sumpfiges Gelände, wodurch die Arbeiten erschwert werden. "Wir müssen sehen, wie schwierig die Stabilisierung der Gründung wird", ergänzt die Architektin.

Ab Mittwoch wird das Dach abgenommen. Drei Tage lang werden die Bauarbeiten andauern. Um bei der Abnahme der Dachziegel die Baustelle ausreichend zu sichern, wird der Straßenabschnitt vor dem Pfarrhaus abgesperrt werden. Von Mittwoch bis einschließlich Freitag ist die Pfarrstraße von 7 bis 17 Uhr gesperrt. Der hylotoxbelastete Dachboden wurde zuvor luftdicht abgeschlossen und die kontaminierten Balken versiegelt, so dass die Arbeiten zwar mit bestimmter Schutzkleidung, aber ohne weitere Probleme durchgeführt werden können. "Eine komplette Sanierung des kontaminierten Dachbodens wäre viel zu teuer gewesen", so Johannsen. Anfang vergangenen Jahres wurde durch ein Gutachten festgestellt, dass das gesamte Holz im Dachboden mit Hylotox, ein giftiges Holzschutzmittel, belastet war. Das hatte letztlich den Beschluss, das Haus zu sanieren, auch beschleunigt (SVZ berichtete).

Später wird es zwar wieder eine Treppe auf den Dachboden geben, doch bleibt dieser Teil des Hauses in Zukunft völlig unbewohnt. "Wir werden zusätzlich eine Schleuse einbauen, so dass es in Zukunft keinen Durchzug geben wird", erklärt die Architektin. Dauerhaft aufhalten sollte sich keiner mehr im Obergeschoss, der Zugang entsteht nur, um eventuelle Messungen oder Wartungsarbeiten durchführen zu können.

Neuer Gemeinderaum mit barrierefreiem Zugang

Ursprünglich geplant waren für die Sanierung des Pfarrhauses drei Bauabschnitte. Doch das Architektenbüro hofft derzeit, die Arbeiten auch in nur zwei realisieren zu können. Nachdem das rund 170 Jahre alte Fachwerkgebäude instand gesetzt wurde, soll das Stall- und Wirtschaftsgebäude nebenan umgebaut werden. "Im Erdgeschoss des Haupthauses wird dann künftig der Pastor wohnen und im Nebengebäude soll der neue Gemeinderaum entstehen", so Christine Johannsen. Vorgesehen ist unter anderem ein barrierefreier Zugang zu den rund 54 Quadratkilometer großen Räumlichkeiten. "Bisher gab es ja immer etwas Probleme damit. Die Kirche ist zu hoch gelegen und damit nur schwer erreichbar." Mit dem sanierten Nebengebäude des Pfarramtes soll sich das künftig ändern. "Wir planen genau an der Nahtstelle beider Häuser eine moderne und behindertengerechte Rampe", so die Architektin. Damit soll gewährleistet werden, das alle Gemeindemitglieder ihren Geimeinderaum auch nutzen können.

Für den ersten Bauabschnitt der Sanierung wurden rund 350 000 Euro bewilligt. Für die komplette Sanierung des Pfarrhauses in Lübz werden rund 800 000 Euro veranschlagt.

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