Zuspruch : Unterstützung aus Ulm für Südbahn

Roger (l.) und Karsten Menck aus Ulm unterstützen den Südbahn-Erhalt.
Roger (l.) und Karsten Menck aus Ulm unterstützen den Südbahn-Erhalt.

Vor 60 Jahren mit ihren Eltern abgewanderte Brüder sprechen Bürgerinitiative Mut zu

svz.de von
08. September 2014, 22:00 Uhr

Weil ihre Eltern und Großeltern – selbstständige Geschäftsleute – in der DDR als „Kapitalisten“ schikaniert wurden, zogen die Brüder Roger (71) und Karsten Menck (69) mit ihnen vor 60 Jahren nach Ulm, wo beide bis heute wohnen. „Alle drei/vier Jahre kommen wir hierher, um Urlaub zu machen, Verwandte und Freunde zu besuchen“, berichtet Erstgenannter. Von Dieter Düwel hätten sie erfahren, dass die Südbahn zwischen Parchim und Malchow zum Jahresende stillgelegt werden soll. Dies wollten die Rentner kaum glauben: „Unfassbar! Wir finden, dass man den hier lebenden Leuten so etwas nicht antun kann. Hat jemand dabei auch mal an soziale Gerechtigkeit gedacht oder interessiert die gar nicht mehr? Wer diese Empfindung kennt, wird sie tief geschädigt sehen.“

In Ulm – eine Stadt mit rund 120 000 Einwohnern – habe man etwas Ähnliches erleben können. Die Folge daraus, dass mit Verwaltung und IHK als die in diesem Fall „falschen Leute“ das Zepter in die Hand nahmen, sei das Ende der Bahn und für die Bevölkerung so der Zwang gewesen, wieder vermehrt Auto fahren zu müssen.

Als spontanen persönlichen Beitrag haben die Brüder gegen die Südbahn-Kürzung unterschrieben: „Der Widerstand dagegen ist gut. Was man hier vorhat, ist nicht bürgerfreundlich und auch uns interessiert, wie es weitergeht.“

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