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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 03:04 Uhr

Südbahn : Unternehmer: Bahn muss bleiben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Mächtige Unterstützung kommt jetzt für Bürgerinitiative, die für den Erhalt der Südbahn kämpft: Vertreter fast aller namhafter Firmen aus Region Lübz/Plau am See haben ihre Unterschrift für den Erhalt gegeben.

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Der Kampf um den Erhalt der Südbahn nimmt neue Formen an: In einem gestern ausgeteilten offenen Brief fordern 30 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Lübz und Plau am See die Landesregierung auf, ihre Pläne zur Schließung der Südbahn zwischen Parchim und Malchow zurück zu nehmen. Dafür haben sie auch unterschrieben. Auf der Liste finden sich Namen der Vertreter kleinerer wie auch fast aller größerer, namhafter in dieser Region angesiedelter Firmen. Zu ihnen zählen unter anderem die Lübzer Brauerei, der Dämmstoffhersteller Isover, die Bauunternehmensgruppe Dau aus Lübz und das MediClin-Krankenhaus sowie die Falk Seehotels aus Plau am See.

„Das von der Landesregierung favorisierte Buskonzept lehnen wir ab, weil es das bestehende Angebot der Bahn in puncto Komfort und Schnelligkeit nicht annähernd ersetzen kann“, heißt es in dem Brief. „Die Folgen wären unzumutbare Reisezeitverlängerungen und die Aufhebung von Qualitätsstandards wie Fahrradmitnahme, Toiletten, Benutzung durch Rollstullfahrer und Familien mit Kinderwagen.“ Nach wie vor schauten Unternehmen bei Standortentscheidungen auf funktionierende Bahnanschlüsse mit abgestimmten Umsteigemöglichkeiten in den Busverkehr. Ähnlich verhalte es sich bei der Reiseplanung von Touristen. Die Nachfrage nach den Angeboten für sie sei groß und besonders attraktiv seien die mit der Bahn zu erreichenden Ausflugsziele.

Wegen der hochwertigen Qualität der in den Häusern gebotenen Dienstleitungen kämen auch viele Patienten in die Plauer Kliniken. Für den Besuch durch Freunde und Angehörige bei ambulanter wie stationärer medizinischer Versorgung spiele auch die Zugänglichkeit der Stadt mit Bus und Bahn eine wichtige Rolle. Zudem gehe für die hier lebenen Einwohner – besonders ältere Menschen, Schüler und Berufspendler – ein Stück Lebensqualität verloren. Schon jetzt sei die fehlende Abstimmung zwischen Bahn und Bus für die Unternehmen ein großes Ärgernis.

Auch psychologisch setze die Zerschlagung der Südbahn ein falsches Zeichen. Niemand lebe, arbeite und engagiere sich gern in einer Region, die von offizieller Seite in Sachen öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) abgeschrieben werde. Das bestehende Angebot dfer ODEG sei komfortabel, die Pünktlichkeit vorbildlich. Daher erwarteten die Unternehmer, dass die Züge auch nach dem 15. Dezember fahren. Sie stünden dafür bereit, einen Beitrag für die Optimierung zu leisten: „Wir werden dafür sorgen, dass mehr Menschen das Bahnangebot nutzen.“

Nach Aussage von Birgit Falk, Inhaberin der Falk Seehotels GmbH, kämen wegen der schon jetzt schlechten Anbindung ihrer Stadt an den ÖPNV (in Karow ist für die Bahn Schluss) viel weniger Gäste dorthin, als möglich wären. Fachleute halten mindestens zehn Prozent mehr für realistisch. „Potential steckt besonders in der ganzjährigen Auslastung durch Tagungsgäste, für die eine Anreise mit der Bahn häufig Bedingung ist“, sagt die Geschäftsfrau. Gerade weil sich der Tourismus in Plau am See mit bereits schon jetzt rund 450 000 Übernachtungen pro Jahr positiv entwickle, erwarteten auch Hoteliers und Touristiker das richtige Signal von der Landesregierung: „Plau gehört an die Bahn und noch weiter abgekoppelt.“

Probleme auf die Region zukommen sähe zum Beispiel auch Wilfried Horn, Geschäftsführer der Mecklenburgischen Brauerei Lübz: „Viele von unseren Unternehmen sind auf Fachkräfte und Auszubildende angewiesen, die kein Auto haben oder bewusst darauf verzichten.“ Das vom Land favorisierte Busersatzkonzept sei auch aus Sicht der Unternehmen keine Alternative zur Bahn – allein schon deshalb, weil die Busververbindung Parchim – Malchow etwa doppelt so lange wie jetzt dauern würde. Jetzt sind es rund 55 Minuten.

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