Straßenkampf : Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt

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Die Stellungnahme zum Bauvorhaben Ortsumgehung Plau-Nord ist nun beschlossene Sache in Plau am See. Zuvor haben sich die Spitzen der Verwaltung und der Bürgerinitiative zu einem klärenden Gespräch an einen Tisch gesetzt.

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28. November 2014, 22:00 Uhr

Eine weitere Hürde auf dem Weg zur Ortsumgehung Plau-Nord scheint genommen. Nachdem es zuletzt erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Plauer Bürgermeister und der Bürgerinitiative wegen der Stellungnahme zu den laufenden Planungen gegeben hatte, setzten sich noch vor der Stadtvertretersitzung beide Seiten an einen Tisch und fanden einen Konsens. Auch hier ging es um die Stellungnahme der Stadt, die bis Montag beim Straßenbauamt Schwerin (StBA) vorliegen muss. Nachdem die zuständigen Ausschüsse der Stadtvertretung, wie Bau-, Tourismus- und Hauptausschuss, im Vorfeld getagt und sich auf veränderte Formulierungen geeinigt hatten, gab am Mittwoch die Stadtvertretung grünes Licht.

„Die uns wichtigen Punkte sind x-mal umgekrempelt worden, so dass wir mit dem Papier jetzt leben können“, sagt Dietmar Villwock, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Ortsumgehung Plau am See“. Jetzt sei wichtig, dass das immerhin fünf Seiten umfassende Schreiben der Stadt rechtzeitig beim StBA eingeht. Denn – auch das haben die schlichtenden Gespräche der letzten Tagen deutlich gemacht – die Ortsumgehung soll und muss kommen.

In der Stellungnahme sind Kritiken und Hinweise aufgelistet. In 16 Komplexen insgesamt, auf vier sei hier eingegangen. Da ist zunächst die Anbindung am Ortsausgang Richtung Klebe. Entgegen den Planänderungen des StBA favorisiert Plau die Kreiselvariante. Unabhängig davon, ob eine künftige Südanbindung erfolgt, könnten der Reppentiner Weg/Vogelsang mit eingebunden und so ein Unfallschwerpunkt entschärft werden (die jetzige liegt Anbindung direkt in der Kurve). Diese Variante spare außerdem zusätzliche Kosten für eine Ampel, die andernfalls für die Anbindung der alten B 191 notwendig wäre.

Der nächste Punkt betrifft den Zarchliner Weg. Durch die vom StBA favorisierte Variante würde der komplett abgeschnitten, was die Entwicklung des vorhandenen Gewerbes und zudem der hier befindlichen Industriebrache zum Mischgebiet mit Gewerbe und Wohnbebauung behindern würde. Weil der Zarchliner Weg überdies der Entlastung des innerstädtischen Verkehrs dient, wird von Plauer Seite die Erhaltung der Funktionalität und die Einbindung in das geplante Brückenbauwerks gefordert; ebenso die Erhaltung des Bahnübergangs.

Die Planungsunterlagen des StBA sagen nicht aus bezüglich des Schallschutzes für den Bereich des Gewerbegebietes. Für das benachbarte Wohngebiet „Weidensoll“ ist zwar eine Hecke vorgesehen. Weil die voraussichtlich aber unzureichend ist, werden in der Stellungnahme der Stadt nachdrücklich aktive Schallschutzmaßnahmen gefordert. Ursprünglich war eine Trassenführung angedacht, die erst hinter dem Landgut an die B103 anbindet. Mittelstreichungen durch den Bund führten letztlich dazu, dass „Plau-Nord“ viel dichter am Weidensoll entlangführt.

Angeregt wird auch, für die notwendige Baustraße im Gewerbegebiet an der B 103 keine Flächen zu vergeuden, sondern sie stattdessen auf der Trasse der zukünftigen Plöner Straße zu errichten. Dies hätte den Vorteil, dass die Nutzung des Baufeldes möglich wäre und sei auch finanziell interessant, da ein Rückbau der Baustraße nicht erforderlich ist.

In der Stellungnahme wird auch auf die Ausbaubreiten der Verbindungswege hingewiesen. Wegen der Überbreiten landwirtschaftlicher Fahrzeuge sollen die nicht lediglich 3, sondern 3,50 Meter breit sein. Auch soll möglichst wenig landwirtschaftliche Fläche für die geforderten Ausgleichsmaßnahmen genutzt werden.

In Plau geht man davon aus, dass im Januar, spätestens aber im Februar der Erörterungstermin mit dem StBA stattfindet. Sowohl Verwaltung als auch Bürgerinitiative hoffen, dass die Hinweise und Kritiken berücksichtigt werden , „und dass es zu einer zügigen und erfolgreichen Umsetzung der Baumaßnahme kommt“, so Bürgermeister Reier.

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