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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. Oktober 2017 | 01:37 Uhr

Tourismus : „Unser Erfolg ist kein Selbstläufer“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Beim Tourismustag wurde die 2014er Fremdenverkehrsstatistik präsentiert. Der Luftskurort Plau am See konnte bei Gästezahlen wieder zulegen.

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erstellt am 26.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Seit Jahren vermeldet der Luftkurort Plau am See steigende Besucherzahlen. Nicht ohne stolz tat’s Bürgermeister Norbert Reier am Mittwochabend, als er beim Tourismustag die 2014er Zahlen präsentierte. 457  629 Übernachtungen schlagen zu Buche; 5447 oder 1,27 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Freilich Ferienorte an der Ostsee liegen bei 500  000 bis eine Million Übernachtungen. Doch für die Lage im Binnenland ist unser Ergebnis ein sehr gutes“, sagt Reier.

Was in Plau leicht rückläufig ist, ist die Bettenauslastung. Die lag im vergangenen Jahr bei 42,03 Prozent, 2013 bei 42,97 Prozent. Der Rückgang indes ist kein Indiz für Qualität oder Besucherzufriedenheit. Vielmehr verzeichnet Plau eine kontinuierliche Zunahme der Bettenanzahl (2014: 3839; 2013: 3715). Da die (vor allem in der Privatvermietung) schneller steige als die Gäste zahlen, werde der „Kuchen“ für die Anbieter – Hotels, Pensionen, Appartements, Ferienanlagen, Herbergen, Camping, Privatvermietungen – immer kleiner, gab Thorsten Falk vor zwei Jahren zu bedenken. An diesem Missverhältnis habe sich nichts geändert, dennoch hob der Vorsitzende des Plauer Verkehrsvereins am Mittwoch auch die andere Seite der Medaille hervor: Jede neue Privatvermietung mit hoher Qualität zwinge letztlich die Mitwettbewerber, ebenfalls ihre Standards zu überdenken. Das sei letztlich ein Plus für den Luftkurort und ein Mehr für die Gäste.

In einem Punkt vermittelt die aktuelle Fremdenverkehrsstatistik ein schiefes Bild, und zwar bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. Die liegt in Plau seit einigen Jahren bei konstant 4,7 Tagen. „Der Ehrlichkeit halber muss man aber sagen, dass das natürlich mit unseren Kliniken zu tun hat. Denn auch die werden in der Statistik mit erfasst“, räumt Reier im sehr voll besetzten Rathaussaal ein.

Wirklich tolle Zahlen, wertet Michael Wufka, Geschäftsführer der Tourist Info Plau am See die aktuelle Statistik als Erfolg für den Luftkurort. „Sie sind aber kein Selbstläufer.“ In der Hauptsache seien sie das erfreuliche Ergebnis des kontinuierlichen Marketings am Markt. Dass das notwendig ist, um Plau potenziellen Urlaubern in Niedersachsen und Bayern genauso schmackhaft zu machen wie in Berlin oder Hessen hatten die hiesigen Touristiker früh erkannt. Wichtige Konsequenz daraus war die seit drei Jahren bestehende Kooperation Müritz „plus“, ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis der Orte Waren(Müritz), Malchow, Plau am See, Röbel/Müritz und Rechlin in 125  000er Auflage. Das Feedback der Gäste sei positiv, so Wufka.

Jetzt kommt zur Printvariante Müritz „plus“ der Veranstaltungskalender im Netz hinzu. Am Stadtmarketing online arbeitet die Tourist Info seit 2011 mit Nachdruck. Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bereits 2013 griffen ca. 378  000 Nutzer auf die Plauer Seite zu; 2014 waren es rund 381  795. Ganz neue Wege werden die Touristiker auf ihrer jetzt noch moderneren Homepage www.plau-am-see.de – auf der nun auch die Plauer Häuser und Ausflugsanbieter der Region gemeinsam werben – künftig in enger Zusammenarbeit mit den Tourist Infos in Waren (Müritz), Röbel, Malchow und Rechlin gehen. „Bisher“, so Wufka, „hatte jeder für die Veranstaltungstermine seine eigene Lösung. Jetzt werden wir erstmals eine gemeinsame Veranstaltungsdatenbank haben.“ Bis Ostern soll die stehen.

Präsentation auf Messen, deutschlandweite Medienpräsenz, Plau hat seine Werbemaschinerie für den Urlaub vor Ort an vielen Fronten in Stellung gebracht. „Und auch dabei helfen uns die Kooperationen mit den Mitbewerbern.“

2014 war ein gutes Jahr, resümierte Thorsten Falk. Aber der Verkehrsvereinsvorsitzende ist auch dafür bekannt, den Finger (auch öffentlich) in die Wunde zu legen. Mit Blick auf die anstehende Saison, begrüßte er, dass der Ferienkorridor von 71 Tagen im vergangenen Jahr auf nun 78 vergrößert wurde. Kritisch sieht er indes die Frage der Erreichbarkeit von Plau, die sich womöglich nicht nur aufgrund des Südbahn-Themas in den kommenden Jahren verschärfen wird. „Berlin - Plau, vier Stunden, dreimal umsteigen“, zitiert er in der Sitzung live die Fahrplanauskunft via Smartphone. „Gäste von dort werden wir auf dieser Basis im Leben nicht nach Plau bekommen“, ist er sich sicher. Mit Sorge verfolgt Falk auch die Windkraftpolitik des Landes: Laut einer Hochrechnung würde ein Prozent der Deutschlandurlauber MV wegen der Masse an Windrädern und Biogasanlagen meiden. „Ein Prozent? Das sind schlappe 600000 Leute und potenzielle Plau-Gäste.“ Wie zu erwarten kam Thorsten Falk auch auf den Seeradrundweg zu sprechen. Seine Fertigstellung müsse eine der dringendsten Aufgaben sein, da er für die Urlauber von April bis Oktober attraktiv ist.

 

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