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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 23:23 Uhr

neues kita-gesetz : „Uns sind die Hände gebunden“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Ariane Scheel ist verzweifelt: Wenn sie die Vollverpflegung in ihrer Kita nicht unterschreibt, verliert sie womöglich ihren Betreuungsplatz

von
erstellt am 20.Dez.2014 | 07:00 Uhr

Sie stehen mit dem Rücken zur Wand – zahlreiche Eltern im Land. Denn zum 1. Januar tritt eine neue gesetzliche Regelung in Kraft, die einschneidend für viele Eltern sein kann: Die Vollverpflegung in den Kindertagesstätten. Auch Ariane Scheel aus Dobbertin empfindet dies so. „Wir müssen diesen Vertrag ja unterschreiben, sonst stehe ich ab dem 1. Januar ohne Betreuungsplatz da“, sagt Ariane Scheel. Eine Änderung im Kindertagesstättenfördergesetz (KiFöG) MV sieht eine Vollverpflegung in allen Kitas in Mecklenburg-Vorpommern ab Januar 2015 vor.

Ariane Scheel weiß sich nicht mehr anders zu helfen. Deshalb wendet sie sich an die SVZ-Rubrik Heißer Draht. Ihre dreijährige Tochter geht in die heimische Kita „Sonnenland“ in Dobbertin. Die Trägerschaft liegt bei der Volkssolidarität. „Wir Eltern wissen, dass wir die Vollverpflegung unterschreiben müssen.“ Dennoch fordert Ariane Scheel, die auch im Elternrat der Dobbertiner Kita sitzt, mehr Transparenz von allen Beteiligten.

Bereits im September haben sich die Elternratsmitglieder zusammengeschlossen und nach anderen Anbietern gesucht, die kostengünstiger sind. Derzeit zahlt die Dobbertinerin für das Mittagessen in der Kita 2,65 Euro am Tag. Ab dem 1. Januar kommen Frühstück und Vesper sowie eine Getränkepauschale hinzu. Der Preis steigt dann auf 5,58 Euro am Tag, wie den Eltern durch den Träger, die VS, jetzt mitgeteilt wurde. „Wir haben in einigen Elternversammlungen auch unseren Unmut geäußert und andere Angebote vorgelegt. Uns fehlt bis heute eine genaue Kostenaufstellung durch UWM. Hinzu kommt, dass in dem Preis nicht einmal Obst enthalten ist. Dies kostet noch mal 30 Cent mehr“, erläutert Ariane Scheel. UWM ist die Catering Logistic GmbH , die seit vielen Jahren nicht nur die Kita „Sonnenland“ mit Mittagessen beliefert, sondern auch die Mestliner Grundschule und die Kindertagesstätte „Koboldland“ in Goldberg. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Unternehmen. Wir brauchen einen starken und zuverlässigen Partner“, sagt Ruth Tietz, Geschäftsführerin der Volkssolidarität Kreisverband Parchim e.V.. Denn die Firma stellt auch eine Servicekraft zur Verfügung, die den Ausschank übernimmt. Doch auch das muss bezahlt werden. „Uns wurde immer ein Preis von 4,50 bis 4,70 Euro genannt. Jetzt liegt der Preis um einen Euro höher“, klagt Ariane Scheel. Die Dobbertinerin hat vor allem auch Angst, ihren Kita-Platz zu verlieren. „Dann verliere ich auch meinen Job. Das geht nicht.“ Doch soweit solle es nicht kommen. Das versichert Ruth Tietz von der VS. „Wir sind auf jeden Fall bereit, uns mit den Eltern noch einmal zusammenzusetzen und alles zu klären“, versichert die Geschäftsführerin. Doch zunächst einmal müsse die Vollverpflegung in der Kita „Sonnenland“ anlaufen. „Gern können wir im kommenden Jahr noch einmal mit den Eltern gemeinsam nach einer Alternative, nach einer kostengünstigeren Firma schauen“, so Ruth Tietz weiter. Die Mutter aus Dobbertin fordert auch mehr Einsicht für die Eltern, die die Kita-Kosten komplett allein tragen müssen. „Ich bin wirklich enttäuscht von unserer Sozialministerin Frau Hesse. Wir brauchen dringend jemanden, der das ganze kontrolliert. Es geht hier schließlich um unsere Kinder.“

Eines liegt Ariane Scheel noch sehr am Herzen. „Ich möchte mich wirklich bei den Erzieherinnen bedanken, die sich jeden Tag liebevoll um unsere Kinder kümmern, obwohl sie oft den ganzen Ärger von uns abfangen müssen.“ Und die Dobbertinerin gibt den Mut und die Hoffnung noch nicht auf, dass es vielleicht doch noch eine andere Lösung geben wird.

 

 

 

 

 

 

 

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