Historische Bibliothek Lübz : Ungestört in Schätzen stöbern

Stefanie Becker, Geschäftsführerin des Vereins Lübzer Land e.V., neben den Stahlschränken, in denen die größten Schätzen der Historischen Bibliothek verwahrt werden
Stefanie Becker, Geschäftsführerin des Vereins Lübzer Land e.V., neben den Stahlschränken, in denen die größten Schätzen der Historischen Bibliothek verwahrt werden

Das schon länger geplante Vorhaben wurde vom Verein Lübzer Land e.V. in die Realität umgesetzt. 4000 Bücher und Zeitschriften sind registriert.

23-11367808_23-66109656_1416396395.JPG von
19. Januar 2018, 12:00 Uhr

Neuester Besuchermagnet des Vereins Lübzer Land e.V. ist die „Historische Bibliothek“. Er hat sie in den ehemaligen Räumen der Volkshochschule im ersten Obergeschoss des  Bürgerhauses am Marktplatz eingerichtet. In ihr sind rund 4000 Bücher und Zeitschriften aus dem 19. und 20. Jahrhundert bis Anfang der 1950er-Jahre erfasst. Die ältesten und auch deshalb wertvollsten Stücke werden in abschließbaren Stahlschränken verwahrt. Wenn Mitarbeiterin Ilona Paschke ihre Schlösser öffnet und die Fächer herauszieht, geht Geschichtsliebhabern das Herz auf.  Sie blicken dann auf diverse gebundene Ausgaben des „Mecklenburger Boten“ (die frühere Zeitung), Mecklenburgische Urkundenbücher (im 1863 erschienenen Band Nummer 1 etwa ist die Geschichte der Stadt Lübz von 786 bis 1256 nachzulesen) und „Staatskalender“. Wertvoll für alle, die sich für die jüngere Geschichte interessieren, sind zum Beispiel die hier fast nahtlos vorhandenen „Statistischen Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik“ von 1955 bis 1989. Sie enthalten unzählige Angaben über öffentliches wie privates Leben in der DDR.

Die Idee, die Historische Bibliothek einzurichten, entstand einst im Stadtmuseum, das früher die alten Werke beherbergte. „Vor allem ältere Besucher – in erster Linie Lübzer – kamen dorthin, weil sie ihre Familiengeschichte aufschreiben wollten“, sagt Stefanie Becker, Geschäftsführerin des Vereins Lübzer Land e.V. „Dazu mussten sie Ahnenforschung betreiben, in alten Quellen recherchieren, was jedoch schon wegen der räumlichen Situation schwierig war.“

Herausgesucht werden die nachgefragten Bücher zwar immer noch, aber in ihnen lesen kann man jetzt in Ruhe in neu geschaffenen Räumen mit ausreichend Platz. Bis auf die eingeschlossenen Schätze können Besucher vieles auch ausleihen. „Eine Entscheidung, die wir nach dem Motto Vertrauen  gegen Vertrauen fällen“, sagt Stefanie Becker.

Der Geschäftsführerin zufolge werde der Bestand immer wieder ergänzt. Oft seien es ältere Menschen, die Bücher zur Bibliothek bringen. Dies liege vielfach in der kostanten Beziehung zu Ilona Paschke begründet, die seit gut 25 Jahren im Stadtmuseum arbeitet und entsprechend bekannt ist. Auch Stefanie Becker freue sich, wenn sie zum Beispiel zuhause DDR-Bücher aussortiere oder von Verwandten bekomme und die Bibliothek dann bereichern könne.

Die erfolgreiche Umsetzung der lange im Raum gestandenen Idee sei ein wichtiger Schritt in die Zukunft, mit dem der Verein Zugriff auf Wissen ermögliche. Folgen werde die Digitalisierung von historisch relevanten Dokumenten. „Wir haben unter anderem den Austausch mit der innovativ arbeitenden Güstrower Bibliothek gesucht und bekamen dort Bücher zu sehen, die man nur mit Baumwollhandschuhen anfassen darf“, berichtet Stefanie Becker. „Einige Einrichtungen haben eine eigene Software für ihren eigenen Bestand entwickelt. Das Otto-Lilienthal-Museum in Anklam war eine der ersten in unserem Land – ein geniales Projekt.“

Auch die Lübzer Bibliothek hat mittlerweile neben einer eigenen Telefonanlage  auch einen eigenen Internet-Auftritt: www.luebzerland.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen