zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 01:14 Uhr

Ausbildung zu Wasser : Und Sprung: 36 Meter tauchen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

ASB Wasserrettung bildet Rettungsschwimmer aus

von
erstellt am 19.Okt.2014 | 18:33 Uhr

Wohlig warme 30 Grad Celsius Lufttemperatur herrschen in der Schwimmhalle des MediClin Krankenhauses Plau am See. Noch bewegt sich das Wasser im Becken ganz wenig, doch bald wird es hin und her gehen, über den Beckenrand schwappen und aus dem Becken spritzen. Denn in nur wenigen Minuten werden zahlreiche Kinder und Jugendliche sich im Wasser tummeln. Nicht zum Spaß, sondern zum Training. Denn der Wasserrettungsdienst des ASB Kreisverbandes Schwerin-Parchim e.V. ist vor Ort und bildet einmal mehr zukünftige Rettungsschwimmer aus. Vier Stunden lang werden die Teilnehmer auf den Ernstfall vorbereitet, doch zunächst müssen ihre Schwimmfähigkeiten trainiert werden. Dafür ist Schwimmtrainerin Manuela Moritz vor Ort. „Welche Schwimmart benutzen wir bei der Rettung“, fragt sie ihre Schützlinge. Im Chor sagen die Kinder das Kraulschwimmen. Und warum? „Richtig, weil es die schnellste Schwimmtechnik ist.“ Nach den ersten Anweisungen geht’s ins Becken: Warm schwimmen – Kraul, Brust und Rücken, acht Bahnen, viermal hin und zurück.

Platsch! Das Wasser spritzt hoch. Am Beckenrand sammelt sich eine kleine Pfütze. Sie wird immer größer, je mehr Teilnehmer vom Beckenrand springen. Doch das ist dieses Mal erlaubt. Denn hier wird trainiert. „Nur der Zeh schaut ein bisschen rüber. Du brauchst die Kraft im Bein zum Abdrücken beim Springen“, erklärt ASB-Wasserretter und Ehrenmitglied, Wolfgang Westphal. „Weiter, weiter, weiter, weiter“, ruft Wolfgang Westphal am Beckenrand stehend. Seine Teilnehmer unter Wasser müssen ihn hören. Denn der erfahrene Wasserretter trainiert die Neuankömmlinge und auch diejenigen, die ihren Rettungsschwimmer in Bronze und Silber ablegen wollen. 36 Meter tauchen, zwei Bahnen hin und zurück ohne aufzukommen und Luft zu holen. Nicht alle Teilnehmer schaffen es an diesem Wochenende, es muss also weiter trainiert werden.


Muskelaufbau unter Wasser


Ein bisschen ruhiger und mit viel Spaß geht es im kleinen Becken der MediClin-Schwimmhalle zu. Barbara Westphal wartet auf ihre Teilnehmer. Alle da, alle haben unterschrieben. Dann kann es losgehen – mit der Wassergymnastik. „Wir dehnen erst einmal unsere Muskulatur. Dafür nehmen wir alle einen Ring und bilden dann einen Kreis“, erklärt die Wassergymnastik-Trainerin. Parallel zu den Schwimmkursen ihres Mannes, Wolfgang Westphal, findet in der Halle auch immer ein Wassergymnastik-Kurs für Senioren statt. Barbara Westphal macht es sichtlich Freude. Nachdem sich die Teilnehmer auf der Stelle in beide Richtungen – nach rechts, nach links – gedehnt haben, wird es jetzt unruhiger im Becken. „Trippel, Trippel und vorwärts: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend, Sonntag“, rufen die Teilnehmer gemeinsam mit Barbara Westphal im Chor und nehmen bei Sonntag die Arme nach oben aus dem Wasser. Der Nacken wird gedehnt und der Körper warm sowie gut durchblutet.


Mehr als 1200 Kinder ausgebildet


Während die Kursteilnehmer bei Barbara Westphal „Obstsalat“ spielen, wird im großen Becken direkt und konzentriert trainiert. „Unsere Hallenausbildung ist äquivalent zur Ausbildung an den Badestellen im Sommer“, erklärt Mike Stiehler, Kreisleiter ASB-Wasserrettungsdienst. In diesem Jahr hat der ASB mit seinem Wasserrettungsdienst acht Badestellen abgesichert. „Neu dazugekommen ist Neustadt-Glewe, eine sehr große Badeanstalt. Wir können aber sagen, dass es in diesem Jahr ein ruhiger Dienst war. Wir hatten keine Badetoten in unseren Bereichen“, so Mike Stiehler weiter.

Bei insgesamt 50 Kursen plus Schulsport hat der ASB Kreisverband Schwerin-Parchim e.V. in diesem Jahr mehr als 1200 Kinder ausgebildet. „Der Bedarf ist da. Die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen gehört zu unserem Steckenpferd. Es ist uns immens wichtig, dass wir das fortführen“, verdeutlicht Mike Stiehler. Die Bemühungen tragen immer wieder Früchte, das ist auch beim Rettungsschwimmerkurs in der Schwimmhalle des Plauer Krankenhauses zu erkennen. „Wir haben hier einen Teilnehmer, Chris. Der ist wirklich gut und er will weitermachen. Chris wird im April 16 Jahre und mit dem Rettungsschwimmer Silber kann er im Sommer als zweiter Mann Dienst an einer Badestelle machen“, verdeutlicht der Kreisleiter.

In den vergangenen fünf Jahren hat der ASB sehr gute Erfahrungen machen können. „Leider fehlt es an Schwimmhallen, weswegen es kaum noch Schwimmunterricht in der Schule gibt. Doch wir haben auch für das kommende Jahr noch weitere Grundschulen dazu gewinnen können“, so Mike Stiehler. Schon in diesem Jahr konnte der ASB-Wasserrettungsdienst mit zehn Grundschulen Kooperationsverträge schließen und die Schwimmausbildung der Schüler übernehmen und absichern.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen