Vorfreude auf Weihnachten : Und ab in den Weihnachtsbackofen

Ffleißige Weihnachtsbäcker:   John-Julian, Eva, Mara, Basti, Marc  und  all die anderen Kinder   sind mit Feuereifer bei der Sache und stechen Keksrohlinge aus.  Ganz vorsichtig legen sie  diese auf Backbleche. Am Ende kommen ziemlich  viele  davon in den Ofen.
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Ffleißige Weihnachtsbäcker: John-Julian, Eva, Mara, Basti, Marc und all die anderen Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache und stechen Keksrohlinge aus. Ganz vorsichtig legen sie diese auf Backbleche. Am Ende kommen ziemlich viele davon in den Ofen.

Plau am See: Bäckerei Behrens und der Verein „Wir leben“ laden zwei Wochen lang Kindergärten und Schulen zum Plätzchenbacken ein

svz.de von
04. Dezember 2013, 15:31 Uhr

Sie waren noch nicht zu sehen, die Vorschulkinder aus dem VS-Kindergarten „Villa Kunterbunt“, aber zu hören. Es war noch keine Neune, da stapften sie – laut ein Weihnachtslied singend – durch die Plauer Stietzstraße. Erst vor der Backstube Behrens, der mit 175 Jahren wohl ältesten Privatbäckerei Mecklenburgs, machten sie halt. Hier hatten die Mädchen und Jungen und ihre Erzieherin Regina Hoffmeister ein Date: Sie waren zum Plätzchenbacken verabredet.

Bäckermeister Harald Behrens und Juniorchef und Sohn Hannes Alexander erwarteten die Kinder bereits. Mit einem Berg Mürbeteig und der Rohmasse für Pfeffernüsse. Die Kinder waren begeistert. Mit Ausstechformen bewaffnet konnten sie es kaum erwarten, anzufangen. Blech um Blech füllten sie mit Herzen, Glocken, mit Micky Mäusen, Tannenbäumen, Sternen… „Plätzchenbacken macht Spaß“, sagt John-Julian und strahlt. „Zuhause habe ich auch schon welche gemacht, mit Mama und Papa.“

Diese Plätzchen waren nicht für Zuhause. „Die werden wir bei der Weihnachtsfeier unserer Kita verkaufen“, erzählt Regina Hoffmeister. „Zu der haben wir die Eltern und Großeltern am kommenden Sonnabend von 10 bis 11 Uhr in die Turnhalle am Bahnhof eingeladen.“ Freunde der Familien und anderen Interessenten dürfen natürlich auch gerne vorbeischauen und sich mit den Backwerken der Kleinen eindecken. Ist ja schließlich Advent.

Lange bevor der begann, hatte das Bäckermeister-Trio begonnen, Plätzchen, Kekse, kurz das gesamte weihnachtliche Sortiment nach alten Familienrezepten zu backen. „Seit Oktober praktisch jede Nacht“, erzählt Harald Behrens. Und wenn um 23 Uhr in der Backstube das Licht angeht, dann haben sich nicht nur Vater und Sohn die Schürzen gebunden. Auch Hans Behrens (81), der Senior der Familie, steht Abend für Abend pünktlich in der Backstube. Hannes (27), sein Enkel, kennt es nicht anders. Er hatte bei Bäcker Hatscher in Stavenhagen gelernt, arbeitet mittlerweile aber schon seit fünf Jahren im elterlichen Betrieb, den Meisterbrief längst in der Tasche. Ob er die Bäckerei einmal übernehmen wird?. „Ich hoffe es doch“, sagt sein Vater Harald und schaut seinem Jungen amüsiert dabei zu, wie der den immer noch fleißigen Mädchen und Jungen den Pfeffernussteig auf die Arbeitsplatte rollt. „Jaaaa, jetzt machen wir Pfeffernüsse“, rufen die begeistert. Obwohl schon etliche Backbleche voll belegt sind, scheint der Nachschub nicht auszugehen. Das ist gewollt. Die Plauer Backstube und der Verein „Wir leben“ haben die Kinder schließlich eingeladen – zum Plätzchen backen in erster Linie. Ganz nebenbei aber auch dazu, die Romantik dieses alten Handwerks in einer richtigen Backstube zu erleben und natürlich auch dazu, den Familienbetrieb kennenzulernen. Seit letzter Woche schon hängen die Behrens deshalb an ihre Acht-Neun-Stunden-Nachtschicht eine Frühschicht. Und noch bis nächste Woche haben sich Kita-Gruppen und Schulklassen angekündigt. „Dann legen wir uns halt ein bisschen später schlafen“, sagt Hannes. „Denn es ist einfach schön zu sehen, wieviel Spaß die Kinder haben.“

Das findet auch Marco Rexin, Vereinsvorsitzender von „Wir leben“. „Das Weihnachtsplätzchenbacken organisieren wir gemeinsam mit der Bäckerei Behrens jetzt seit mittlerweile vier Jahren und bekommen von den Kindereinrichtungen nur positive Resonanz.“ Für den Verein, der mittlerweile 40 Mitglieder zählt – einer von ihnen ist Juniorbäckermeister Hannes Behrens – und der seinen Aktionsradius von Plau am See aus nicht nur auf die Parchimer Region, sondern sogar auf Hamburg, Rostock, St. Petersburg, Berlin und Weimar ausgeweitet hat, ist es ein weiterer kleiner Beitrag, sich für Bildung, Kultur, Natur und Wirtschaft in der Region zu engagieren. Die Menschen will er – wie es neudeutsch so schön heißt – dabei mitnehmen. Und keine Frage, bei der Backaktion und den Lütten aus der „Villa Kunterbunt“ ist ihm das auf alle Fälle restlos gelungen.

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