20 Fragen an Verena Häggberg : Umzug in ein neues (Dorf-)Leben

Verena Häggberg
Verena Häggberg

Verena Häggberg, Pastorin der Kirchgemeinde Gnevsdorf-Karbow, zog mit ihrer Familie wegen des Berufs aus der Stadt aufs Land.

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08. Januar 2016, 16:26 Uhr

Verena Häggberg zog im September 2013 mit ihrer Familie aus der Großstadt Hamburg in das mecklenburgische Dorf Gnevsdorf, um hier die freie Pfarrstelle in der Kirchgemeinde Gnevsdorf-Karbow zu übernehmen. „Ins Pfarramt zu gehen, war damals schwierig. Denn es gab keine freien Stellen“, erinnert sie sich. Das war ein großer Schritt für die 42-Jährige – ein Umzug in ein neues (Dorf-)Leben. Groß geworden ist sie im Hamburger Bezirk Altona. Hier hat sie ihre Kindheit und Jugend verbracht, so dass sie noch viele Kontakte pflegt, unter anderem zu dem Pastor ihrer Heimatgemeinde und seiner Familie. Auch in der Politik hat sie sich engagiert. „Ich bin politisch interessiert“, sagt sie. Ihre Freizeit gestaltet Verena Häggberg aber mit der Familie. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne, Benjamin und Gabriel. Jetzt nahm sie sich die Zeit, SVZ-Volontärin Wibke Niemeyer die 20 Fragen zum Wochenende zu beantworten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?

Verena Häggberg: Die Retzower Heide. Wenn sie blüht, ist sie am schönsten.

Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort verändern?

Ich würde als Bürgermeisterin noch mehr Druck machen, was den Fahrradweg an der B 103 betrifft. Das ist immer wieder ein Thema in der Gemeinde. So könnte ich meine Kinder mit dem Fahrrad zum Kindergarten bringen. Ohne Radweg ist das aber zu gefährlich.

Wo kann man Sie in der Region am ehesten antreffen?

Wahrscheinlich auf den Friedhöfen oder am Telefon in meinem Büro.

Was wollten Sie als Kind werden?

Darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Ich hatte keinen konkreten Berufswunsch, ich wollte einfach schnell erwachsen werden. Ich fand es als Kind toll, dass die Großen über alles entscheiden durften.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?

Mit zwölf Jahren habe ich auf Flohmärkten mein Spielzeug verkauft. Das war ein lukratives Geschäft. Das eingenommene Geld habe ich dann für neues Spielzeug oder Eis ausgegeben.

Was würden Sie gerne können?

Klavier spielen. Es ist sehr schade, dass ich das als Kind nicht gelernt habe. Das konnten meine Eltern sich nicht leisten. Jetzt fehlt mir leider die Zeit dazu. Es ist wahnsinnig aufwendig.

Was stört Sie an anderen?

Wenn Leute über andere reden, um von sich abzulenken – das nervt mich.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Über meinen Sohn Gabriel (4). Er stand abends vor meinem Bett und sagte zu mir: „Wenn man klein ist, kann man nicht alleine heiern.“ Diese Verallgemeinerung war einfach zu süß. Da schlägt das Mutterherz. Er durfte dann bei mir schlafen.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Ich habe mir ein unvernünftiges Auto gekauft, einen Mini. Es hätte noch eine günstigere und praktische Alternative gegeben, aber Mädchen in meinem Alter mögen das.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Justus, Peter und Bob – aus dem Hörspiel „Die drei Fragezeichen“. Mit ihnen bin ich groß geworden. Sie haben meine Kindheit geprägt. Und jetzt werde ich mit ihnen alt.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Den Roman „Er ist wieder da“ von Timur Vermes. Das bin ich gerade angefangen zu lesen. Sonst lese ich gerne Krimis oder Liebesromane.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Fernsehen ist nicht meine Leidenschaft. Gezwungenermaßen schaue ich dann die Sendungen mit meinen Kindern auf KiKa. Hin und wieder schaue ich auch mal einen Tatort. Welche Sendung ich nie verpasse, ist die Radiosendung „Intensivstation“ montags abends auf NDR Info.

Wo trifft man Sie eher: Auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?

Fußball ist nicht meine Welt. Wenn schon, dann eher auf dem Fußballplatz. Hier interessiert mich aber dann nicht das Spiel, sondern mehr das Drumherum.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Ich würde gerne mal einen Vorstandsvorsitzenden eines wirtschaftlichen Großkonzerns treffen, um von ihm zu erfahren, wie sein Arbeitsalltag in seinem Konzern aussieht.

Was kommt bei Ihnen auf den Tisch?

Schnelles und leichtes Essen wie Nudeln mit Soße oder Sushi.

Was haben Sie immer im Kühlschrank?

Milch für den Kaffee.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Mit dem „Adagio“ von Tomaso Albioni. Welche Erinnerung dahinter steckt, bleibt aber mein Geheimnis.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?

Ein Kreuz. Das habe ich zum Abschied von der Kirchgemeinde in Schneverdingen geschenkt bekommen. Ich habe dort den Weltladen geleitet. Es erinnert mich an meine Zeit dort und symbolisiert mein Interesse für den fairen Handel.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Ich habe damit angefangen, einen Roman zu schreiben. Den würde ich gerne zu Ende schreiben.

Was werden Sie als Rentner machen?

Mir einen kleinen Sportwagen, Mazda MX5, kaufen und für das bedingungslose Grundeinkommen kämpfen.

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