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20. November 2017 | 03:18 Uhr

Umgehung: Plau macht gegen Ramsauer mobil

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erstellt am 22.Feb.2012 | 08:28 Uhr

Plau am See | Steht die Ortsumgehung für Plau am See nun auf dem Abstellgleis? Als Folge des neuen Investitionsrahmenplanes 2011 bis 2015 (IRP), den Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Mitte Dezember vergangenen Jahres vorgelegt hat, könnte die an der Seestadt vorbeiführende Trasse in weite Ferne rücken. Eigentlich war der Baubeginn für 2013 angedacht. In der Liste der im Geltungszeitraum von fünf Jahren umzusetzenden Projekte ist Plau nun aber gar nicht mehr dabei. Verschoben, heißt es. Grund: Das Finanzvolumen im Bereich des Bundesfernstraßenausbaus beträgt für Mecklenburg-Vorpommern nur noch 235,7 Millionen Euro. Im alten IRP waren es noch 580,7 Millionen Euro und damit 41 Prozent mehr Mittel gewesen. Nun sollen lediglich die Großbaustellen A 14 und die B 96 auf Rügen sowie die Ortsumgehungen Anklam und Levenhagen Realität werden.

In einem Rundschreiben, das unserer Redaktion vorliegt, hat Volker Schlotmann, MVs Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, nun die Landtagsabgeordneten aufgefordert, sich für die Ortsumgehungen Wolgast, Neubrandenburg und Mirow stark zu machen. Zumindest diese drei Vorhaben sollen seinem Willen nach nachträglich in den IRP aufgenommen werden. Plau hingegen rückt auf der Prioritätenliste ins Abseits. Die Mitglieder der Bürgerinitiative "LKW-Fern- und Schwerlastverkehr raus aus unserem Luftkurort Plau am See" wollen das nicht hinnehmen. "Wir haben lange gekämpft, um in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans zu kommen. Wir haben gedacht, wenn wir da rein kommen, dann geht alles gut", sagt Dietmar Villwock, Vorsitzender der BI. Dass das für nächstes Jahr avisierte Projekt nun kippen soll, macht ihn und seine Mitstreiter zornig. Die Seestadt könne sich nicht einfach so übergehen lassen. "Hier wird einfach frech gekürzt. Dabei sind das im Bundesverkehrswegeplan festgehaltene Projekte. Da muss man sich doch an die Gesetze halten", fordert Villwock. Die Bürgerinitiative will nun Bundestags- und Landtagsabgeordnete in die Pflicht nehmen, damit aus der langersehnten Trasse Wirklichkeit wird. Eine Bürgerversammlung ist für Anfang März geplant. Dann sind nicht nur die Mandatsträger von Bund und Land geladen, sondern auch Ministerpräsident Erwin Sellering. Von ihm habe die Plauer Bürgerinitiative das Versprechen erhalten, dass mit dem Bauprojekt 2013 begonnen werde, erklärt Villwock. Nun soll der Landesvater auch Wort halten, fordern die BI-Mitglieder. Die Einladung ist bereits an die Staatskanzlei verschickt worden, eine Antwort steht noch aus.

Viel versprechen sich die BI-Mitglieder auch von den Landtagsabgeordneten. "Die Entscheidungen, welche Projekte aus der Liste geflogen sind, lag schließlich beim Land", verdeutlicht Dietmar Villwock. Deshalb soll sich eben dieses nun wieder für die Ortsumgehung stark machen. "Wir müssen die gewählten Vertreter in die Pflicht nehmen, sie beim Schopfe packen und Ramsauer wieder auf das richtige Gleis bringen", gibt sich Villwock kämpferisch.

Sollten alle Stricke reißen: Die Bürgerinitiative hat einen Plan B. Wenn auch die Gesprächsrunde die Ortsumgehung nicht wieder auf die Agenda bringt, ist eine Demonstration wie sie bereits schon einmal in Plau stattgefunden hat, nicht ausgeschlossen.

Seit etlichen Jahren schon kämpft die Bürgerinitiative für die Trasse um die Seestadt. Nun wähnte man sich auf der Zielgeraden. Die Planungen sind weit vorangeschritten, liegen derzeit beim Bundesverkehrsministerium in der Endredaktion. Mehr noch: Als im August vergangenen Jahres Tiefbohrungen am Bahnübergang des Zachliner Weges vorgenommen wurden, um den Baugrund für die Brücken der Ortsumgehung zu erkunden, schöpfte man in Plau schon große Hoffnung ob des nahenden Baubeginns. Eine weitere Aufschiebung wäre ein Schlag ins Gesicht. Das will die Bürgerinitiative nicht hinnehmen. Mit ihren Forderungen steht sie indes nicht allein da: Unterstützung gibt es seitens aller Fraktionen der Stadtvertrertung, des Bürgervorstehers und des Bürgermeisters. "Es ist wichtig, dass die Stadt hinter uns steht", betont BI-Mitglied Frank Spaller. Vielleicht werden die Befürworter der Ortsumgehung schon bald möglichst viele, aktive Unterstützer brauchen - sollte eine weitere Demonstration unumgänglich sein. Abwarten wolle man jedenfalls nicht, schließlich steht für 2015 der nächste Bundesverkehrswegeplan an. "Und wer weiß, ob wir da wieder reinkommen", sagen die BI-Mitglieder.

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