zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. Oktober 2017 | 00:50 Uhr

Plauer Bahnhofsvorplatz : Umbau ohne Toilette?

vom

Der Bahnhosvorplatz in Plau soll ein neues Aussehen erhalten. Der Charakter des Areals entspräche nicht mehr dem eines Luftkurortes, die Bushaltestellen seien zu klein. Für ein WC fehlt jedoch das Geld.

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2013 | 04:37 Uhr

PLAU AM SEE | "Der Grund, warum wir den Bahnhofsvorplatz umgestalten wollen, ist ein zweifacher. Wir benötigen für den zunehmenden Busverkehr eine größere Bushaltestelle, zum anderen entspricht das Aussehen des Vorplatzes nicht dem Charakter eines Luftkurortes", erläuterte Plaus Bürgermeister Norbert Reier am Donnerstagabend in der Einwohnerversammlung. "Wir stellen heute die Vorplanung vor und wollen gemeinsam mit den Bürgern eine Lösung finden, indem wir deren Belange aufgreifen. Die Verwirklichung hängt aber davon ab, inwieweit das Land Fördermittel zur Verfügung stellt", so Reier und verwies auf den städtischen Schuldenberg von über 8 Mio. Euro, der abgebaut werden muss, und die vorgesehene Umgestaltung des Burggeländes, die mit rund 3,5 Mio. Euro zu Buche steht.

Irina Herling, verantwortlich für den Bereich Tiefbau im städtischen Bauamt, erläuterte drei Varianten, die bereits im Bauausschuss diskutiert worden sind. Vorabstimmungen gab es mit dem Seniorenbeirat, den Busunternehmen und den Touristikern. Das Land fördere den Öffentlichen Personennahverkehr, alles was darüber hinausgeht, müsse die Stadt finanzieren, so Herling. Zum Ist-Zustand bemerkte sie, dass die Kopfsteinpflasterung abgesackt und die Oberflächenentwässerung mangelhaft ist. Die vorgestellte Bauplanung umfasst die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes zu einem Busbahnhof in Pflaster- und Asphaltbauweise. Der Vorplatz soll in einer Breite von 6,5 Metern für den Begegnungsverkehr Bus/Bus in Asphalt gebaut werden. Die einspurige Fahrbahn erhält eine Breite von 3,55 Metern. Der nordwestlich der Fahrbahn gelegene Gehweg wird rollstuhlgerecht in einer Breite von 1,5 Metern gepflastert. Der Gehweg vom Bahnhofgebäude zur Klitzingstraße wird in einer Breite von 3 Metern ausgebaut. Die Parkflächen erhalten ebenfalls eine Pflasterung. Im Wesentlichen umfasst das Bauvorhaben folgende Bestandteile: Rückbau der vorhandenen Oberflächenbefestigung, Neubau einer Bushaltestelle, Neubau/Umbau eines Gehwegs, von Entwässerungs- und Beleuchtungsanlagen und Parkflächen. Direkt vor dem Bahnhofsgebäude werden Kurzzeitparkplätze zum Ein- und Aussteigen der Reisenden eingerichtet. Gegenüber entstehen zwei Busparkplätze. An der bisherigen Bushaltestelle sollen vier Busse hintereinander stehen können. Neben dem Bahnhofsgebäude zur Klitzingstraße hin werden 20 Autoparkplätze sowie Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Mopeds eingerichtet. Das Ganze kostet 420 000 Euro, davon würde das Land 75 Prozent Nettoförderung (also ohne Mehrwertsteuer) übernehmen, wobei die Planung allein von der Stadt getragen wird.

Eine weitere Variante, die aber nicht die Zustimmung der Anwesenden fand, kostet 540 000 Euro. Hier wird die bisherige Bushaltestelle zum Autoparkplatz, die vier Busse halten dann zu je zwei Bussen parallel an einer Verkehrsinsel zwischen Bahnhofsgebäude und Klitzingstraße. Hier wäre es aber dann nicht mehr möglich, mit dem Auto an den stehenden Bussen vorbeizufahren. Die alten Linden sollen unbedingt erhalten bleiben, so dass keine Verbreiterung der Fahrbahn möglich ist. Gibt es gar keine Förderung, muss der Vorplatz saniert werden, was 132 000 Euro kosten würde. Dazu meinte Rüdiger Hoppenhöft: "Die Sanierung wird genauso teuer wie der Eigenanteil, wenn gefördert wird", und wurde deshalb einhellig verworfen.

Der Seniorenbeirat wünschte sich eine Toilette am Bahnhof, doch das ist nicht förderfähig, entgegnete der Bürgermeister, der zudem auf die Folgekosten aufmerksam machte. Dem Wunsch, das historische Kopfsteinpflaster zu erhalten, erteilte er ebenfalls aus Kostengründen eine Absage. Dass wieder eine Treppe gebaut werden müsste, die den Höhenunterschied zwischen Bahnhofsvorplatz und Bahnhofstraße überwindet, wird in die Planung aufgenommen. Auch soll das Gespräch mit dem Besitzer des Bahngeländes gesucht werden, um eventuell sein Gelände zwischen Straße und Bahngleisen in die Umgestaltung einzubeziehen. Die bisherige Planung beschränkt sich auf die Flächen, welche der Stadt gehören.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen