Plau am See : Uhren-Geschichten und ein Laufrad

Mimte bei der Eröffnung Karl von Drais – Museumsfreund Roland Supra. Den Nachbau seines Laufrades von 1818 hat Museumsfreund Albrecht Reisch gearbeitet.
Mimte bei der Eröffnung Karl von Drais – Museumsfreund Roland Supra. Den Nachbau seines Laufrades von 1818 hat Museumsfreund Albrecht Reisch gearbeitet.

Plauer Burgmuseum startete Gründonnerstag in die neue Saison: Besucher dürfen sich wieder auf einige Neuheiten freuen

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01. April 2018, 15:00 Uhr

Gründonnerstag war Saisonstart im Plauer Burgmuseum. Wie jedes Jahr gedieh der zum Großereignis: Da enterten nicht nur Vereinsmitglieder die heiligen Hallen, in denen in den Wintermonaten fleißig hinter den Kulissen an Neuheiten gearbeitet wurde. Da gaben sich auch Vertreter aus Politik und Verwaltung, Freunde und Unterstützer des Museums die Klinke in die Hand. Und mit den Plauer Shantys übernahm erstmals ein weltbekannter Chor den vielstimmigen Auftakt. Natürlich übertrieb CDU-Landtagsmitglied und Tourismusverbandspräsident Wolfgang Waldmüller (gern) ein wenig. „Aber“, sagte er, „seit der Internationalen Tourismusbörse in Berlin kennt die Welt Plau am See und das dank des Auftritts der „Plauer See-Männer“. Plau liege ihm am Herzen, gestand Waldmüller. Was wieder erklärt, warum Dieter Ehrke, der vor beinahe 20 Jahren einer der Gründerväter des Museums war, ihn mit „langjähriger Freund, Unterstützer und treuer Begleiter“ begrüßte. Dieter Ehrke dankte Waldmüller dafür, dass er sie im Herbst vergangenen Jahres antrieb, die Besucher zum Saisonstart wieder zu überraschen. „Er informierte uns damals, dass es da einen Fonds beim Ministerium für Kultur gibt, Gelder, dafür da, etwas anzuschieben. Da müsst ihr unbedingt was machen.“ Und weil die Museumsfreunde, die ihre Wurzeln im Plauer Heimatverein haben, um Ideen noch nie verlegen waren, können sie den Besuchern nun tatsächlich wieder Neuheiten präsentieren. „Aus dem genannten Fonds bekamen wir 7000 Euro. Davon konnten wir neue, schicke Vitrinen anschaffen, in denen wir unsere wertvollsten Ausstellungsstücke nun auch sicher verschließen können“, berichtete Ehrke. „Auch konnten wir unsere Sonderausstellung 200 Jahre Fahrrad, die wir im vergangenen Jahr zum großen Jubiläum erstmals präsentierten, erweitern.“ In der ohnehin wohl einmaligen Sammlung, die die Entwicklung des Fahrrades vom Laufrad zum heutigen Hightech-Gerät dokumentiert, zeigen die Plauer nun einen zweiten Nachbau des Ur-Fahrrades von Erfinder Karl von Drais. Zum Beweis schnappte sich Roland Supra den neuen, alten Flitzer, drehte eine Runde durchs Obergeschoss des Museums und rief „Platz da, ich muss zum Großherzog“. Ja, für den hatte der Forstbeamte und bedeutendste Erfinder in der Biedermeierzeit sein „Mobil“ damals entwickelt und gebaut.

Doch zurück zum Museum und dem, was es hier Neues zu entdecken gibt. Nachdem die Ausstellungsstücke von Tierarzt Stimming im Herbst vergangenen Jahres an das Museum in dessen Heimatstadt Meyenburg gingen, zeigen die Plauer nun ihrerseits eine Uhrenausstellung. „Ohne wissenschaftlichen Hintergrund, reine Schönheit“, verspricht Dieter Ehrke. „Sie dokumentieren nicht nur das vordigitale Zeitalter. Sie erzählen auch Geschichten.“ Wie die von der Mutter mit ihren drei Kindern, die im Winter 1945 aus Ostpreußen fliehen musste. Im Treck. Über die zugefrorene Ostsee. Mit zwei treuen Pferden. Die brachten die kleine Familie bis nach Malchow. Dann starben sie.

Plaus Museumsführer werden den Besuchern diese und andere Uhren-Geschichten demnächst täglich zwischen 10 und 17 Uhr erzählen. Wenn dann das geplante Leader-Vorhaben „Audio-Guide“ greift, werden auch ausländische Museumsbesucher neben diesen Uhren-Geschichten die vielen interessanten Hintergründe zur Ausstellung „Technik des 19. Jahrhunderts“, über Kopfhörer verfolgen können.

Die Stadt wird in diesem und im kommenden Jahr noch ca. drei Millionen Euro in den bereits laufenden Umbau und die Sanierung des Burgensembles investieren. Die Museumsfreunde begrüßen das. Dem Standort, der somit zum kulturellen Herz in der Altstadt wird, wird das guttun und sicher noch mehr Gäste ins Museum locken.

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