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Internationaler Museumstag Lübz : Über geringes Interesse enttäuscht

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Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Enttäuschung ist groß: Kein einziger Besucher kam zur Eröffnung des Internationalen Museumstages in Lübz. Die Industrie-Ausstellung im Wasserturm ist nur eine Woche lang zu sehen.

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erstellt am 22.Mai.2016 | 18:00 Uhr

Niemand hatte erwartet, vor Menschen auf dem Burghügel nicht mehr treten zu können, aber das war dann doch zu hart: Zur Eröffnung des 39. Internationalen Museumstages um 10 Uhr im Foyer des Bürgersaals, dem sich beidseitig die Stadtbibliothek anschließt, kam niemand – nicht ein einziger Mensch. Und der Mann, der dort mit seinen beiden Enkeln knapp eine Stunde später zum Bilderbuchkino eintraf, verlor sich in den großen Räumen fast. Stefanie Becker, Geschäftsführerin des Vereins Lübzer Land e.V., war die Enttäuschung anzumerken. „Wir haben diese Veranstaltung seit Februar vorbereitet, viel Energie investiert, uns solche Mühe gegeben, und dann so etwas“, sagte sie. Gemeldet war das Lübzer Sonntags-Engagement mit vier Kräften des Vereins und drei Schülern unter anderem auch beim Museumsverband Mecklenburg-Vorpommern, um seine große Plattform zu Werbezwecken zu nutzen. Für Vereins-Mitarbeiterin Kerstin Rutz passt der Misserfolg zu ihren Erfahrungen: „Bei gutem Wetter haben wir öfter weniger Besucher. Regen ist zumindest für uns besser, wage ich zu behaupten. Und obendrein darf man das heutige Parallelangebot in vielen Orten nicht vergessen.“

Schon am Sonnabend kamen  in die Stadt-Info ganze acht Besucher, das Museum blieb ganz leer. Mit letzterer Einrichtung ist Ilona Paschke seit Jahrzehnten verbunden. „Im vergangenen Jahr hatten wir immerhin 55 Besucher in acht Führungen, 25 gingen in den Wasserturm“, sagt sie. „Stark zu spüren bekommen wir, dass das Hotel ,Zur Eldenburg’ seit dem 1. Mai geschlossen ist. Viele Gäste kamen von dort auch in der Zeit vorm Einchecken zu uns.“ Bis zum späten Nachmittag besuchten gestern fünf Interessenten den Wasserturm und zehn das Museum...

Am 3. und 4. Oktober 2015 war im Wasserturm – vom Verein „Lübzer Land“ von den Stadtwerken gepachtet – die Ausstellung  zur Indus-triegeschichte der Stadt Lübz zum ersten Mal für kurze Zeit zu sehen. „Ihre Realisierung hat viel Geld gekostet. Weil der Turm innen zu feucht ist, kann sie nicht auf Dauer in ihm bleiben“, sagt Stefanie Becker. Anlässlich des Jubiläums der Stadtwerke wurde die Exposition auf Wunsch des Unternehmens erneut für kurze Zeit  dort aufgebaut. In dieser Woche ist sie noch einmal bis zum Wochenende zu sehen.

Christin, Maurice und Fenja, Schüler des Eldenburg-Gymnasiums, haben sich zu Museumsführern ausbilden lassen und waren gestern auch gekommen. „Als ich vor ein paar Jahren anfing, war ich noch zu jung, um richtig zu arbeiten“, berichtet Fenja. „So kam ich zum Museum und habe es – möchte ich fast sagen – im Laufe der Zeit lieben gelernt.“ Neben der Materie an sich sei unter anderem positiv, dass man lerne, mit Menschen umzugehen, und ständig etwas dazulerne, weil Besucher jedes Mal etwas von ihren Erfahrungen berichteten.

Nach Meinung von Stefanie Becker müsse der Verein  die Schüler über die Führungen hinaus mehr in die Museumsarbeit integrieren, „ihr kreatives Potential ausschöpfen“. Neue Ideen gebe es bereits – nicht zuletzt auch deshalb, weil man sich regelmäßig neue Museen anschaue: „Es ist ein langer Prozess.“

Auch nach Ende der Schulzeit reiße der Kontakt oft nicht ab. Ein Beispiel dafür sei Sandra Rusch, die eine Ausbildung begonnen habe und in Parchim wohne, an Wochenenden jedoch immer wieder gern nach Lübz komme, um Führungen zu übernehmen.

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