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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

12. Dezember 2017 | 21:07 Uhr

Mestlin : Tschechow unter freiem Himmel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Premiere: Neue Freilichtbühne auf Mestliner Forsthof / Im nächsten Sommer weitere Aufführungen geplant

von
erstellt am 01.Sep.2014 | 16:42 Uhr

Fast war es ein Geheimtipp, die Freilichtaufführung „Kleine Scherze“ am Samstagabend in Mestlin. Ein bisschen Werbung in den Medien und dazu die Mundpropaganda und die, die kamen, erlebten eine ganz besondere Premiere.

Vor dem einstigen Forsthaus, umrahmt von weiteren Wirtschaftsgebäuden und inmitten großer alter Linden, war ein Podest aufgebaut. Ein Herr in Frack und Zylinder gestaltete das Podest, verkleidete es und war ansonsten bestrebt, seine Aktivitäten vorab mit denen eines Bühnenarbeiters und auch eines Gästebetreuer zu verbinden, in dem er unter anderen Gästen einen Stuhl anbot. Seitlich war die Tontechnik aufgebaut und Karl Neukauf spielte und sang dazu.

So langsam kamen die ersten Besucher und das Rund füllte sich. Der eine trank noch ein Glas Wein, andere probierten die leckeren Speisen und andere staunten über die Vielzahl an unterschiedlichsten Brotaufstrichen, die man erwerben konnte. An kleinen Tischen wurde Platz genommen, gespannt und erwartungsvoll harrte man der Dinge, die da angekündigt waren. „Kleine Scherze“ heißt dieser Tschechow-Abend mit Künstlern des Vereins TheaterBurg Roßlau e.V. und in der Tat, die kleinen Dinge in und am Forsthof waren es, die den Abend abrundeten. In „Der Heiratsantrag“ spielte Ute Loeck die Tochter des Gutsbesitzers, der wiederum von Klaus Händscheid dargestellt wurde und der Mann in Frack und Zylinder war Andreas Brendel, der der Nachbar des Gutsbesitzers ist und nun zum heiratswilligen Antragsteller wird. Doch anstatt seinen Antrag stilvoll vorzubringen, endet alles in einem Streit um die Ochsenwiesen und später um einen Hund.
Nach einer ergiebigen Pause, bei der wiederum die Leckereien probiert werden konnten, wurde der Abend mit dem zweiten Einakter „Der Bär“ fortgesetzt. Hier will der Gutsbesitzer Grigorij (Klaus Händscheid) Schulden bei der verwitweten Gutsbesitzerin Elena (Vania Brendel) eintreiben. Doch auch hier eskaliert ein Streit und letztlich findet man statt eingetriebener Schulden die Liebe, nicht zuletzt durch Luka, gespielt von Ute Loeck.

Die Besucher dieses Abends waren so begeistert, dass auch der einsetzende Regen weder die Akteure auf noch vor der Bühne beeinflussen konnte.

Veranstalter ist der Augziner Verein Ichthys e.V., der mittlerweile einige Immobilien in der Region besitzt, darunter auch das einstige Forsthaus. „Dieses wollen wir ausbauen als öffentliches Zentrum u. a. für Kulturarbeit, Seminare und eine kreative Werkstatt“, war von Mitgliedern des Vereins Ichthys zu erfahren, zu der auch die Initiative Aurea Arcadia gehört. Die Mitglieder des Vereins sind froh, dass sie auch viel Unterstützung seitens des Amtes Goldberg-Mildnitz und des Landkreises bekommen. So sollen aus EU-Fördertöpfen im Rahmen der Leader Plus-Initiative Gelder fließen, „die dann unter anderem in die Dachsanierung des Forsthauses fließen werden. Auch die Vorstellung heute wurde gefördert“, hieß es weiter.

Insgesamt erhoffen sich die Vereinsmitglieder mit ihrem Angebot eine weitere Stärkung der Region in Sachen Kulturarbeit, was angesichts des Erfolges am Sonnabend auch zu wünschen ist. Schon jetzt darf man gespannt sein, welche Stücke im nächsten Jahr auf der Freilichtbühne auf dem Forsthof in diesem (fast) einmaligen Ambiente präsentiert werden, der Auftakt am Sonnabend war jedenfalls vielversprechend.


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