Nachwuchs-Apothekerin : Traumjob in Lübz gefunden

Nachwuchs-Apothekerin Anja Rapp ist für ihren Traumberuf in die Umgebung von Lübz gezogen.
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Nachwuchs-Apothekerin Anja Rapp ist für ihren Traumberuf in die Umgebung von Lübz gezogen.

Anja Rapp arbeitet seit Sommer 2017 in Lübzer Apotheke. Eines Tages möchte sie das Geschäft übernehmen.

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04. Januar 2018, 21:00 Uhr

Mit einem Schulpraktikum in einer Apotheke fing alles an. Schon als Jugendliche wollte Anja Rapp Apothekerin werden. Der Umgang mit Menschen bereite ihr Spaß und das „Drumherum“ in einer Apotheke gefalle ihr heute wie damals. Die heute 30-Jährige verfolgte eifrig ihr Karriereziel. Hinter ihr liegen die Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) in Lüneburg, das Pharmazie-Studium in Greifswald und bereits einige Jahre beruflicher Alltag. Seit Juli 2017 arbeitet Anja Rapp in ihrem absoluten Traumberuf, inmitten der Lübzer Innenstadt.

Zukunftsperspektive: die eigene Chefin sein

Wolfgang Zimmermann, langjähriger Inhaber der dort ansässigen Elde-Apotheke, stellte die frisch gebackene Apothekerin mit der Option ein, eines Tages an sie das Geschäft zu übergeben. „Gesucht und gefunden“, so beschreiben die junge Frau und der Geschäftsmann ihre Zusammenarbeit im SVZ-Gespräch. Anja Rapp hat den festen Wunsch, in Zukunft ihre eigene Chefin zu werden. „Hier in Lübz möchte ich meine Visionen verwirklichen. Ich möchte nicht nur auf Befehle hören, sondern eigenständig arbeiten und selbst Verantwortung für Kunden und Mitarbeiter übernehmen“, sagt sie. Statt von Null auf Hundert, soll der Übergang zum eigenen Geschäft fließend vonstatten gehen, ergänzt Wolfgang Zimmermann.

Nachwuchsförderung liege dem Lübzer am Herzen. Zudem bewundere er die Courage seiner Kollegin: „Ich habe Respekt vor ihrem Mut, in der heutigen Zeit so etwas anzufangen.“ Dem ländlichen Raum droht das „Apothekensterben“, dem seien sich die Pharmazeuten aus der Mühlenstraße bewusst. Was den Berufsstand an sich betrifft, ist Wolfgang Zimmermann gegenteiliger Meinung: „Apotheker ist kein sterbender Beruf. Solange es Arzneimittel gibt, wird es immer Apotheker geben, denn es ist egal, auf welchem Weg die Mittel zum Patienten kommen.“ Doch der Strukturwandel im Apothekenwesen ist im vollen Gange. Diesen Fakt blenden Anja Rapp und der Mann, in dessen Fußstapfen sie in ein paar Jahren treten möchte, auf keinen Fall aus.

Apothekensterben: „Nachteile für Patienten“

Beide üben Kritik daran, dass der Europäische Gerichtshof das deutsche Arzneimittelpreisrecht kippte. Das bedeutet, ausländische Versand-Apotheken dürfen Rabatte gewähren, wenn sie rezeptpflichtige Medikamente nach Deutschland versenden. Für deutsche Apotheken besteht die Preisbindung weiterhin. Selbstständige Apotheker glauben daher, dass die wohnortnahe Versorgung durch die aktuelle Gesetzgebung gefährdet sei. Langfristig gedacht, würde das Apothekensterben u.a. steigende Preise für Arzneimittel bedeuten. „Weniger Vorort-Apotheken bedeuten für den Kunden, dass er längere Wartezeiten und kaum Beratung in Kauf nehmen müsste“, erklärt Anja Rapp zu diesem wichtigen Thema. Die künftige Selbstständigkeit in der Eldestadt ist eine Herausforderung für Anja Rapp. Um die Apotheke wirtschaftlich zu halten, möchte sie „immer am Ball bleiben und mit der Zeit gehen“, so die freundliche 30-Jährige.

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