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20 fragen zum wochenende : Träume zwischen Büttenwarder und Islandtherme

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Informatiker Ralf Swodenk betreibt seit gut einem Jahr eigenes Ladengeschäft in Lübz / Er liebt Kälte, Eis, Sturm und den trockenen Humor von ‚Adsche’ Tönnsen und Kurt Brakelmann

Sein Leben lang war Ralf Swodenk auf Montage – lange in Russland, oft in Skandinavien, schließlich in Süddeutschland. 2010/11 war Schluss damit, setzte der gelernte Fernmeldebaumonteur und studierte Elektrotechniker neue Prioritäten. „Meine Familie war über all die Jahre einfach zu kurz gekommen“, bringt Swodenk auf den Punkt, was ihn bewog, sich in der Heimat selbstständig zu machen. Seitdem führt er ein Ladengeschäft in Lübz. Computer zu reparieren ist dabei mehr Hobby für den Bastler, die „Ostseetechnik ITK - Dienstleistungen“ die Basis für sein eigentliches Geschäftsfeld, die Installation kompletter Telefon- oder Videoüberwachungsanlagen etwa. Und „Ostsee“ im Titel ist übrigens eine Hommage an seine Heimat - Warnemünde.

Jetzt traf sich Ralf Swodenk mit Redakteurin Simone Herbst auf eine nette Plauderei und 20 Fragen zum Samstag.

 

Herr Swodenk, wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?
Vor allem in meinem privaten Umfeld natürlich, zum anderen aber auch entlang der Ostseeküste zwischen der dänischen Insel Møn und Rügen. Steilküsten, windgebeugte Bäume und dazu ein schöner Sturm – da kann ich mich so richtig schön hängen lassen. Ich liebe aber auch die Seen hier bei uns.
Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort ändern?
Schwer zu sagen. Änderungen sind letztlich immer mit finanziellen Aufwendungen verbunden, mit Mitteln, die weder die Stadt noch der Landkreis haben. Wären sie jedoch in ausreichendem Maße vorhanden, dann sollte man über den weiteren Ausbau der Wasserwanderwege, der Radwege und vor allem über die Busverbindungen zwischen den Dörfern in unserem Flächenland nachdenken. Gerade älteren Leuten sind oft die Hände beziehungsweise die Füße gebunden. Um von A nach B zu kommen, müssen sie heutzutage ganze Tagestouren planen. Als Bewohner eines Dorfes mit knapp 100 Einwohnern, das nicht gerade an der Bundesstraße gelegen ist, weiß ich, wovon ich rede. Aber ich habe ein Auto. Für die Älteren bedeuten fehlende Anbindungen die blanke Katastrophe.
Wo kann man Sie in der Region am ehesten antreffen?
Mit dem Motorboot auf den Seen unserer Region – wenn ich dazu die Zeit hätte.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mein erstes eigenes Geld war mein Lehrlingslohn von ca. 260 DDR-Mark.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Kann ich gar nicht mehr sagen. Ich weiß aber noch, dass ich vom ersten Lehrlingslohn an immer einen Teil beiseite gelegt habe, um mit meinen Kumpels im Sommer nach Ungarn fahren und Platten kaufen zu können.
Was würden Sie gerne können?
Sehr gern würde ich mit Freunden nochmals alle Städte und Baustellen besuchen, die ich während meiner fünfjährigen Arbeit an der Erdgastrasse kennen lernen durfte. Wir haben dort damals Steuerungs- und Fernmeldekabel für die Kommunikation zwischen den Verdichterstationen verlegt.
Was stört Sie an anderen?
Was mich wirklich auf die Palme bringt, sind Unaufrichtigkeit und Ignoranz.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Zugegeben, Schadenfreude ist eine sehr einseitige Freude, aber wenn unsere Katze in einem Anfall von Übermut versucht, übers Wasser zu laufen und auf halbem Wege merkt ,Moment, Wasser hat doch keine Balken’, dann kann das schon sehr komisch sein.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Meine letzte Sünde? Ich habe an Weihnachten viel zu viel gegessen und mich viel zu wenig bewegt.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Menschen, die sich für andere einsetzen, ohne dafür einen Gegenwert zu erwarten.
Welches Buch lesen Sie gerade?
,Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär’. Na gut, ich habe es schon vor Jahren gelesen. Mein Sohn hat jetzt das entsprechende Hörbuch. Es ist unglaublich entspannend, während der Autofahrt den Geschichten von Minipiraten und Klabautergeistern zuzuhören. Ich könnte jedes Mal quieken vor Lachen.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Wer stellt die Kombination aus Landleben, Bauernschläue und dem Streben nach Glück besser dar, als Arthur ‚Adsche’ Tönnsen und Kurt Brakelmann. ,Neues aus Büttenwarder’ – eine wirklich gelungene Überspitzung.
Wo trifft man Sie eher: Auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?
Beim Fußball niemals. Viel lieber gehe ich im Wald spazieren oder lege mich in den Garten und höre dem Gras beim Wachsen zu.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Walter Moers, um ihn zu fragen, woher er seine unglaublichen Phantasien nimmt.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch?
Vermutlich nichts, bei mir brennt sogar Wasser an.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Ich habe absolut kein spezielles. Aber ich hatte im vergangenen Jahr das große Glück, die Legende Neil Young live auf der Bühne zu sehen. Diese Herren weit über der 60 haben so viel Spaß am Spielen. Es war einfach Klasse.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?
Das waren ein paar Laufschuhe, die ich – ich machte damals Leichtathletik – zu Weihnachten bekam, als sich 12, 13 war. Meine Mutter musste all ihre Überredungskünste aufbieten, um mich zu überzeugen, sie wenigstens vorm Schlafengehen auszuziehen. Zwei Jahre später kam ich zur Sportschule in Rostock. Da wurden wir regelmäßig mit allem ausgestattet. Doch bis dahin war es schwer, gute Sportsachen zu bekommen.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Ich liebe Kälte, Eis, Schnee und Sturm. Und ich liebe warmes Wasser. Eine Kombination aus all diesen Dingen findet man auf Island. Dahin würde ich gern mal mit der Fähre fahren. Ich würde die Insel erkunden und bei abendlicher Beleuchtung in einer Thermalquelle schwimmen.
Was werden Sie als Rentner machen?
Wahrscheinlich arbeiten und hoffentlich in Würde altern, ohne irgendwelche Schläuche hinter mir herzuziehen.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Meinen Kindern. Mich würde wirklich brennend interessieren, was die so zu sagen hätten.

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von
erstellt am 05.Jan.2014 | 09:00 Uhr

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