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Sinkende Urlauberzahlen wegen Regensommer : Touristen-Minus für Plau am See

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Der Regen des letzten Sommers hat die Urlaubssaison für Hoteliers und Privatvermieter in Plau ins Wasser fallen lassen: 404522 Übernachtungen und damit 20362 weniger als noch im Vorjahr wurden 2011 registriert.

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erstellt am 27.Mär.2012 | 09:34 Uhr

Plau am See | Kalte Dusche für Plaus Touristiker: Der Regen des vergangenen Sommers hat die Urlaubssaison für Hoteliers und Privatvermieter in der Seestadt regelrecht ins Wasser fallen lassen. Die Bilanz des Tourismusjahres 2011 zeigt: Die Übernachtungszahlen sind merklich eingebrochen. 404522 Übernachtungen und damit 20362 weniger als noch im Vorjahr wurden registriert. "Die größten Rückgänge haben wir beim Camping" resümiert Bürgermeister Norbert Reier. "Wir sind aber noch mit einem blauen Auge davon gekommen", resümiert Verkehrsvereins-Chef Thorsten Falk. Die Ostseeküste habe es weit schlimmer getroffen. Dennoch: Mit der Bilanz kann und will Plau nicht zufrieden sein.

Dass die Seestadt ihren Status als Touristenstadt im Herzen Mecklenburgs und als attraktivste Urlaubsdestination im Landkreis weiter ausbaut, ist offensichtlich: Die Anzahl der Betten in der Seestadt ist im vergangenen Jahr stätig gestiegen. 3552 Betten boten Hotels, Pensionen, Kurklinik und Privatvermieter 2011 an. "Dadurch sinkt aber auch die Auslastung des einzelnen Anbieters", verdeutlicht Thorsten Falk. Die Betten waren im vergangenen Jahr zu 41,11 Prozent ausgelastet - ein Minus von rund zwei Prozent gegenüber 2010.

Auffällig ist vor allem ein Trend: Plaus Gäste werden immer älter. Zählte der Durchschnitts-Tourist 2010 noch rund 52 Jahre, so ist er jetzt um die 56. "Darauf müssen wir uns auch mit unseren Angeboten einstellen", fordert Bürgermeister Norbert Reier. Der derzeitige Ausbau des Burgmuseums sei ein Schritt in diese Richtung. Gerade mehr Angebote für Familien und Großeltern-Enkel-Gespanne sollen die Urlauber länger in der Stadt halten. Seit Jahren schon liegt die Verweildauer der Touristen durchschnittlich bei rund viereinhalb Tagen. Allein auf eigene Angebote könne man ganzjährig aber nicht setzen, sagt Reier. Umso wichtiger sei es, dass auch in der Umgebung etwas geschehe, wie etwa der Bau der Strohballenhäuser im Wangeliner Garten. Mit eigenen Projekten wie dem Strandstraßen- und Metow-Ausbau will Plau den Wassertourismus stärker vorantreiben.

Baustellen gibt es aber auch andernorts. "Im Bereich der Ver- und Entsorgung gibt es einiges zu verbessern. Zum Beispiel an den Badestränden. Das Niveau Dixiklo ist nicht zeitgemäß", sagt Reier.

Nach wie vor sorgt der Zustand des Seenradrundweges für Beschwerden seitens der Urlauber. "Wir werden da jetzt tätig. Wir haben den Zusagebescheid vom Innenministerium erhalten", sagt Reier. Auf der Agenda stehe der Ausbau des Unkel-Bräsig-Weges. Ein Drittel des Weges ist bereist asphaltiert, nun soll der Rest folgen. Ein weiterer gehöriger Wettbewerbsnachteil begleitet die Plauer Touristiker seit Jahren: "Wir haben es noch immer nicht geschafft, einen vernünftigen DSL-Anschluss zu bekommen", sagt Thorsten Falk. Im Zeitalter, in dem Social Media und der tägliche E-Mail-Check kaum wegzudenken sind, ist das Touristen nur schwer zu vermitteln. "In bestimmten Bereichen haben wir hier eine schlechtere Netzqualität als in weiten Teilen Afrikas und Indiens. Dabei sollte das längst Standard sein", moniert Falk.

Mit dem, was die Seestadt bieten kann, will sie allerdings weiterhin in die Offensive gehen. Plau setzt auf Online- und Messeauftritte und will auch Maskottchen Plaulina verstärkt einsetzen. Wichtigste Grundlage für steigende Gästezahlen aber seien Qualität und Service in Plau selbst, sagt Tourist-Info-Chef Michael Wufka. Ein zufriedener Gast sorge für positive Mund-zu-Mund-Propaganda - für Plau unbezahlbar. "Da nützt uns keine Werbung. Das sind subjektive Eindrücke. Das müssen wir vor Ort hinkriegen", sagt Wufka.

Damit sie möglichst viele Urlauber von ihren Angeboten überzeugen können, hoffen die Touristiker für die bevorstehende Saison vor allem auf eines: gutes Wetter. Eine weitere verregnete Saison wäre allzu bitter für den Tourismusstandort Plau - und kostspielig obendrein.

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