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13. pflügerwettbewerb : Torsten Schönsee schafft Hattrick

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Zum dritten Mal in Folge holt der Karbower beim Pflügerwettbewerb den Sieg im Beetpflügen und auch den Gesamtsieg

Um kurz nach halb drei Uhr am Nachmittag steht es fest: Torsten Schönsee gewinnt zum dritten Mal in Folge im Bereich Beetpflügen den Pflügerwettbewerb Westmecklenburgs und sichert sich mit 93,5 von insgesamt 100 Punkten auch den Gesamtsieg. Kurz vor Beginn des Wettbewerbs hatte der Karbower alles andere als mit einem Sieg gerechnet. „Bei den Bedingungen heute, sage ich, ,Hauptsache dabei sein‘. Einen Sieg werde ich heute nicht schaffen.“ Doch es sollte anders kommen.

Die grüne Fahne weht hoch oben im Wind. Für alle elf Landwirte das Zeichen, das Leistungspflügen beginnt. Zwei Stunden haben die Pflüger Zeit, ihre Parzelle umzupflügen. Punkte gibt es von den Schiedsrichtern, die mit Argusaugen auf jeden Fehler schauen, auf jeden Halm, der stehen bleibt, auf jeden Huckel, der aufgeworfen wird, auf jeden Knick, der auf gerader Strecke zu sehen ist. Die Motoren der Trecker heulen auf. Die Bedingungen sind schwierig an diesem Tag, das wissen auch die Schiedsrichter. „Es wurde schlecht gemäht“, sagt einer ganz zu Beginn des Wettbewerbs. Auch der Boden hat an diesem Tag so seine Tücken. Oben ist er noch ziemlich nass vom ganzen Regen, der am Tag zuvor und in der Nacht niedergegangen ist, weiter drunter ist der Boden immer noch knüppelhart. Torsten Schönsee von der Karbower Agrargenossenschaft steigt während des Wettkampfes immer wieder von seinem neuen Trecker, einem John Deere, ab. Nimmt den Zollstock und misst die Furchentiefe. Ein Zentimeter drüber und es gibt Punktabzug. Das will der Meisterpflüger, wie er von den Schiedsrichtern genannt wird, nicht riskieren. Torsten Schönsee weiß genau, was er an diesem Tag machen muss, um vorne mitzufahren. Er will mindestens unter die ersten Drei, das sagt er bereits einige Tage vor dem Leistungspflügen. „Unser Schlosser hat den Pflug komplett zerlegt und überholt“, erzählt der 43-Jährige im Vorfeld. Auch seinen Kniff aus dem vergangenen Jahr wendet Torsten Schönsee wieder an: Er pflügt anstatt mit sieben mit sechs Scharen seine Wettkampf-Parzelle. Und wieder sind alle Augen an diesem Tag auf ihn gerichtet. Auf seinen besonderen Pflug und auf seine Präzision.

Alle Pflüger kämpfen beim 13. Pflügerwettbewerb mit den widrigen Bedingungen. Zum ersten Mal dabei ist Hausmatador Nico Hille von der gastgebenden Tierzucht Gut Losten GmbH & Co. KG. Er fährt sich fest. Immer mehr drehen sich die hinteren Reifen seines Treckers in den matschigen Boden. Doch er schafft es. Zum Glück, denn zwei Starter müssen an diesem Tag schon wegen technischer Defekte aufgeben. Das befürchtet Torsten Schönsee auch jedes Mal: „Das einzige, was nicht passieren darf, ist krank zu werden oder das die Technik versagt.“ Alles geht gut.

Doch dann macht es der Karbower zum Schluss noch einmal spannend. Die Schlussfurche fehlt noch und die Uhr tickt. Die Zuschauer gehen mittlerweile, Torsten Schönsee sprintet zu den Schiedsrichtern, will wissen, was los ist. Dann ist endlich alles geklärt und er darf seine Schlussfurche noch machen. Zum Glück, denn der Sieg schien ihm schon nicht mehr zu nehmen zu sein. Mit 93,5 Punkten setzt sich Torsten Schönsee erneut gegen seine Kontrahenten durch und schafft den Hattrick. „Wenn ich den Wettbewerb und auch den Gesamtsieg zum dritten Mal in Folge gewinne, höre ich auf“, sagt er zu Freunden und Bekannten im Vorfeld. Doch daran ist nach dem Sieg nicht mehr zu denken. Torsten Schönsee hat weiterhin Blut geleckt, will den Hattrick verteidigen und noch besser werden. Neue Ideen für seinen Pflug hat Torsten Schönsee bereits. Die bleiben aber noch geheim. Bis zum nächsten Jahr, wenn die grüne Fahne wieder hoch oben im Wind weht.


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