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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 08:41 Uhr

Hilfe nötig : Tierstation in Plau funkt S.O.S.

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Einrichtung voll bis unters Dach. Derzeit sind keine Aufnahmen mehr möglich. Mitarbeiter der Tierstation sehen Lösung in Einführung der Kastrationspflicht.

von
erstellt am 15.Aug.2014 | 21:15 Uhr

36 Kätzchen, Katzen und Kater haben zurzeit ihr Domizil in der Tierstation Plau am See. Junge Tiere, die erst seit ein paar Wochen hier versorgt, ältere, die schon Monate auf ein neues Zuhause warten, und auch betagtere Tiere, die die Hoffnung, doch noch in liebevolle Hände zu dürfen, vielleicht schon aufgegeben haben.

„Unsere Tierstation ist voll bis unters Dach“, sagt Uta Kaßler, Vorsitzende des Tierschutzvereins Plau am See. „Auch wenn es mir sehr leid tut, die Leute mit Fundkatzen abweisen zu müssen, wir können einfach keine Tiere mehr aufnehmen.“ Tatsächlich wäre es in der Station nicht damit getan, noch mehr Kuschelplätze für immer weitere Schleicher einzurichten. „Alle Tiere müssen zunächst durch die Quarantänestation. Das ist Vorschrift. Und da sind wir einfach an unsere Grenzen angelangt“, erklärt Uta Kaßler. Die Situation ist dramatisch, zumal die Stationsmitarbeiter und deren ehrenamtliche Helfer alle nicht angenommenen Tiere ihrem Schicksal überlassen müssen. „Es tut uns in der Seele weh, aber wir haben einfach keine Möglichkeiten.“

Eine Lösung muss her, sagt Uta Kaßler ganz klar. Denn 36 Katzen in der Station heißt nicht, dass damit alle herrenlosen Tiere in Plau und Umgebung erfasst sind. Deren Zahl wird vermutlich weitaus höher liegen – und sich in den kommenden Jahren noch potenzieren.

Der Plauer Verein will das Problem angehen. Zunächst, indem er es klar benennt: Schon seit Monaten können die sich des Eindrucks nicht erwehren, dass unerwünschte Kätzchen weggeworfen werden wie alte Kaffeetassen. Nicht nur Tierfreunden in der Station fehlt dafür jedes Verständnis. „Wer ein Tier zu sich nimmt, trägt Verantwortung. Es auszusetzen, in die oft ohnehin überbelegten Auffangstationen zu bringen oder ihnen im Karton oder Beutel ans Tor zu heften, weil man sich ihrer aus Überdruss entledigen möchte, eröffnet einen fatalen Kreislauf“, so Dagmar Schilling, Mitglied im Vereinsvorstand. In diesem Kreislauf stecke Plau. „Abgesehen davon, dass wir an unseren Grenzen sind, vor allem auch, was die Versorgung der Tiere betrifft, wir finden für diese vielen Kätzchen einfach auch nicht genügend Interessenten mehr“, sagt Dagmar Schilling. Interessenten, die gegen eine Schutzgebühr ein oder auch mehr Kätzchen zu sich nehmen. Das wieder bedeutet, dass viele Tiere dazu verurteilt sein werden, auf Lebenszeit in der Station zu bleiben oder als Streuner zu leben.

„Es waren schon Leute bei uns, denen die Schutzgebühr von 20 Euro zu viel war“, erzählt Uta Kaßler. „Und wissen Sie, was sie dann sagen? Sie gehen zum Bauern, da bekommen sie die Katze umsonst.“

Die Plauer, die in diesen Tagen nichts unversucht lassen, um möglichst viele Tiere an echte Tierfreunde zu vermitteln, fordern alle Besitzer von Katzen auf, ihre Tiere kastrieren zu lassen, freiwillig und auf eigene Kosten. „Noch mehr hielte ich allerdings von dem Modell, wie es das Amt Goldberg-Mildenitz im Mai dieses Jahres beschlossen hatte. In Kraft ist die Satzung noch nicht. Aber sie sieht vor, Halter von Freigängerkatzen zu verpflichten, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

 

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