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Goldberg: Marktlücke entdeckt : Teichpflanzen reisen bis nach Griechenland

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Dass sie ihre Wasserpflanzen einmal nach ganz Europa verkaufen würde, das hätte Waltraud Tuchtenhagen im Traum nicht gedacht. Es ist eine fast unglaubliche Erfolgsgeschichte, wie sie das Leben manchmal schreibt.

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erstellt am 06.Apr.2012 | 06:41 Uhr

Goldberg | Es plätschert. Ein kleiner Kunstbach zieht sich durch den Garten, fließt in einen großen Teich. Der Garten von Harald und Waltraud Tuchtenhagen dürfte einer der schönsten in Goldberg sein. Es ist offensichtlich, dass das Ehepaar Gartenarbeit und Gartenteiche leidenschaftlich liebt. Aber dass sie ihre Wasserpflanzen einmal nach ganz Europa verkaufen würde, das hätte Waltraud Tuchtenhagen im Traum nicht gedacht. Es ist eine fast unglaublich Erfolgsgeschichte, wie sie das (Geschäfts-)Leben manchmal schreibt.

Und das kam so: Gartenarbeit und Teiche liebt Harald Tuchtenhagen gleichermaßen. Viel Zeit verbringt er im Freien hinter dem Haus. Seine Frau Waltraud ist von Natur aus keine passionierte Teichliebhaberin, lässt sich aber für die Leidenschaft ihres Mannes gewinnen. "Irgendwann stellten wir fest, dass es gar nicht so einfach ist, Teichpflanzen zu kaufen", erinnert sich Harald Tuchtenhagen. Es ist die Geburtsstunde einer ausgefallenen Geschäftsidee. Denn besonders die exotischeren Pflanzen sind kaum zu bekommen. Aus der Feststellung reift schließlich der Gedanke, aus der Not eine Tugend zu machen und Teichpflanzen zu verkaufen.

Klein fing Waltraud Tuchtenhagen an. Aus ein paar Pflanzen in ein paar Teichen wurden mit der Zeit zwei Anbauflächen am Goldberger Rummelsberg. "Wir entdeckten das Internet als ideale Verkaufsplattform", sagt Harald Tuchtenhagen. Ein zündender Gedanke. Früh verband sich die Wasserpflanzen-Unternehmerin so mit dem Rest Europas. Die Aufträge sprudeln bis heute.

Die Kunden kommen zu 90 Prozent aus allen Teilen Deutschlands, viele von ihnen aus Bayern. Zehn Prozent der Kunden bestellten in Österreich, Luxemburg, Belgien oder Italien. Die bisher weiteste Entfernung legte ein Paket nach Griechenland zurück. "Das hat gut geklappt, in drei Tages war die Pflanze dort und hat die Reise gut überstanden", sagt Harald Tuchtenhagen. Einfach war es nicht, einen Paketdienst zu finden, der das schafft. "Wir haben lange gesucht und sind mittlerweile mit dem Versand sehr zufrieden", sagt das Ehepaar. Auch die griechischen Kunden scheinen zufrieden zu sein, haben nach der ersten Bestellung gleich noch einmal Wasserpflanzen geordert.

Seerosen laufen sehr gut. Rund 20 Sorten gibt es im Shop der Tuchtenhagens. Aber auch Pflanzen wie Schilf und Binsen werden oft verkauft. "Sie funktionieren als natürliche Kläranlagen", sagt Harald Tuchtenhagen, der als Rentner ein paar Stunden im Monat bei seiner Frau aushilft. Im Sommer verlassen rund 200 Pakete pro Monat das Betriebsgelände auf dem Goldberger Rummelsberg.

In gewisser Weise ist Waltraut Tuchtenhagen eine Oligarchin. Denn viele Konkurrenten gibt es in der Branche nicht, höchstens ein Dutzend in ganz Deutschland, die meisten davon im Süden. Der Unternehmerin dürfte es recht sein. Sie hat schließlich eine Marktlücke entdeckt.

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