23. Jugendkunstpreis Goldberg : Tanzfest oder fast schon Festival?

Auch mit fantasievollen Kostümen konnten manche Tanzgruppen punkten.  Fotos: Monika-Maria Degner
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Auch mit fantasievollen Kostümen konnten manche Tanzgruppen punkten. Fotos: Monika-Maria Degner

Goldberger Sporthalle im Belagerungszustand: Zum 23. Jugendkunstpreis kamen so viele Karnevalsvereine wie lange nicht mehr

svz.de von
03. April 2017, 11:45 Uhr

Zwischen all den parkenden Fahrzeugen rund um das Gelände der Husemann-Schule und ihrer Sporthalle stand auch ein Reisebus aus Anklam. „So viele wie lange nicht mehr, sind zum Jugendkunstpreis 2017 gekommen“, bestätigte GKC- Präsident Detlef Dahl zufrieden. Um weitere Herkunftsorte zu nennen: Sie waren aus Kühlungsborn und Rostock, aus Neubrandenburg und Techentin (bei Ludwigslust) nach Goldberg geströmt, um an einem zehnstündigen Wettbewerbsmarathon von neun bis neunzehn Uhr teilzunehmen - unter den strengen Blicken einer eigens geschulten Jury.

Doch damit nicht genug. Am Abend wird noch die "Weltpremiere" (Dahl) der Ladies´ Competition, eines "Damen-Wettbewerbs", ausgetragen werden, free style und vom Publikum bewertet. Der Tag ist warm und sonnig. Es ist der 1. April und irgendwie beschleicht einen das Gefühl, dass es das richtige Datum ist, um Karnevalistisches vorübergehend wieder aufleben zu lassen. Aber der 23. Jugendkunstpreis ist deshalb noch lange kein Aprilscherz, dazu sind wiederum die Wettbewerbsbedingungen zu ernst. Es gibt Regeln.

Der Karnevalstanz unterscheidet je drei Altersklassen, wenn es um Heranwachsende geht. Das gilt für Gardetanz, Paartanz und für die jungen Solistinnen, die Tanzmariechen. Die andere Großkategorie, der Schautanz, ist nach dem gleichen Muster altersgemäß eingeteilt. Für Bütt, Gesang und Darstellung gilt nachvollziehbar die Altersnorm 16 bis 27 Jahre. Es lässt sich denken, dass ein Wettbewerb in all den Kategorien, Altersklassen und zu jeweils oft fünf Teilnehmern pro Klasse, den Beteiligten, von der Jury angefangen über die Technik bis hin zu den machmal auch leicht bibbernden Tänzerinnen (Es nehmen fast nur Mädchen und junge Frauen teil), einiges an Stehvermögen abverlangt. Aber: "Alle Mitglieder des Goldberger Karnevalclubs stehen total hinter diesem Ereignis", sagt Detlef Dahl. Und es ist wirklich erstaunlich, sieht man sich hier um: In der großen Sporthalle wirken allerorten Helfer. Der ganze Verein scheint auf den Beinen zu sein.

Die helfenden Mitglieder wissen aber auch, dass sie es für einen erstaunlichen Einsatz auf der Bühne tun. Mit großem Ernst und mit beachtlichem Leistungswillen zeigen die kleinen und größeren Tänzerinnen, was sie können. Da wirbeln die Beine, werden Überschläge und Spagat geboten, wird das Rad geschlagen, müssen präzise Figuren und Formationen gebildet und wieder aufgelöst werden, alles im Einklang mit der Musik. “Bist du denn aus Gummi, hast du keine Knochen?” fragt Moderatorin Claudia Grubel eine kleine anmutige Tanzmarie, die nach ihrer Darbietung auf das Jury-Urteil wartet. Sie habe wohl Knochen, sagt das Mädchen etwas einsilbig. Mit dem Gummi-Vergleich kann es weniger anfangen. Die ältere Lucy Meyer aus Lübz, die in ihrer Altersgruppe der Tanzmariechen den ersten Platz belegt hat, urteilt über ihre Leistung dagegen schon sehr erwachsen: Sie sei mehrmals aus dem Rhythmus gefallen, nicht alle Figuren hätten gesessen. Gerade hat sie übrigens noch auf einem bundesweiten Qualifikationsturnier in Timmendorf den 9. Platz belegt. Immerhin!

Es gibt viele Sieger an diesem langen Tag und entsprechend viele Ehrungen. Gastgeber Goldberg belegt mit der jüngsten Garde den 1. Platz, die Junioren belegen den zweiten, die Prinzengarde erobert den dritten Platz. Tanzmariechen Melina aus Goldberg, einiges jünger als Lucy, hat in ihrer Kategorie ebenfalls gewonnen. Erste Plätze belegen die Goldberger auch im Schautanz der Kleinsten und im Freestyle. Die Tanzsportgarde Parchim belegt im Schautanz der mittleren Altersklasse den zweiten Rang. Insgesamt aber, betont Andreas Penndorf vom GKC, liegen die Ergebnisse der Gruppen aus nah und fern eng beieinander. Und es gehe außerdem nicht ums Gewinnen, sondern um die Pflege der Freundschaft der Clubs und Vereine untereinander.

Richtig locker wird es dann zur „Ladies Competition.“ Jetzt fungiert das Publikum als Jury und verlangt nach komödiantischem Schautanz. Mit einer Oma-Nummer trifft der JCC aus Jabel voll den Nerv. Sehr deutlich gewinnt er, mit Kittelschürzen und ausgestopften Hinterteilen. Frech-kokett lassen die “Omas”, die natürlich keine sind, ihre Schlüpfer blitzen. Das Publikum brüllt vor Lachen. Der Wettstreit der etwas reiferen weiblichen Generation - eine Premiere, die gut ankam.

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