Tankdiebe von Stolpe in Aachen und Passau gefasst

<fettakgl>Im vergangenen Jahr wurde </fettakgl>allein an den Stolper Autobahntankstellen 95-mal Sprit gezapft und nicht bezahlt.<foto>Michael-Günther Bölsche</foto>
Im vergangenen Jahr wurde allein an den Stolper Autobahntankstellen 95-mal Sprit gezapft und nicht bezahlt.Michael-Günther Bölsche

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26. März 2013, 04:57 Uhr

Stolpe | Schlechte Nachricht für Tankbetrüger: Sie müssen damit rechnen, auch weit entfernt vom Tatort gefasst zu werden. So erging es zwei Männern (beide 29), die an der Autobahntankstelle in Stolpe tankten und verschwanden, ohne zu zahlen. Pech für die beiden, dass die Kripobeamten Andreas Wollgast und Hartmut Wegner auf Grund von Hinweisen eine bundesweite Fahndung nach dem Fahrzeug auslösen konnten. "Wir hatten das Kennzeichen und den Autotyp, das reichte. In der vergangenen Woche wurden die beiden bei einer Verkehrskontrolle in Aachen entdeckt", erzählt Wollgast.

Nicht immer klappt es so gut, die Aufklärungsrate liegt derzeit bei knapp 50 Prozent - mit steigender Tendenz. Im vergangenen Jahr wurde allein an den Stolper Autobahntankstellen 95-mal Sprit gezapft und nicht bezahlt. Im gesamten Landkreis waren es 352 Fälle (zum Vergleich 2011: 313 Fälle). Allein in diesem Jahr wurden an den beiden Tankstellen in Fahrtrichtung Berlin und Hamburg bislang 27 Tankbetrüger festgestellt. Auch sie müssen damit rechnen, eines Tages gefasst zu werden.

Die Täter sind nicht immer hochkriminell. "Es kommt auch vor, dass beispielsweise die Frau auf die Toilette geht und der Mann denkt, sie hat auch gleich gezahlt", sagt Hartmut Wegner. Solche Vorkommnisse lassen sich in der Regel schnell klären und meist wird dann auch sofort die offene Summe beglichen.

Die Täter mit Vorsatz kommen dagegen mit Autos vorgefahren, deren Kennzeichen sie kurz zuvor in der unmittelbaren Region gestohlen haben. So verschaffen sich die Tankdiebe Zeit und halten sich zunächst die Polizei vom Leib. Mitunter hat der eigentliche Besitzer den Diebstahl der Kennzeichen noch gar nicht bemerkt. Derzeit ermittelt die Kripo in vier Fällen, bei denen die Täter mit den unterschiedlichsten Kennzeichen vorfuhren, die in Grabow oder Ludwigslust gestohlen wurden. Der Schaden in diesen Fällen beträgt bereits mehr als 700 Euro. "Meist sind dies Personen, die professionell billig an Benzin oder Diesel kommen wollen, mitunter sogar in mehreren Kanistern größere Mengen zapfen und verschwinden", meint Wollgast. Wenn zu den Ostertagen und anderen Feiertagen sowie Ferienreisezeiten die Spritpreise steigen, schlagen die Diebe vermehrt zu.

Wie groß der Schaden ist, den die Tankbetrüger den Mineralölgesellschaften zufügen, kann man nur schätzen. "Zu diesem Thema geben wir keine Auskunft", sagt Pressesprecher Manuel Fuchs von der Total Mineralölgesellschaft in Berlin, zu der auch die beiden Stolper Tankstellen gehören. Man habe die Mitarbeiter instruiert, es gibt Überwachungskameras und man arbeite mit der Polizei zusammen, mehr war nicht zu erfahren. Dabei wäre es doch interessant zu wissen, um welche Summen es sich handelt und wie der Schaden kompensiert wird. Gibt es eine Versicherung, die einspringt oder wird die fehlende Summe auf den Literpreis aufgeschlagen?

Die Polizei ihrerseits tut alles, was in ihrer Macht steht. Sie wünscht sich, dass mitunter auch die Mitbürger mögliche Beobachtungen mitteilen, ein Handy hat heute fast jeder. KripobeamterAndreas Wollgast: "Erst kürzlich meldete sich ein Ehepaar, dem aufgefallen war, dass ein Auto, welches mit ihnen an der Tankstelle stand, sie mit einem anderen Kennzeichen wenig später überholte. Durch diese schnelle Information konnten wir diesen Fall ganz schnell klären." Andere dauern länger. "Auch in Passau wurden drei Täter kürzlich gestellt, die in Stolpe eine Tankrechnung von 40 Euro nicht gezahlt hatten", so Wollgast.

Das freut natürlich die Beamten, denn ihre Klientel kommt auf Grund der Lage und der Autobahn, auf der man schnell flüchten kann, aus ganz Europa. "Aber auch da arbeiten wir eng mit den Kollegen in den anderen Bundesländern sowie mit den Nachbarstaaten zusammen", so Wegner. Wichtig für eine Aufklärung ist die schnelle Information an die Polizei. Hier können nicht nur die Pächter, sondern auch Bürger aktiv werden, denen etwas kurios vorkommt. Wie in dem Fall, als Tankbetrüger Sprit in Plaste flaschen füllten…

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